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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

Oestlich von den Cap Verde’schon Inseln segelnd, orreichte man 20° Nord-Br. 
in 21.2° West-Lg. am 13. December und 10° Nord-Br. in 18,5° West-Lg. am 
16. December. Nach dem Ueberschreiten der Passatgrenze gerieth das nach 
Osten strebende Schiff, ebenso, wie die etwa einen Monat früher sich hier 
befindenden Schiffe „Aline“ und „Eintracht“, in den Windstillengürtel. Erst 
in 5.0° Nord-Br. und 15.6° West-Lg. am 24. December stellten sich die ersten 
Spuren des südlichen Windes ein, mit dem dann rascher Länge abgesegelt 
werden konnte. Am 6. Januar 18377 passirte das Schiff in 5.7° West-Le. den 
Aequator und den Meridian von Greenwich in 2.2° Süd-Br. am 12, Januar. Der 
Guinea-Strom, der im Ganzen genommen nur unregelmässig, während keines 
Etmals mehr als 17 Seem., nach Osten lief, endete in etwa 1° Nord-Br. und 
5° West-Lg. ganz. Dann traf man auf die westliche Aequatorialströmung, 
welche eben südlich der Linie eine stündliche Fahrt von 1 Seem. nach Westen 
hatte, südlich von 2° Süd-Br. jedoch aufhörte, Mit dem sich zwischen SzE und 
SSW haltenden Winde lag das Schiff bei dem Winde nach der Küste Afrikas 
über, schnitt 5° Süd-Br. in 6.2° Ost-Lg. am 18. Januar, 10° Ost-Lg. in 6.4° 
Süd-Br. am 21. Januar und erreichte am 23. Januar den Banana-Creek nach 
einer Reise von 76 Tagen. Capt. Nelson macht in seinem Journale die Be- 
merkung, dass am 16. Januar die Hamburger Bark „Confluentia“ dort auf der 
äusseren Route durch den SE-Passat nach einer Reise von 115 Tagen von 
Rotterdam angekommen sei, Dieses Schiff war aber im SE-Passat bis nach 
25° Süd-Br. hinunter gewesen. 
Am 31. März trat das Schiff wieder seine Rückreise nach Rotterdam an, 
segelte erst nach dom Congo-Fluss, um dort Trinkwasser für die Reise einzu- 
nehmen und ging von dort am 1, April mit WSW-Wind in See, Mit der Zu- 
nahme des Abstandes von der Küste lief der Wind südlicher und wehte, wenn 
auch nicht schr frisch, so doch beständig. In 3.4° Süd-Br. passirte man am 
5. April den Meridian von Greenwich und hielt sich der Capitän dann in dieser 
Breite, um zunächst nur Länge zu gewinnen. Der Wind ging allmählich durch 
Süd in den SE-Passat über, welcher in etwa 3.s° West-Lg. erreicht zu sein schien. 
In 142° West-Lg. am 17. April wurde die Linie wieder geschnitten, wol 
reichlich östlich für diese Jahreszeit. Am 19. April in 2.5° Nord-Br. hörte der 
SE-Passat auf zu wehen, dann folgte Mallung für kurze Zeit; während derselben 
herrschte öfter leichter Zug aus NW, und der Strom lief meistens nach Osten, 
zuweilen 24 Seem, im Etmal. Erst am 7. Mai in 7.7° Nord-Br. und 19.3° West-Lg. 
traf man den NE-Passat wieder an; das Schiff hatte also 18 Tage gebraucht, 
um mit NNW-Kurs den Stillengürtel zu kreuzen, und war seine mittlere Ge- 
schwindigkeit während dieser Zeit nur 0.9 Seem. die Stunde. Im Passat wurde 
L0* Nord-Br. in 24.1° West-Lg. am 12. Mai, 20° Nord-Br. in 32.2° West-Lg. 
am 19. Mai geschnitten, In 25.8° Nord-Br. und 338° West-Lg. wurde der 
Passat an 2 Tagen durch Windstille und leichten westlichen Zug unterbrochen, 
später kam der NE-Passat wieder durch und hielt bis 30.6° Nord-Br. und 
35.5° West-Lg. (1. Juni) an. Dann folgten veränderliche, vorherrschend aus 
nördlicher Richtung wehende Winde, mit denen durch den Kanal zwischen den 
Inseln Flores und Fayal gesteuert und 40° Nord-Br. in 26.5° West-Lg. am 
12. Juni geschnitten wurde, Oestlich von 15° West-Lg. musste noch längere 
Zeit gegen Ostwind angekreuzt werden, bis das Schiff endlich am 1. Juli den 
Kanal nach 90tägiger Reise erreichte. 
2. Reise des Papenburger Schiffes „Thecla‘“, Capt. H. Gauthier, 
Die Papenburger Schoonerbrigg „Zhecla“, Capt. H. Gauthier, segelte 
im Juni 1876 von Hamburg nach Brass River in der Bucht von Gwinea. Das 
meteoro]ogische Journal beginnt am 25. Juni, als die Brigg sich in 49.7° Nord-Br. 
und 5.3° West-Lg. befand. Günstige Ost- und Nordwinde führten das Schiff 
rasch nach Süden; es konnte 40° Nord-Br. am 1, Juli in 14.7° West-Lg. und 
30° Nord-Br. in 19° West-Lg. am 9. Juli geschnitten werden. Die nördliche 
Grenze des NE-Passats war in 34° Nord-Br. und 17.7° West-Lg. überschritten 
worden, Innerhalb der Cap Verde’schen Inseln nach Süden steuernd, wurde 
20° Nord-Br. in 21.5° West-Lg. am 14. Juli geschnitten, und begleitete der 
Passat das Schiff bis nach 12° Nord-Br. und 21.3° West-Lg. Vier Tage hin-
	        
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