Magnetische Beobachtungen, angestellt an Bord der Königlich
Schwedischen Fregatte „L’Eugenie‘““ auf ihrer Reise um die Erde
in den Jahren 1851 bis 1853.
(Mittheilung von der Deutschen Seewarte.)
Von HE. Eylert, Assistent der Deutschen Seewarte.
Das 14. Heft der Veröffentlichungen der Beobachtungen, welche an Bord
der Königlich Schwedischen Fregatte „L’Eugenze“ auf ihrer Reise um die Erde
in den Jahren 1851 bis 1853 angestellt wurden (Abtheilung Physik MI.), ent-
hält die Resultate der von den Herren stud. K,. I. Johansson und Lieutenant
zur See C. I. v. Skogman sowohl während der Reise auf See, als auch an
verschiedenen Hafenorten, welche die Fregatte berührte, ausgeführten magneti-
schen Beobachtungen. Die Beobachtungen der Declination der Magnetnadel
wurden von Herrn v. Skogman ausgeführt und berechnet. Die Reduction der
übrigen, von Herrn Johansson ausgeführten Beobachtungen wurde nach dessen
frühzeitigem Tode seitens der schwedischen Akademie der Wissenschaften Herrn
A. J. Angström übertragen. — Das zur Beobachtung verwandte Instrument
war ganz ähnlich dem bekannten Lamont’schen Reise-Theodoliten, jedoch war
dasselbe mit einem besonderen Apparat zur genauen Beobachtung von Schwin-
gungsdauern versehen. Dasselbe wurde unter Leitung Sabine’s von Jones in
London verfertigt. Der Theilkreis war mittelst zweier Nonien bis auf 20“ ab-
lesbar. Die Grössen der drei zur Verwendung gelangten Magnetnadeln waren :
Länge Durchmesser
äusserer innerer
Ablenkungsmagnet . . . 72,a00m. 7.63 4.30
Declinationsnadel Ba . . 9.2510 7.62 457
Deeclinationsnadel Rs . . 98.000 7.65 4.25
Was die an Bord des Schiffes angestellten Beobachtungen anbelangt, so
ist sehr zu bedauern, dass die Angaben über den Kinfluss des Schiffskörpers
und seiner Eisenmassen auf den Beobachtungsort sehr mangelhaft sind. Es be-
schränken sich diese Angaben leider auf die Deviationen des Regelkompasses,
wie sie aus dem Schwaien des Schiffes vor dem Antritt der Reise im Hafen
von Karlskronu hergeleitet wurden. Herr Angström macht nun die uns etwas
gewagt erscheinende Annahme, dass dieselben Deviationen und demnach auch
dieselben magnetischen Verhältnisse maassgebend seien für den Ort, an welchem
die magnetischen Beobachtungen angestellt wurden, da dieser „nur 12 bis
14 Fuss“ weiter nach hinten gelegen hat, Es geht nun allerdings aus den ge-
fundenen Coefficienten, B = + 2° 13%, C— — 0° 47, D= +0° 8‘, E= +0° 14‘,
A = —0°7%, hervor, dass die Aufstellung des Regelkompasses eine sehr gün-
stige gewesen ist, die Deviationen desselben sehr vorwiegend, wenn nicht aus-
schliesslich, vom sogenannten subpermanenten Magnetismus des Schiffes her-
rühren, und störend einwirkende KEisenmassen dort nicht vorhanden gewesen
sind. Ob aber das für den circa 4 Met. weiter nach hinten belegenen
Beobachtungsort auch zutrifft, darüber hätten vielleicht noch die früheren Ofß-
ciere der „Eugenie“ werthvolle Auskunft geben können.
Zu bedauern ist ferner, dass im Beobachtungs-Journal Nichts gesagt ist
über die jedesmalige Stellung der Ringe, welche den Declinationsnadeln unter
den verschiedenen Isoklinen die horizontale Lage wahren sollen. Der Verfasser
glaubt, nur diesem Mangel es zuschreiben zu müssen, dass die Beobachtungen
an einem Orte, welche an verschiedenen Tagen angestellt wurden, so schlecht
übereinstimmen, dass ihre Abweichungen nicht durch Beobachtungsfehler, durch
die tägliche Schwankung der Nadel oder durch magnetische Störungen erklärt
werden dürfen. Im Beobachiungs-Journal ist ausserdem angegeben, dass bei den
Schwingungsbeobachtungen stets jede sechste Schwingung beobachtet und danach
die Dauer von 100 Schwingungen berechnet seien, Herr Angström hat jedoch
gefunden, dass dem nicht so sein kann und macht die Annahme, welche einen
sehr grossen Grad von Wahrscheinlichkeit für sich hat, dass an den vier ersten
Stationen jede vierte Schwingung beobachtet sei und ausserdem an einigen an-
deren Stationen jede achte Schwingung.
Die Beobachtungen über die horizontale Componente der erdmagnetischen
Kraft, welche an den unten aufgeführten Stationen angestellt wurden, weichen
in ihren einzelnen Resultaten, wie sie durch die Beobachtung der verschiedenen
Nadeln erhalten wurden. sehr erheblieh von einander und den Mittelwerthen ab.