Die Küste, 72 (2007), 65-103
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5.4 Signal aus Westen
Auch im Westen wurde ein analytischer Wellenzug (3 positive Einzelwellen, Periode
1800 s, Wellenhöhe 5 m) als Eingangssignal gewählt. Es ist im Westen des Englischen Kanals
und bei Nordschotland identisch und startet dort zur gleichen Zeit (i = 0). Entsprechend den
Modellsimulationen für den Nordostatlantik (Abschnitt 4) würde ein aus Westen kommen
des Signal abgelenkt werden und zusätzlich aus Norden die Nordsee erreichen. Der Klarheit
halber wurde das Eingangssignal auf den westlichen Rand beschränkt.
Das Eingangssignal führt sowohl im Norden als auch im Kanal zunächst lokal zu sehr
hohen Wasserständen (Abb. 23 links). In Plymouth werden z.B. etwa 8 m erreicht. Im Nor
den breiten sich die Einzelwellen dann ringförmig aus (Abb. 23 rechts) und überlagern sich
später mit Beugungswellen von der norwegischen Küste (Abb. 24 links). Insgesamt ist das
Signal in der Nordsee schwächer als ein gleichartiges, das aus Norden kommt (Abschnitt 5.3).
Das liegt zunächst daran, dass insgesamt weniger Energie zur Verfügung steht (Einlaufen der
Signale über einen kürzeren Randabschnitt). Dann verlängert sich die Wellenfront durch die
ringförmige Ausbreitung, während in den Simulationen der Abschnitte 5.3 und 5.5 die Wel
lenfront zunächst eine relativ konstante Länge behält.
Im Kanal schreitet das Signal nur langsam fort. Die feine Auflösung erlaubt es jedoch,
seine Ausbreitung entlang der kontinentalen Küste bis in die Nordsee hinein zu simulieren
(Abb. 24).
Abb. 23: Wasserstandsverteilung (Eingangssignal: 3 positive Einzelsignale, Wellenhöhe 5 m,
aus Westen, „Nordsee 2 km“)
Links: nach 1,5 Stunden bei realistischer Tiefenverteilung (T 1800 s)
Rechts: nach 3 Stunden bei realistischer Tiefenverteilung (T 1800 s)