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Hajämri-Mündung. In dieser Mündung hat sich 2'/4 Seem. seewärts
von der Stelle der alten Bake eine mit Grasbüschen bedeckte Insel gebildet.
Der Hajdmri-Fluss bildete im Jahre 1867 die Mündung und das einzige schiff-
are Fahrwasser des Indus, jetzt (1877) ist die Mündung beinahe ganz geschlossen
und hat für die Schifffahrt aufgehört.
Jüa-Mündung. Die grosse Masse Flusswasser hat sich einen neuen
Durchgang bei der grossen Krümmung des Hajdmri-Flusses, unterhalb Keti
(Kellee) verschafft, strömt durch die Gabri- und PBoori-Creeks und ergiesst sich
durch die Jua-Mündung in die Sce. Diese letztere Mündung bildet gegenwärtig
das schiffbare Fahrwasser, ist ungefähr 10 Seem, nördlich der Hajdmri-Mündung,
aber man kann nicht annehmen, dass diese Einfahrt, welche sich erst seit dem
SW-Monsun im Jahre 1876 gebildet hat, beständig bleiben wird.
Handel. Die, am linken Ufer des Hajdmri-Flusses, 10 Seem, von der
Jua-Mündung entfernt liegende Hafenstadt, ist Keti oder Kellee. Alle von See
kommenden Schiffe müssen bei dieser Stadt klariren. Die für die Schiffe be-
stimmten Ladungen werden auf flachbodigen Flussfahrzeugen nach der Stadt
Keti gebracht und hier umgeladen. Der Haupthandel besteht in Getreide, und
die Zeit der Schifffahrt ist von Ende August bis Ende Mai; während des SW-
Monsuns ist die Schifffahrt geschlossen. Der überseeische Handel wurde in der
Schifffahrtsperiode 1876/77 durch ungefähr 2400 Fahrzeuge von 78,000 "Tons
Tragfähigkeit betrieben; die grössten Boote sind wenig über 100 Tons, und
haben einen Tiefgang von höchstens 3 Met. Die Kinwohnerzahl von Keti betrug
1877 ungefähr 2000.
Lootsen. In der Jua-Mündung ist ein Lootse stationirt, dessen Boot
die Schiffe ein- und auslootst; das Boot führt während der Fluth eine rothe
Flagge und während der Ebbe eine blaue Flagge,
Gezeiten. Die Gezeitenströmung, besonders die Ebbe, ist in dem Flusse,
bis Keti hinauf, sehr stark; an einigen Stellen erreicht sie eine Geschwindigkeit
von ungefähr 5 Knoten; ausserhalb der Barre ist diese Strömung noch mehrere
Seemeilen weit stark. Die Ebbe läuft WSW, und zu dieser Zeit und wenn das
Wasser hoch ist, ist an der Oberfläche das Wasser 4 bis 5 Seem. weit nach
See zu ganz frisch. Während der Ebbe steht, bei einer frischen Scebrise, eine
hohe Brandung auf der Barre; die Fahrzeuge der Eingeborenen verlassen in
solcher Zeit die Mündung am Morgen,
Karächi oder Kurrachee.
Segelanweisung. Die Küste südlich von Kardchi besteht aus niedrigen
Sandrücken, welche, mit Grasbüschen bedeckt, kaum aus dem Wasser hervor-
ragen, und ist höchstens 5 bis 6 Seem. weit zu sehen. Bei dem Flussdelta bekommt
man zuweilen Viehheerden, welche auf dem überschwemmten Lande sich auf-
halten und aus der Ferne wie Büsche aussehen, als erstes Landobject in Sicht,
Am Tage ist die an den Kanten der Bänke stehende Brandung ein ge-
nügendes Merkmal, mit Ausnahme bei ruhiger See zur Zeit des Hochwassers.
Bei klarer Luft bekommt man bei scharfem Ausguck die niedrige Küste, die
vereinzelt stehenden Hütten oder eine der Baken noch zeitig genug in Sicht,
um jede Gefahr zu vermeiden. Die Entfärbung des Wassers zeichnet sich, be-
sonders bei den Flussmündungen, scharf ab; dasselbe erstreckt sich bis weit
ausserhalb der Bänke und giebt bei Tage gleichfalls eine gute Marke ab. Selbst
bei der Nacht hat man die Entfärbung des Wassers erkennen und daraus Vor-
theil ziehen können. Aber trotz aller dieser Anzeichen, muss dem Loth grosse
Aufmerksamkeit geschenkt werden.
Eine grosse Ausdehnung der bei den Flussmündungen befindlichen Bänke
findet gegenwärtig (1877) statt, und muss man deshalb bei Annäherung an die
Mündungen grosse Vorsicht gebrauchen, Die Bänke bestehen im Allgemeinen
aus weichem Schlamm und stellenweise, besonders nahe der Mündungen, aus
festen Sandrücken (wahrscheinlich Treibsand). Die 10-Fadenlinie (18.s Met.)
befindet sich 2!/a Seem. ausserhalb der vorspringenden Spitze der Hajamri-Bank;
31% Seem. südlich der Kukiwdri-Mündung, am oberen Ende der Untiefe Swatch,
sind 31 Met. Wasser,
Den Schiffen ist anzuempfehlen, in der Nähe von Dwarka, von der Küste,
durch Peilungen oder Breitenbestimmungen, sowie durch Lothungen den Abfahrts-