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West-Huk, die durch steiles Abfallen ganz scharf begrenzt ist, und der
Hümpelberg. Letzterer, der höchste Punkt der Insel, ist in Folge eines kleinen
von den Chinesen aufgeschütteten Hümpels gar nicht zu verkennen und von
allen angeführten Punkten am weitesten sichtbar, namentlich im Süd und Süd-
osten der Insel. Im Westen der West-Huk ist der Uebergang aus flachem in
tiefes Wasser durch die vorliegenden und auslaufenden Steine sehr plötzlich
und unbestimmt. Achnlich, aber nicht ganz in diemselben Maasse, ist dies im
Osten der Ost-Huk der Fall. Zwischen letzterer und dem kleinen in NNE
yelegenen Dorf, querab der Jesuiten-Kapelle, markirt sich eine Stelle durch
ziemlich weit herauslaufende Steine, deren Endpunkt durch Felsen begrenzt ist,
die sich nur kurze Zeit bei Hochwasser unter der Oberfläche befinden, aber
auch dann durch Brandung zu erkennen sind.
Die Einsegelung in die Bucht bietet mit Hülfe der Karte durchaus keine
Schwierigkeiten. Es ist jedoch rathsam, sich nicht zu nahe an die beiden Huk’s
zu begeben, weil hier 4 Meter-Stellen weiter hinaus liegen. Der sicherste
Kurs ist NWzN, recht in die Mitte zwischen dem kleinen Schweinsfelsen und
der Westseite der Bucht, bis man ersteren querab hat; alsdann steuere man
entweder nördlich oder direct auf den sich deutlich markirenden chinesischen
Tempel, bis man auf genügend flaches Wasser kommt (dies würde der Fall
sein, wenn man den Hümpelberg in EzN peilt).
Der Ankergrund ist sicher und haltbar; im Nordtheil der Bucht besteht
er aus Sand, weiter südlich aus Sand und Schlick, und geht nach dem Ausgange
der Bucht zu in Schlicek über.
3. Bemerkungen über die Insel Guie-Chow (Tcheou-toune).
Von Corv-Capt. Valois.
Diese südlich von Quantow- Head gelegene Insel hat je nach der Aus-
sprache verschiedene Namen: Wei-Chow, Why-Chow, Gwuie-Chow. Die Chinesen
nennen diese Insel Techeou-Toune,
Es leben auf der Insel 4500 Chinesen und zwei französische Missionäre,
die Herren Delaway (bereits seit 9 Jahren auf der Insel) und Ferraud (erst
seit 6 Monaten daselbst). Diese Herren gehören zur Mission de Paris, jedoch
zu keinem Orden; Von diesen 4500 Einwohnern sind 2000 Christen. In dem
Hauptplatze der Insel, woselbst auch die Missionäre wohnen, Ten -Tchou-Täng
(Kirche Gottes), und welcher ca. 800 Einwohner zählt, befinden sich eine sehr
niedrige, ärmliche Kapelle und mehrere Schulen mit 400 Kindern,
Im Südost von der Insel liegt ein Hafen, von den Chinesen Nam-
Wan (Südhafen) genannt, Dieser Hafen ist (wie oben erwähnt) gegen
alle Winde von SE über Nord und West bis SSW geschützt und bietet ge-
nügende Tiefe, sowie vorzüglichen Ankergrund für eine bedeutende Anzahl
grosser Schiffe. Zur Zeit der Anwesenheit des „Nautilus“ in jenem Hafen vom
28. März bis 4. April 1877 lagen hier ca. 100 Dschunken.
Südliche Winde treten selten ein und sind niemals stark, selbst Teifune
können in diesem Hafen von Schiffen ohne Gefahr überstanden werden; das
Wasser steigt alsdann ca. 2 Met., doch Wind und See besitzen keine solche Kraft
mehr, um Schiffen mit gutem Ankergeschirr gefährlich zu werden, wenn der
Toifun zwischen SE und Süd in den Hafen hineinweht. Dieser beginnt in der
Regel im Norden und endigt in südlicher Richtung. Vom Monat Juni an sind Teifune
zu erwarten, doch ist September der Monat, in welchem sie am häufigsten vor-
kommen; es ist durchschnittlich jedes Jahr auf einen Teifun zu rechnen (nach
Angabe des Herrn Delaway). Dass dieselben im Hafen nur sehr mässig auf-
treten, schien schon daraus hervorzugehen, dass am Strande, dicht an dem
schroff aufsteigenden 60 bis 80 Met, hohen Sandsteinfelsen, zahlreiche Häuser
standen, deren Bewohner bei schnellem Steigen des Wassers sonst aufs höchste
gefährdet würden, da nur ein enger schmaler Pfad nach oben hinaufführt.
In diesen Hafon kommen während der Zeit des Fischfanges, von October bis
Januar, Februar, ca. 2000 grosse Fischerfahrzeuge aus allen Theilen des Busens von