An
Auf dem Thurm dieses Gebäudes soll im August oder September d. J. ein
weisses festes Feuer, welches 5 bis 6 Seem. weit sichtbar sein wird, angezündet
werden.!) Von dem Ankerplatz kann man in einem sehr flach gehenden Boote
in den Fluss einlaufen, aber für Boote von Kriegsschiffen ist der Fluss nicht
anzuempfehlen,
Die Insel Orchila.”) Wenn man, von Süden kommend, sich der Insel
Orchila nähert, so erscheint dieselbe zunächst wie 4 bis 5 kleine Inseln, bis
später auch das niedrige Land in Sicht kommt, von dem sich eine flache Spitze
nach Osten zu erstreckt. Die bei dem Westende. dieser Insel liegende Klippe
Farallon ist ungefähr 3 Met. hoch und hat in der Form Aehnlichkeit mit dem
Rücken einer Schildkröte.
Das Landen auf dieser Insel ist leicht ausführbar, da keine Brandung auf
ihr steht. Bei der Ebbe setzt der Strom, 1’ Seem. die Stunde, nördlich und
westlich, wodurch ein zu Anker liegendes Schiff parallel mit dem Strande schwait.
Die Insel wird gelegentlich von Amerikanischen Schiffen besucht, welche
von dort Phosphate holen. Der gewöhnliche Ladeplatz ist am Ostende der Insel.
Die Inseln Los Roques.®) Der Leuchtthurm von EI Roque ist auf
der Amerikanischen Karte No. 375 „Harbors on the Coast of Venezuela“
unrichtig eingetragen; derselbe steht auf einem Hügel, welcher westlich von
dem auf der Karte gezeichneten Berge liegt. Die Riffe erstrecken sich auch
nicht ganz um die Insel El Roque herum, wie auf der Karte angegeben ist.
Die SW-Seite der Insel ist, mit Ausnahme bei der SW-Spitze, und die Nord-
seite der Insel, mit Ausnahme bei der Westspitze, frei von Untiefen. Auf das
Brennen des Leuchtfeuers darf man sich nicht‘zu sehr verlassen, da dasselbe
häufig verlöschen soll.
Die Insel Little Curacgao.*) Nach den Karten ist die Länge der
Insel Little Curagao 2 bis 3 Seem. und im „West India Pilot“ ist dieselbe zu
3/4 Seem. angegeben. Die Bewohner der Insel Curacao, welche diese Insel
genau kennen, bestätigen, dass die Insel 1'2 Seem. lang ist, und diese Angabe
ist dem Anschein nach auch die richtige.
Die Bucht Vela de Coro.°) Der Ankerplatz mit 7.3 Met. Wassertiefe
in dieser Bucht befindet sich 2 Seem. von der Stadt entfernt. Küstenfahrer
ankern auf 5 Met. Wasser, '/2 Seem. von der Küste entfernt.
Die Stadt Vela de Coro hat nach officiellen Berichten 2000 bis 3000
Einwohner.
Die Insel Oruba.®) Die Riffe und Cays bei dieser Insel erstrecken
sich nicht von der SW-Spitze der Insel, wie es auf den Karten angegeben ist,
sondern liegen ungefähr 3 Seem. von der Spitze entfernt, ungefähr auf halbem
Wege zwischen der SW-Spitze der Insel und der Stadt OÖrangestadt (Port
Caballos). Der Ankerplatz befindet sich westlich des Riffes; grosse Schiffe
ankern gewöhnlich auf dem Ende des Riffes, auf ungefähr 13 Met. Wasser.
Dicht am Lande soll sich noch ein ebenso sicherer und sogar bequemerer Anker-
platz befinden, Beim Einsegeln in den Hafen müssen lange Schiffe vorsichtig
manövriren, da das Fahrwasser nur 183 Met. breit ist.
Örangestadt besteht aus 200 bis 300 Häusern, welche ebenso massiv gebaut
3ind, wie die zu Curagao,
Das rothe Haus auf dem Hügel, eine der im „West India Pilot“ erwähnten
Landmarken, existirt, wie man sagt, schon seit 40 Jahren nicht mehr. Kleine
Schiffe können ohne Schwierigkeit, auch ohne Lootsen, einsegeln, da alle Untiefen
deutlich gekennzeichnet sind. Im Hafen befindet sich auf einem 12.2 Met,
hohen Thurm ein Hafenfeuer, welches 6 Seem. weit sichtbar ist.)
Auf dieser Insel sind in letzter Zeit ausgedehnte Lager von Phosphat ent-
deckt worden,
1) S. „Nachr. f. Seef.“ 1877, No. 435.
2) a. a. O. pag. 141, „Hydr. Mitth.“ 1873, pag. 108, und „Ann, d. Hydr. etc.“ 1876, pag. 181
3) a. a. O. pag. 141, „Ann. d. Hydr. etc.“ 1876, pag. 182, und „Nachr. f, Seef.“ 1875,
No. 538, 610 und 745.
4) 8. a, O. pag, 144.
5) a. a. O. pag, 135,
6) a. a, O. pag. 146.
7) „Verz. d, Leuchtf, aller Meere“ Theil IT, 1877, Tit. VIT, No. 88,