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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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West-Huk, die durch steiles Abfallen ganz scharf begrenzt ist, und der 
Hümpelberg. Letzterer, der höchste Punkt der Insel, ist in Folge eines kleinen 
von den Chinesen aufgeschütteten Hümpels gar nicht zu verkennen und von 
allen angeführten Punkten am weitesten sichtbar, namentlich im Süd und Süd- 
osten der Insel. Im Westen der West-Huk ist der Uebergang aus flachem in 
tiefes Wasser durch die vorliegenden und auslaufenden Steine sehr plötzlich 
und unbestimmt. Achnlich, aber nicht ganz in diemselben Maasse, ist dies im 
Osten der Ost-Huk der Fall. Zwischen letzterer und dem kleinen in NNE 
yelegenen Dorf, querab der Jesuiten-Kapelle, markirt sich eine Stelle durch 
ziemlich weit herauslaufende Steine, deren Endpunkt durch Felsen begrenzt ist, 
die sich nur kurze Zeit bei Hochwasser unter der Oberfläche befinden, aber 
auch dann durch Brandung zu erkennen sind. 
Die Einsegelung in die Bucht bietet mit Hülfe der Karte durchaus keine 
Schwierigkeiten. Es ist jedoch rathsam, sich nicht zu nahe an die beiden Huk’s 
zu begeben, weil hier 4 Meter-Stellen weiter hinaus liegen. Der sicherste 
Kurs ist NWzN, recht in die Mitte zwischen dem kleinen Schweinsfelsen und 
der Westseite der Bucht, bis man ersteren querab hat; alsdann steuere man 
entweder nördlich oder direct auf den sich deutlich markirenden chinesischen 
Tempel, bis man auf genügend flaches Wasser kommt (dies würde der Fall 
sein, wenn man den Hümpelberg in EzN peilt). 
Der Ankergrund ist sicher und haltbar; im Nordtheil der Bucht besteht 
er aus Sand, weiter südlich aus Sand und Schlick, und geht nach dem Ausgange 
der Bucht zu in Schlicek über. 
3. Bemerkungen über die Insel Guie-Chow (Tcheou-toune). 
Von Corv-Capt. Valois. 
Diese südlich von Quantow- Head gelegene Insel hat je nach der Aus- 
sprache verschiedene Namen: Wei-Chow, Why-Chow, Gwuie-Chow. Die Chinesen 
nennen diese Insel Techeou-Toune, 
Es leben auf der Insel 4500 Chinesen und zwei französische Missionäre, 
die Herren Delaway (bereits seit 9 Jahren auf der Insel) und Ferraud (erst 
seit 6 Monaten daselbst). Diese Herren gehören zur Mission de Paris, jedoch 
zu keinem Orden; Von diesen 4500 Einwohnern sind 2000 Christen. In dem 
Hauptplatze der Insel, woselbst auch die Missionäre wohnen, Ten -Tchou-Täng 
(Kirche Gottes), und welcher ca. 800 Einwohner zählt, befinden sich eine sehr 
niedrige, ärmliche Kapelle und mehrere Schulen mit 400 Kindern, 
Im Südost von der Insel liegt ein Hafen, von den Chinesen Nam- 
Wan (Südhafen) genannt, Dieser Hafen ist (wie oben erwähnt) gegen 
alle Winde von SE über Nord und West bis SSW geschützt und bietet ge- 
nügende Tiefe, sowie vorzüglichen Ankergrund für eine bedeutende Anzahl 
grosser Schiffe. Zur Zeit der Anwesenheit des „Nautilus“ in jenem Hafen vom 
28. März bis 4. April 1877 lagen hier ca. 100 Dschunken. 
Südliche Winde treten selten ein und sind niemals stark, selbst Teifune 
können in diesem Hafen von Schiffen ohne Gefahr überstanden werden; das 
Wasser steigt alsdann ca. 2 Met., doch Wind und See besitzen keine solche Kraft 
mehr, um Schiffen mit gutem Ankergeschirr gefährlich zu werden, wenn der 
Toifun zwischen SE und Süd in den Hafen hineinweht. Dieser beginnt in der 
Regel im Norden und endigt in südlicher Richtung. Vom Monat Juni an sind Teifune 
zu erwarten, doch ist September der Monat, in welchem sie am häufigsten vor- 
kommen; es ist durchschnittlich jedes Jahr auf einen Teifun zu rechnen (nach 
Angabe des Herrn Delaway). Dass dieselben im Hafen nur sehr mässig auf- 
treten, schien schon daraus hervorzugehen, dass am Strande, dicht an dem 
schroff aufsteigenden 60 bis 80 Met, hohen Sandsteinfelsen, zahlreiche Häuser 
standen, deren Bewohner bei schnellem Steigen des Wassers sonst aufs höchste 
gefährdet würden, da nur ein enger schmaler Pfad nach oben hinaufführt. 
In diesen Hafon kommen während der Zeit des Fischfanges, von October bis 
Januar, Februar, ca. 2000 grosse Fischerfahrzeuge aus allen Theilen des Busens von
	        
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