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3 Seem. in der Richtung NW—SE. Der südliche und westliche Theil der
Insel steigt ziemlich schroff und steil aus dem Wasser cmpor, erreicht in dem
Hümpelberg an der Südküste seine grösste Erhebung von 85 Met. und senkt sich
nach dem Nordost-Ende der Insel ganz allmählich und gleichmässig bis zum
Meeresspiegel. Der innere Theil der Insel ist plateauartig abgeflacht, ohne jede
schroffe Spitze oder Schluchtbildung und ist durchgängig mit einer röthlichen
Humusschicht bedeckt,
Das ganze Plateau und selbst die Abhänge nach dem Wasser zu sind
von den Chinesen sehr fleissig bebaut und cultivirt. Mit Bäumen oder Gebüsch
ist die Insel nur an sehr wenigen Stellen bedeckt, ausser in der Nähe von
Gehöften und kleinen Ortschaften. An letzteren ist die Insel schr reich, man
findet sie in allen Theilen derselben verstreut. Die Hauptstadt liegt im Innern
der Insel in einer kleinen Thalsenkung, deren Lage annähernd in der Skizze
bezeichnet ist.
Soviel wahrgenommen werden konnte, markiren sich zwei Höhenzüge
ziemlich deutlich. Der eine läuft in einem Halbbogen, dessen concave Seite
nach Süd geöffnet ist, und bildet die Bucht und den Hafen von Nam-wan
/s. unten). Seinen höchsten Punkt erreicht dieser Zug in dem Hümpelberge,
östlich von dem Hafen (zugleich der höchste Punkt der Insel, 85 Met. über dem
Meeresspiegel).
Von hier aus senkt sich der Höhenzug allmählich nach Südost und endigt
in der Ost-Huk. Nach der anderen Richtung, nach WNW und West,
nimmt seine Höhe ebenfalls allmählich ab, bis er anfängt sich nach Süd zu
wenden; hier steigt er wieder an und erreicht in dem Berge auf der West-Huk
seine grösste Höhe, 74 Met.
Der zweite Höhenzug schliesst sich im westlichen Theile der Insel an den
arsteren an und zieht sich sodann:dem ganzen Nordrande der Insel entlang.
Er fällt nach West, dem Strande zu, ziemlich steil, am NW-Ende ganz schroff
ab, nach Osten zu aber ganz allmählich.)
Das Gestein, aus welchem die Insel besteht, ist theils lockerer, theils
fester Sandstein, mit vulcanischen Gesteinen vermengt. Der Sandstein ist sehr
deutlich geschichtet, nahezu horizontal und besteht aus, mit einander abwech-
selnden, weichen, fast erdigen Schichten und festen Schichten, zwischen denen
sich schwarze, poröse, vulcanische Gebilde vorfinden, in Blöcken bis nahezu
ö Kubikmeter Volumen. Letztere scheinen sehr fest gegen atmosphärische Ein-
flüsse zu sein, denn dort, wo der Sandstein verwittert oder abgewaschen ist, finden
sie sich noch ganz gut erhalten und in grösseren Mengen vor. An den Stellen,
wo der Sandstein an den steilen Ufern direct mit dem Seewasser in Berührung
kommt, sind die losen Schichten stark ausgewaschen, so dass auf diese Weise
sich oft recht grosse und tiefe Höhlen gebildet haben, bis zu 20 Met. im
Quadrat.
Vor dem steilen Ufer, wo derartige Auswaschungen stattgefunden haben,
sind die festen Sandsteinplatten und vulcanischen Gebilde als Geröll aufgethürmt
und ziemlich unregelmässig durcheinander geworfen, so dass man sich mit
schweren Booten kaum der Küste nähern daıf, Die Süd- und Nordwest-Seiten
der Insel sind steil abfallend, der Strand ist hier sehr felsig und steinig. An der
Westseite und der übrigen Küste der Insel ist Sandstrand, hin und wieder mit
Steinen vermischt, die vom Strande aus in das Wasser hineinlaufen (vulcanische
Gebilde). Im Norden der Insel ist der Sandstrand in seiner Ausdehnung nach
dem Innern der Insel zu am breitesten. An diesen schliesst sich hier ein unbe-
bauter Theil, eine mit Gestrüpp bedeckte Heide an und dann ein schmaler
cultivirter Sandstreifen. Von letzterem an, beginnt sich die Insel zu heben und
ist reichlich bebaut. An der Ost- und Südostseite ist der Sandstrand nicht so
breit, und unmittelbar an diesen schliesst sich das cultivirte Land an, welches eben-
falls, wie von Norden her, nach dem Innern zu allmählich emporsteigt.
N
ij Die Richtung des ersten Höhenzuges und seiner Ausläufer ist vom Hümpelberge aus gepeilt;
ler‘ zweite Höhenzug, sowie dessen beiden höchsten Punkte sind dagegen nur nach Schätzung in der
Skizze niedergelegt.