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In 3.75° C. Wassertemperatur halten wir uns mit ca. 20 Seem. Entfernung
züdlich von Sable Island frei, da die sie in den Wintermonaten umgebende Wasser-
temperatur kaum 2.5° C., innerhalb nach dem Festlande zu-nur 0° und darunter
beträgt. Können wir nach dem Besteck mit Sicherheit annehmen, dass Sable
Island uns nicht mehr gefährlich werden kann, so steuern wir in 1.25° C. Wasser-
temperatur auf die Georg Bank los, rectificiren — falls keine Observationen
möglich werden — durch genaue Anlothung derselben unsere Länge, wie weiter
westlich an den Gründen von Long Island die Breite und ankern trotz Schnee-
sturm und dicker Luft noch vor der uns gestellten Frist am Ziel.
In warmer Jahreszeit zeigt das Wasser auf der ganzen Reise natürlich
eine wärmere Temperatur, auch gleicht sich in derselben die Lufttemperatur über
dem Golf- und dem arktischen Strom mehr aus; woher es erklärlich ist, dass die
nördliche Route dann weniger Chancen bietet, als in den kalten Monaten. Während
wir bei den Faroer-Inseln 8.15° C. gemessen haben, finden wir hier 11°—12.5° C.,
und ist das Minimum des arktischen Stroms bei Neufundland in den Monaten
September und October z. B. nicht unter + 2.5° C., während es bis iunerhalb
Sable Island schon auf 6.25° C, steigt; deshalb muss man in dieser Jahreszeit
in diceckem Wetter wenigstens 8.,5° C. Wassertemperatur halten, um südlich
davon frei zu steuern. In den warmen Monaten nähert sich der Golfstrom hier
bis zu 20 Seem.; im Winter bleibt er ca. 90 Seem. davon entfernt.
Bei Nebel, oder dunkler Nacht im Sommer ist das Thermometer der
beste Warner vor Eisgefahr. Die Temperatur sowohl des Wassers wie der
Luft wird durch den Process des Schmelzens schon auf 2 Seem, Entfernung
merklich verringert. Haben die Eisberge solche aber erst einmal um sich ver-
breitet, so vermögen sie, sich noch lange, selbst im warmen Golfwasser‘!) zu
erhalten und werden den Schiffen gefährlich.
Für Seefahrer, welche die südliche Passage nach Nord-Amerika ge-
nommen haben und den Golfstrom, westwärts steuernd, schneiden, ist ebenfalls
das Wasserthermometer der beste Längenanzeiger oder wenigstens Assistent des
Chronometers; Cap Hatteras würde manchem Schiffe nicht gefährlich geworden
sein, wenn das Wasserthermometer gehörig gebraucht worden wäre.
II.
Nächst schwerem Scegange giebt es keinen grösseren Feind für den See-
mann als den Nebel. Bei klarem Wetter werden ihm Sturm und Klippen selten
yefährlich; doch dicker Nebel umschleiert sein Auge, so dass er sich, wie
der des Gesichts Beraubte, auf Ohr und Gefühl verlassen muss. Dass selbst
diese Sinne in ihrem Fach ein gut Theil zu leisten vermögen, beweisen Küsten-
fahrer, welche nach Lothung und dem Tone der Brandung gegen gewisse Klippen
oftmals im Stande sind, ihren weiteren Kurs zu nehmen. Deshalb hat man auch
an der Küste Nebelhörner, Glockenbojen, Sturmpfeifen und Pauken, Kanonen-
schläge etc, angebracht, um dem Seemann in dickem Wetter die Position an-
zuzeigen und ihn vor Gefahr zu warnen.
Eine Hauptbrutstätte des Nebels ist der Golfstrom in der Nähe von
Neufundland, wonach er im Allgemeinen auch Neufundlandnebel benannt wird,
falls ihn New- Schottland oder die Bay of Fundy nicht speciell als den ihrigen
reclamiren,
Die Temperatur der Mitte des Golfstroms, welcher das heisse Wasser
des Aequators nach Norden führt, varlirt Tags über nur um ein Geringes von
der ihm zunächst liegenden Luftschicht; während sich diese Nachts schnell ab-
kühlt und die dem Wasser entsteigenden Dünste auf der Oberfläche zurückhält,
wie es gegen die Grenze nach dem arktischen Strome zu auch schon am Tage
der Fall ist. Durch Süd- und SW-Winde abgeirieben, füllen sie bald den
schmalen Streifen über dem arktischen Stromgebiet, wo sie von kälterer und
dichterer Luft festgehalten, sich hauptsächlich bei SE- und Ost-Winden — die
!) Ich wurde einst östlich von Newfundland-Bank im Nebel durch plötzlich stark veränderte
Lufttemperatur, nachdem ich kurz vorher das Wasser zu 13,75° C. gemessen hatte, auf Eis in der Nähe
aufmerksam gemacht. Ich legte alles klar zum Wenden und fand das Wasser nur 8,75° C. bald
Jarauf nach etwa 2 Seem, Segelung nur 2.5° C. und sah dann auch einen Eisberg dicht unter Lee,
wonach Wasser und Luft wieder eine wärmere Temmneratur annahm,