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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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3 Seem. in der Richtung NW—SE. Der südliche und westliche Theil der 
Insel steigt ziemlich schroff und steil aus dem Wasser cmpor, erreicht in dem 
Hümpelberg an der Südküste seine grösste Erhebung von 85 Met. und senkt sich 
nach dem Nordost-Ende der Insel ganz allmählich und gleichmässig bis zum 
Meeresspiegel. Der innere Theil der Insel ist plateauartig abgeflacht, ohne jede 
schroffe Spitze oder Schluchtbildung und ist durchgängig mit einer röthlichen 
Humusschicht bedeckt, 
Das ganze Plateau und selbst die Abhänge nach dem Wasser zu sind 
von den Chinesen sehr fleissig bebaut und cultivirt. Mit Bäumen oder Gebüsch 
ist die Insel nur an sehr wenigen Stellen bedeckt, ausser in der Nähe von 
Gehöften und kleinen Ortschaften. An letzteren ist die Insel schr reich, man 
findet sie in allen Theilen derselben verstreut. Die Hauptstadt liegt im Innern 
der Insel in einer kleinen Thalsenkung, deren Lage annähernd in der Skizze 
bezeichnet ist. 
Soviel wahrgenommen werden konnte, markiren sich zwei Höhenzüge 
ziemlich deutlich. Der eine läuft in einem Halbbogen, dessen concave Seite 
nach Süd geöffnet ist, und bildet die Bucht und den Hafen von Nam-wan 
/s. unten). Seinen höchsten Punkt erreicht dieser Zug in dem Hümpelberge, 
östlich von dem Hafen (zugleich der höchste Punkt der Insel, 85 Met. über dem 
Meeresspiegel). 
Von hier aus senkt sich der Höhenzug allmählich nach Südost und endigt 
in der Ost-Huk. Nach der anderen Richtung, nach WNW und West, 
nimmt seine Höhe ebenfalls allmählich ab, bis er anfängt sich nach Süd zu 
wenden; hier steigt er wieder an und erreicht in dem Berge auf der West-Huk 
seine grösste Höhe, 74 Met. 
Der zweite Höhenzug schliesst sich im westlichen Theile der Insel an den 
arsteren an und zieht sich sodann:dem ganzen Nordrande der Insel entlang. 
Er fällt nach West, dem Strande zu, ziemlich steil, am NW-Ende ganz schroff 
ab, nach Osten zu aber ganz allmählich.) 
Das Gestein, aus welchem die Insel besteht, ist theils lockerer, theils 
fester Sandstein, mit vulcanischen Gesteinen vermengt. Der Sandstein ist sehr 
deutlich geschichtet, nahezu horizontal und besteht aus, mit einander abwech- 
selnden, weichen, fast erdigen Schichten und festen Schichten, zwischen denen 
sich schwarze, poröse, vulcanische Gebilde vorfinden, in Blöcken bis nahezu 
ö Kubikmeter Volumen. Letztere scheinen sehr fest gegen atmosphärische Ein- 
flüsse zu sein, denn dort, wo der Sandstein verwittert oder abgewaschen ist, finden 
sie sich noch ganz gut erhalten und in grösseren Mengen vor. An den Stellen, 
wo der Sandstein an den steilen Ufern direct mit dem Seewasser in Berührung 
kommt, sind die losen Schichten stark ausgewaschen, so dass auf diese Weise 
sich oft recht grosse und tiefe Höhlen gebildet haben, bis zu 20 Met. im 
Quadrat. 
Vor dem steilen Ufer, wo derartige Auswaschungen stattgefunden haben, 
sind die festen Sandsteinplatten und vulcanischen Gebilde als Geröll aufgethürmt 
und ziemlich unregelmässig durcheinander geworfen, so dass man sich mit 
schweren Booten kaum der Küste nähern daıf, Die Süd- und Nordwest-Seiten 
der Insel sind steil abfallend, der Strand ist hier sehr felsig und steinig. An der 
Westseite und der übrigen Küste der Insel ist Sandstrand, hin und wieder mit 
Steinen vermischt, die vom Strande aus in das Wasser hineinlaufen (vulcanische 
Gebilde). Im Norden der Insel ist der Sandstrand in seiner Ausdehnung nach 
dem Innern der Insel zu am breitesten. An diesen schliesst sich hier ein unbe- 
bauter Theil, eine mit Gestrüpp bedeckte Heide an und dann ein schmaler 
cultivirter Sandstreifen. Von letzterem an, beginnt sich die Insel zu heben und 
ist reichlich bebaut. An der Ost- und Südostseite ist der Sandstrand nicht so 
breit, und unmittelbar an diesen schliesst sich das cultivirte Land an, welches eben- 
falls, wie von Norden her, nach dem Innern zu allmählich emporsteigt. 
N 
ij Die Richtung des ersten Höhenzuges und seiner Ausläufer ist vom Hümpelberge aus gepeilt; 
ler‘ zweite Höhenzug, sowie dessen beiden höchsten Punkte sind dagegen nur nach Schätzung in der 
Skizze niedergelegt.
	        
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