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Full text: 70, 1942

Professor Weickmann 60 Jahre. 
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sind. Seine Schüler, Doktoranden und Assistenten finden wir als Teilnehmer 
an den verschiedensten Expeditionen im Raume von Spitzbergen bis zur Ant- 
arktis sowie an ozeanographischen Ostseeunternehmungen, 
Im Kriege 1914/18 hat sich Weickmann als Kriegsfreiwilliger das E.K.I 
and II erworben sowie mehrere ausländische Auszeichnungen, wie das Bulgarische 
Ritterkreuz mit Krone und Schwert, den Türkischen Halbmond, den Türkischen 
Osmani68 II. KL u. a. m.; im gegenwärtigen 2. Weltkrieg trägt er das K. V.K, I und 
die Spange zum E.K.IL Schriftwaltung. 
Kleinere Mitteilungen. 
1. Klimatographische Witterungsschilderung. Nr. 164: Chile. — Aus der 
Sammlung des überseeischen meteorologischen Dienstes der Deutschen Seewarte. — 
Wetterbeobachtungen auf einer Reise in die Fray Jorge-Berge 
(Provinz Coquimbo) im nördlichen Mittelchile. Beobachtungszeit: 
7. bis 13. Mai 1941. 
Mit einem Nachtrag (Photo) zur klimatographischen Witterungsschilderung Nr. 158 in Ann, d. 
Hydr. 1941, S. 162. (Hierzu Tafel 19 mit Abb, 1 und 2.) 
Die im folgenden mitgeteilten Wetterbeobachtungen wurden auf einer 
Studienreise gemeinschaftlich von Hans Behn-La Cruz, Friedrich Huber- 
Santiago und dem Verfasser ausgeführt, um einen Einblick in die meteoro- 
logischen und klimatischen Voraussetzungen zu gewinnen, die den Bestand der 
Waldreste von Fray Jorge ermöglichen, Im einzelnen wird über die Reise, 
die einer kurzen Ökologischen Untersuchung dieser am weitesten nach Norden 
vorgeschobenen kleinen Waldinseln an der chilenischen Küste galt, an anderer 
Stelle berichtet werden. Im folgenden werden Wetteraufzeichnungen wieder- 
gegeben, die sowohl vom Zeltlager als auch vom Abstreifen des Höhenzugs und 
seiner westlichen zum Meere offenen Hänge stammen. Das Zeltlager, an dem 
der Hauptteil der Beobachtungen gemacht wurde, befand sich vom 7. bis 13. Mai 
1941 auf etwa 30° 35’S und 71° 40’ W am Fuße des E-Hangs der Fray Jorge- 
Berge in einer Seehöhe von 220 m und in unmittelbarer Nachbarschaft der 
ainzigen Quelle (Churquiaco) an diesem Hange. 
Im E erhebt sich jenseits einer flachen und breiten talartigen Senke in 
etwa 4 km Entfernung ein unregelmäßig welliges Hügelgelände, dessen beherr- 
schende Erhebung der Cerro Mozambique mit etwa 700 m Höhe ist. An einigen 
Stellen überragen eben einzelne Schneegipfel der Anden diese Hügelketten. Im 
W sind auf dem 550 m bis 600 m hohen Kamme des Bergzugs von Fray Jorge 
die äußersten E-Ränder einiger Waldflecke zu erkennen, Im übrigen wird die 
Landschaft ringsum von lichten Xerophyten-Formationen, vor allem von nied- 
rigen dornigen Sträuchern, Bromeliaceen (Chahuales) und Kakteen eingenommen. 
Durch eine hier gemeine und goldgelb blühende Cassia (Quebracho) wird die 
blasse und karge und manchmal fast düster anmutende Tönung der Landschaft 
etwas belebt. Am Fray Jorge-Hange liegen größere steinige Flächen ganz kahl; 
z. T. sind hier noch Spuren früherer Brände, die die Strauchbestände vernich- 
teten, zu erkennen, 
Für die Reise wurde vom Meteorologischen Dienst des Oberkommandos der 
Bhilenischen Marine ein Aspirationspsychrometer nach Assmann leihweise be- 
reitgestellt. Mit ihm wurden alle Messungen am Zeltlager durchgeführt. Sie 
sind im folgenden durch Fettdruck gekennzeichnet. Die am Feuchtthermometer 
abgelesenen Temperaturen sind in Klammern () beigefügt. Bei den Gelände- 
begehungen wurden einfache Schleuderthermometer mit !/4,°-Teilung angewandt, 
Um mit ihnen auch Feuchtebestimmungen zu machen, wurden nach der t,-Messung 
die Quecksilbergefäße mit nassen Läppchen umwickelt und so die Messungen 
wiederholt. Die Termine werden nach amtlicher chilenischer Zeit, die Wolken- 
höhen vom Meeresspiegel aus angegeben. 
Die Witterung dieser Jahreszeit war im „Kleinen Norden“ (Norte Chico) 
Chiles ungewöhnlich. Unerwartet früh, schon einige Tage vor unserer Ankunft,
	        
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