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Der Ankergrund ist vorzüglich: Sand und Schlick.
Den Ankerplatz wähle man, dem Tiefgang des Schiffes entsprechend, nach
der Karte.
Die geographische Länge des Observations-Punktes, von welchem die
Vermessungen ausgingen, ist:
21° 28‘ 25“ Nord-Br.
109° 5‘ 25“ Ost-Le.
Dieser Punkt liegt 500 Met. östlich vom Dorfe Ty-kok (s. Plan). Der
etwas südlich von diesem Dorfe liegende Berg Ty-kok ist zu 40 Met. Höhe ge-
messen. Der höchste Gipfel der Quantow-Berge, ziemlich in der Mitte der
übrigen liegend, der sich aber schlecht markirt, ist 114 Met., und der nörd-
lichste sich gut markirende Berg, der „Nautilus-Berg‘“, 106 Met. hoch.
Auf einem der Bergo liegt in 38 Met. Höhe ein verfallenes, nur bei
genauem Hinsehen bemerkbares Fort, mit einigen Bäumen auf demselben.
Klima. Das Klima von Pak-hoi gleicht demjenigen von Canton und
Hongkong. Die Regenzeit umfasst die Monate Januar bis Juni; es regnet je-
doch nicht ununterbrochen und auch nicht stark. Während der übrigen Monate
des Jahres (Juli bis December) ist das Wetter mit seltenen Ausnahmen schön
und trocken. Die warme Periode umfasst die Monate April bis September bei
vorherrschendem SW-Wind; die kühle Periode von October bis März ist von
NE-Winden begleitet.
Teifune setzen mitunter während der Monate Juni bis October ein, doch
sollen sie für den Hafen von Pak-hoi nicht gefährlich werden, da ihr Centrum
stets südlich der Halbinsel Quantow vorbeigeht. Die Anlage der Stadt, in einer
Ebene dicht an der Küste, macht diese Angabe wahrscheinlich. Während
der Monate Januar bis April wird der Hafen von Pak-hoi von schnell auf-
kommenden, starken Nordstürmen heimgesucht, die mitunter drei Tage an-
halten sollen.
Während der Ebbe ist — wie oben erwähnt — der Hafen durch die
Bank A-Long ziemlich geschützt; bei Fluth gewährtfdieselbe aber fast keinen
Schutz, da alsdann 3 bis 4.9 Met. Wasser auf ihr stehen.
Verpflegung. Dauer-Proviant-Artikel, als Salzfleisch, Erbsen und Bohnen,
waren zur Zeit der Anwesenheit von S. M. Kbt. „Nautilus“ (vom 28. Februar
bis 25. März 1877) zu Pak-hoi noch nicht käuflich zu haben, da_noch keine
Schiffshändler in Pak-hoi existiren. Frisches Fleisch war dagegen billig zu er-
halten, aber in Folge der schlechten Weiden nicht kernig und fest genug, um
es zum Einsalzen gebrauchen‘ zu können. Für die am Orte käuflichen Artikel
wurden folgende Preise verlangt: Frisches Rindfleisch pro Pfund (engl.) 7 Cts.,
frisches Schweinefleisch das Pfund 9 Cts.; Hühner, das Stück 17 Cts.; Hier
200 Stück 1 Dollar; Reis 130 Pfund 3,25 Doll.; Mehl 50 Pfund 2,30 Doll.;
süsse Kartoffeln 130 Pfund 1,50 Doll.; brauner Zucker 130 Pfund 6,50 Doll.;
Salz 130 Pfund 2,00 Doll.; Thee das Pfund 45 Cts.; Essig die Gallone 50 Cts.;
frisches Brod das Pfund 8 Cts.
Frisches Flusswasser ist in Pak-hoi nicht zu erlangen, sondern nur
Brunnen-(Quell-)wasser. Der Brunnen, aus welchem das Wasser für Schiffe
entnommen wird, liegt ca. 377 Met. vom Strande entfernt. Eine Ladung von
800 Liter Wasser in einem Zampan kostet 30 Cis. Das Wasser ist aber unge-
sund und kann nur zum Waschen gebraucht werden.
Beschreibung der Insel Guie-chow oder Why-chow mit der Bucht von
Nam -wan.‘)
Von Capt,-Lienut, Claussen von Finck,
Die Insel Gwie-chow oder Why-chow liegt auf ca. 21° 3‘ Nord-Br. und
109° 7‘ Ost-Lg. von Greenwich. Sie erstreckt sich in ihrer grössten Aus-
dehnung von SW nach NE 4.5 Seem. und hat eine Breiten- Ausdehnung von
1) S. „The China Sea Directory“, Vol. II (1868) pag. 369, wo aber nur sehr dürftige An-
gaben über diese Insel enthalten sind.