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Mit südöstlichem Winde lag man dann nach Cuba über und gelangte am 25. Juli
in den Gesichtskreis des Feuers von Havana. Von hier an machte sich der
Einfluss des Golfstroms sehr bemerkbar, wodurch die Reise wesentlich gefördert
wurde. Am 29. Juli, an welchem Tage man die Engen von Bemini passirte,
versetzte der Strom das Schiff 96 Seem, nach Norden. In 26.4° Nord-Br. und
79.6° West-Lg. überschritt man am 28, Juli die nördliche Grenze des NE-
Passates, worauf bald westliche Winde einsetzten, die jedoch wenig beständig
waren. Man schnitt dann 35° Nord-Br. in 72.6° West-Lg., 40° Nord-Br, in
64.5° West-Lg. und 50° West-Lg. am 19. August in 43.s° Nord-Br. Auch im
weiteren Verlauf der Reise, waren die Winde sehr unbeständig, oft östlich,
aber nur selten stürmisch. Man erreichte mit diesen schliesslich am 12. Sep-
vember die Rhede von Falmouth nach 58 Tagen Reise,
5. Reisen der Memeler Brigg „Dorothea“, Capt. M. Zessin.
Capt. Zessin übergab der Secewarte ein meteorologisches Journal, welches
während der Jahre 1876 und 1877 geführt ist, und mehrere in dieser Zeit
vollendete Reisen des Memeler Schiffes „Dorothea“ enthält. Das Journal be-
ginnt am 25. Juni 1876, als das Schiff sich, auf einer Reise von Cardif nach
Rio de Janeiro, in 51° Nord-Br. und 5.8° West-Lg. befand. Mit einem stetig
wehenden NE-Winde konnte 40° Nord-Br. am 2. Juli in 16° West-Lg. und
30° Nord-Br. am 9. Juli in 20.7° West-Lg. erreicht werden. Ohne Aufenthalt
gelangte man in den Passat und schnitt mit diesem 20° Nord-Br. in 25,5°
West-Lg. am 15. Juli und 10° Nord-Br. in 283° West-Lg. am 23. Juli. In
12° Nord-Br. hatte der Passat sein Ende erreicht, und Mallung und Windstillen
waren eingetreten. Dieselben hielten bis zum 29. Juli an, an welchem Tage in
6.2° Nord-Br. und 27.8s° West-Lg., ein frischer SE-Wind aufsprang, der in den
Passat überging. Da Capt. Zessin in Folge des Ausbleibens des erwarteten
SW-Monsuns schon in den Doldrums sehr weit westlich gekommen war, liess
sich jetzt, nachdem der SE-Passat eingesetzt hatte, voraussehen, dass man die
Linie sehr weit westlich werde schneiden müssen. Capt. Zessin versuchte
zwar noch in 1.s° Nord-Br. über Backbordbug Länge zu gewinnen, gab diesen
Versuch aber, da der Aequatorialstrom gar zu hindernd in den Weg trat, bald
wieder auf und passirte schliesslich am 4. August den Aequator in 31.s°
West-Lg. In der Nähe der Linie wurde der Wind sehr raum angetroffen, so dass
östlich von Süd gesteuert und die Insel Fernando de Noronha in Sicht gelaufen
werden konnte. Als später der Passat wieder schraler wurde, liess Capt. Zessin
wenden, obgleich die Küste noch soweit entfernt war, dass sie niemals in Sicht
kam, und verlor dadurch eine ziemliche Zeit. 10° Süd-Br. ist am 12, August
in 32.5° West-Lg. und 20° Süd-Br. in 36.s° West-Lg. am 17. August geschnitten.
In 18° Süd-Br. lag am 16. August die südliche Grenze des Passats, am 20. August
erblickte man das Feuer von Cap Frio, und am 21. August ankerte das Schiff
im Hafen von Rio nach einer Reise von 58 Tagen.
Von Rio trat man am 13. September 1876 eine Reise nach Port Elisabeth an.
Die Winde waren zu Anfang der Reise vorherrschend ungünstig, meistens aus
südöstlicher Richtung, jedoch erreichte man 30° Süd-Br. in 31.6° West-Lg. am
21. September, passirte die Insel Zristan da Cunha in geringem Abstande am
30. September und schnitt den Meridian von Greenwich am 2, October in
37.7° Süd-Br. Von hier an wurden westliche Winde häufiger, so dass das
Schiff am 13. October nach einer Reise von 30 Tagen auf der Rhede von
Port Elisabeth ankam.
Von diesem Platze versegelte das Schiff am 23. October 1876 nach Mauritius,
und gebrauchte 18 Tage um dorthin zu gelangen. Mit dem, bei Antritt der
Reise wehenden Ostwinde steuerte man nach Süden, bis sich in 39.5° Süd-Br.
zünstige Winde einstellten, mit denen Länge nach Osten abgelaufen werden
konnte. Als 54° Ost-Lg. am 2. November in 34.6° Süd-Br. erreicht war, steuerte
man nach Norden auf. Zweckmässiger wäre es wohl gewesen, mit den günstigen
Winden noch einige Grade östlicher zu gehen, bevor man nördlich steuerte,
weil dadurch ein Aufenthalt von mehreren Tagen erspart worden wäre, der in
25° Süd-Br. und 56° Ost-Lg., durch NE-Winde veranlasst wurde, Der Bestim-
mungshafen wurde am 10. November glücklich erreicht.