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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

ran 
Segelanweisung für den Fluss Salween (Maulmain) in Britisch Birma. 
Nach der neuerdings ausgeführten Aufnahme des Salween- oder Maulmain- 
Flusses durch den Navigating-Lieutenant F. W. Jarrad, R. N., Commandant 
des der Indischen Regierung gehörigen Vermessungsfahrzeuges „Clyde“, ist von 
dem „Marine Survey Department“ in Calcutta nachstehende Segelanweisung für 
den Fluss Salween nebst Beschreibung desselben in der „Hydrographie Notice“ 
No. 6, Calcutta 1877, veröffentlicht worden. Die dabei vorkommenden Peilungen 
sind missweisend; die Variation beträgt 2° 56‘ Ost für das Jahr 1877. 
Der Salween- Fluss (chines. Than-Iweng).‘) Die Quelle dieses Flusses, 
welche noch nicht aufgefunden worden ist, soll im Norden in den Gebirgen 
liegen, welche die östliche Fortsetzung des Himalaya bilden. Nachdem der 
Fluss Yünnarn und die im Süden der gleichnamigen chinesischen Provinz liegen- 
den Staaten Shan und Karennee durchströmt hat, erreicht er die NE-Ecke der 
britischen Besitzung, bleibt in derselben bis zu der Mündung seines Neben- 
Qusses ZThoung-yeng, und bildet die östliche Grenze von Britisch Birma, Auf 
dieser Strecke ist der Fluss breit, schnellfliessend, für Boote schiffbar und 
strömt zwischen hohen, dicht bewaldeten Bergen hin. Nahe der Mündung des 
Flusses Thowng-yeng, an der Nord- und Nordost-Grenze der Provinz, beträgt die 
Breite des Flusses an einigen Stellen nicht mehr als 27 Met. 10 Seem. unterhalb 
der Mündung des ZThoung-yeng sind sehr grosse Stromschnellen; dieselben werden 
durch einen Felsrücken gebildet, welcher sich vollständig quer über den Fluss 
hinzieht. In der trockenen Jahreszeit sind diese Stromschnellen selbst für 
Kanoes unfahrbar, in der Regenzeit jedoch, wenn der Fluss von den Wasser- 
massen angeschwollen ist, welche aus den grossen Länderstrecken, die er und 
seine Nebenflüsse entwässern, herkommen, ist der Wassersturz über den Fels- 
rücken so gewaltig, dass mächtige Baumstämme in Stücke zerbrochen werden. 
10 Seom, unterhalb dieser Stromschnellen sind andere, weniger heftige Strom- 
schnellen, die in der Regenzeit auch unfahrbar sind. Unterhalb der Strom- 
zchnellen ist der Fluss mit zahlreichen Inseln und Untiefen angefüllt, welche in 
der Regenzeit alle überschwemmt sind, das Wasser steigt zu dieser Zeit ungefähr 
0 Met. Einige Seemeilen weiter südlich nimmt der Fluss den von Westen 
kommenden Zwonzaleng - Fluss auf, Daselbst treten die Berge am östlichen 
Ufer weiter zurück, und diejenigen am westlichen Ufer nehmen bedeutend an 
Höhe ab; der Fluss durchströmt hier eine freiere und mehr ebenere Gegend. 
Auf beiden Ufern steigen in Zwischenräumen eigenthümliche Kalksteinfelsen aus 
der Ebene plötzlich auf, die in zackigen hohen Rücken endigen. Bei Maulmain 
ergiessen sich noch zwei Flüsse in den Hauptstrom, der Hlaingbhwai und der 
Houngtharaw, und darauf spaltet sich der Hauptstrom in zwei Arme, welche in 
das Meer sich ergiessen. Der nördliche dieser Arme mündet in 16° 27‘ Nord-Br. 
und 97° 25‘ Ost-Lg., und ist unter dem Namen Martaban bekannt. Er war 
mehrere Jahrhunderte lang die Hauptmündung, jetzt ist er jedoch nicht mehr 
schiffbar, da er mit kleinen Inseln und Sandbänken angefüllt ist. Am rechten 
Ufer des Flusses, gegenüber der Siadt Maulmain, liegt die Stadt Martaban, 
nach welcher dieser Arm seinen Namen erhalten hat, 
Der südliche Arm, gewöhnlich Maulmain genannt, ist, obgleich für die 
Schifffahrt sehr schwierig, doch für Schiffe von bedeutender Grösse bis zur 
Stadt Maulmain hin schiffbar. Die Einfahrt in diese Mündung des Salween- 
Flusses, also in den Maulmain, licgt 18 Seem. südlich von derjenigen des 
Martaban - Armes, 
Die Insel Bheeloo Gywon (Bruxe) ist bei einer Breite von 8! Seem. 
in der Richtung Nord—$Süd ungefähr 17 Seem, lang und liegt unmittelbar zwi- 
schen den beiden Armen des Salween- Flusses. Die nördliche Küste der Insel 
bildet das linke Ufer des Martaban - Flusses, und die östliche Küste das rechte 
Ufer des Maulmain-Flusses. Durch die Mitte der Insel erstreckt sich in der 
Richtung Nord—Süd ein dicht bewaldeter Bergrücken von mässiger Höhe; auf 
einigen Gipfeln desselben stehen weisse Pagoden, von denen die auf dem süd- 
lichen Berggipfel, unmittelbar oberhalb der Südspitze der Insel, stehende leicht 
1) s. Taylor’s „Sailing Directory“, Vol. I, pag. 502 und 503 und „Sailing Directory for the 
Indian Ocean“, Findlay, 1876, pag. 1049. 
Ann, d. Hyür., 1877, Heft XI (Novomber)
	        
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