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West und später nach Nord, worauf er in 23,3° Nord-Br. und 20° West-Lg. in
den Passat überging. Mit diesem steuerte man längs dem Meridan von 20°
West-Lg. nach Süden bis 12° Nord-Br., worauf ein südöstlicher Kurs ein-
geschlagen wurde. In 8.3° Nord-Br. und 18° West-Lg. lief der Wind durch
Nord nach NNW um, wehte aus dieser Richtung während der nächsten 4 Tage,
und führte das Schiff nach 4.3° Nord-Br. und 13.2° West-Lg. Hier trat Mallung
und leichter südwestlicher Zug ein, der erst, nachdem 3° West-Lg. in 2.s°
Nord-Br. passirt war, auffrischte. Die Guineaströmung lief in diesem Theile
des Oceans mit etwa 2 Seem. Fahrt die Stunde nach Osten, Am 30. April
wurde der Meridian von Greenwich in 2.3° Nord-Br. geschnitten, und am 9, Mai
bei der Kloby-Insel geankert.
Am 6. Juli trat die Bark die Rückreise nach Hamburg wieder an, auf
welcher mit südwestlichen Winden zunächst nach Süden aufgearbeitet, und die Linie
am 10. Juli in 4.s° Ost-Lg. geschnitten wurde. Hier ging der Wind schon
nach Süd und SSE um und frischte auf, so dass man über Steuerbordbug noch
ziemlich Süd-Breite aufsegeln konnte, Am 12. Juli erreichte man in 0,5° Süd-Br.
den Meridian von Greenwich, steuerte dann westlich, wobei die südlichste
Breite in 1.9° Süd-Br. und 8.3° West-Lg. am 16. Juli angesegelt wurde, später
allmählich nördlicher und trat am 22, Juli in 20.5° West-Lg. wieder in die nörd-
liche Halbkugel über. Der SE-Passat wehte anhaltend frisch, lief dabei nach
und nach südlicher und ging in 8.6° Nord-Br. und 22.s° West-Lg, am 28. Juli
in den SW-Monsun über. Letzterer stand bis nach 12.6° Nord-Br. und 24.3°
West-Lg., wo er durch den NE-Passat verdrängt wurde. Es wurde dann 20°
Nord-Br. in 32.2° West-Lg. am 5. August und 30° Nord-Br. in 35° West-Lg.
am 15. August gekreuzt. Der Passat hörte schon in 27.7° Nord-Br. und 36°
West-Lg. auf, zu wehen. Als man 36° Nord-Br. in 31° West-Lg, erreicht
hatte, setzten frische Westwinde ein, mit denen man, zwischen Terceira und
San Miguel hindurch, am 25. August nach 40° Nord-Br. und 24° West-Lg. ge-
Jlangte. Schon nicht mehr weit vom Kanal entfernt, auf den Gründen in 9.6°
West-Lg., hielt ein 7 Tage anhaltender Ostwind das Schiff noch auf, jedoch
erreichte man den Kanal mit südöstlichen Winden am 11. September.
Bemerkungen über Reisen nach Nord-Amerika, über die Wichtigkeit
der Beobachtungen von Wassertemperaturen und über die Neu-
fundländischen Nebel. )
Von E., Neumann, Schiffscapitain,
f
Für die Reise nach einem der nordamerikanischen Häfen kann der Navi-
gateur drei verschiedene Routen nehmen, entweder die nördliche, die mittlere,
oder die südliche.
Die nördliche Route wird gewöhnlich im Sommer von Schiffen aus der
Nordsee gewählt, wenn sie den Wind 8o finden, dass sie nicht auf den Kanal
loszusteuern vermögen. Sie gehen dann nordwärts um Schottland und setzen ihren
Kurs auf die Neufundland-Bank.
Die mittlere Route führt vom Kanal gerade aus, oder über die Neufund-
land-Bank hin an der amerikanischen Küste entlang.
Bei der südlichen Route nimmt man den Kurs auf Madeira, benutzt den
NE-Passat bis zu den westindischen Inseln und steuert dann nordwärts nach
dem Bestimmungshafen los.
1) Bei den bis jetzt immer noch getheilten Ansichten über die beste Route, namentlich (für
die Wintermonate) nach Nord-Amerika werden diese auf gründlicher praktischer Erfahrung beruhenden,
auszugsweise hier mitgetheilten, Bemerkungen des Herrn Verfassers über die Reisen nach Nord-Amerika
den Seefahrern nicht unwillkommen sein, ebenso dürften die Betrachtungen desselben über die Wichtig-
keit von Beobachtungen der Temperaturen der Meeresoberfläche während einer solchen Winterreise
nicht ohne Interesse sein, wenn wir auch nicht überall den Darlegungen des Herrn Verf. beitreten
können. A. 8. R.