Oestlich von den Cap Verde’schon Inseln segelnd, orreichte man 20° Nord-Br.
in 21.2° West-Lg. am 13. December und 10° Nord-Br. in 18,5° West-Lg. am
16. December. Nach dem Ueberschreiten der Passatgrenze gerieth das nach
Osten strebende Schiff, ebenso, wie die etwa einen Monat früher sich hier
befindenden Schiffe „Aline“ und „Eintracht“, in den Windstillengürtel. Erst
in 5.0° Nord-Br. und 15.6° West-Lg. am 24. December stellten sich die ersten
Spuren des südlichen Windes ein, mit dem dann rascher Länge abgesegelt
werden konnte. Am 6. Januar 18377 passirte das Schiff in 5.7° West-Le. den
Aequator und den Meridian von Greenwich in 2.2° Süd-Br. am 12, Januar. Der
Guinea-Strom, der im Ganzen genommen nur unregelmässig, während keines
Etmals mehr als 17 Seem., nach Osten lief, endete in etwa 1° Nord-Br. und
5° West-Lg. ganz. Dann traf man auf die westliche Aequatorialströmung,
welche eben südlich der Linie eine stündliche Fahrt von 1 Seem. nach Westen
hatte, südlich von 2° Süd-Br. jedoch aufhörte, Mit dem sich zwischen SzE und
SSW haltenden Winde lag das Schiff bei dem Winde nach der Küste Afrikas
über, schnitt 5° Süd-Br. in 6.2° Ost-Lg. am 18. Januar, 10° Ost-Lg. in 6.4°
Süd-Br. am 21. Januar und erreichte am 23. Januar den Banana-Creek nach
einer Reise von 76 Tagen. Capt. Nelson macht in seinem Journale die Be-
merkung, dass am 16. Januar die Hamburger Bark „Confluentia“ dort auf der
äusseren Route durch den SE-Passat nach einer Reise von 115 Tagen von
Rotterdam angekommen sei, Dieses Schiff war aber im SE-Passat bis nach
25° Süd-Br. hinunter gewesen.
Am 31. März trat das Schiff wieder seine Rückreise nach Rotterdam an,
segelte erst nach dom Congo-Fluss, um dort Trinkwasser für die Reise einzu-
nehmen und ging von dort am 1, April mit WSW-Wind in See, Mit der Zu-
nahme des Abstandes von der Küste lief der Wind südlicher und wehte, wenn
auch nicht schr frisch, so doch beständig. In 3.4° Süd-Br. passirte man am
5. April den Meridian von Greenwich und hielt sich der Capitän dann in dieser
Breite, um zunächst nur Länge zu gewinnen. Der Wind ging allmählich durch
Süd in den SE-Passat über, welcher in etwa 3.s° West-Lg. erreicht zu sein schien.
In 142° West-Lg. am 17. April wurde die Linie wieder geschnitten, wol
reichlich östlich für diese Jahreszeit. Am 19. April in 2.5° Nord-Br. hörte der
SE-Passat auf zu wehen, dann folgte Mallung für kurze Zeit; während derselben
herrschte öfter leichter Zug aus NW, und der Strom lief meistens nach Osten,
zuweilen 24 Seem, im Etmal. Erst am 7. Mai in 7.7° Nord-Br. und 19.3° West-Lg.
traf man den NE-Passat wieder an; das Schiff hatte also 18 Tage gebraucht,
um mit NNW-Kurs den Stillengürtel zu kreuzen, und war seine mittlere Ge-
schwindigkeit während dieser Zeit nur 0.9 Seem. die Stunde. Im Passat wurde
L0* Nord-Br. in 24.1° West-Lg. am 12. Mai, 20° Nord-Br. in 32.2° West-Lg.
am 19. Mai geschnitten, In 25.8° Nord-Br. und 338° West-Lg. wurde der
Passat an 2 Tagen durch Windstille und leichten westlichen Zug unterbrochen,
später kam der NE-Passat wieder durch und hielt bis 30.6° Nord-Br. und
35.5° West-Lg. (1. Juni) an. Dann folgten veränderliche, vorherrschend aus
nördlicher Richtung wehende Winde, mit denen durch den Kanal zwischen den
Inseln Flores und Fayal gesteuert und 40° Nord-Br. in 26.5° West-Lg. am
12. Juni geschnitten wurde, Oestlich von 15° West-Lg. musste noch längere
Zeit gegen Ostwind angekreuzt werden, bis das Schiff endlich am 1. Juli den
Kanal nach 90tägiger Reise erreichte.
2. Reise des Papenburger Schiffes „Thecla‘“, Capt. H. Gauthier,
Die Papenburger Schoonerbrigg „Zhecla“, Capt. H. Gauthier, segelte
im Juni 1876 von Hamburg nach Brass River in der Bucht von Gwinea. Das
meteoro]ogische Journal beginnt am 25. Juni, als die Brigg sich in 49.7° Nord-Br.
und 5.3° West-Lg. befand. Günstige Ost- und Nordwinde führten das Schiff
rasch nach Süden; es konnte 40° Nord-Br. am 1, Juli in 14.7° West-Lg. und
30° Nord-Br. in 19° West-Lg. am 9. Juli geschnitten werden. Die nördliche
Grenze des NE-Passats war in 34° Nord-Br. und 17.7° West-Lg. überschritten
worden, Innerhalb der Cap Verde’schen Inseln nach Süden steuernd, wurde
20° Nord-Br. in 21.5° West-Lg. am 14. Juli geschnitten, und begleitete der
Passat das Schiff bis nach 12° Nord-Br. und 21.3° West-Lg. Vier Tage hin-