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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

Er 
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Bei Niedrigwasser war es nur eben möglich, nördlich von denselben in 
5.5 Met. zu passiren. Das Loth macht im Verein mit der Karte jede genauere 
Anweisung überflüssig. Um die Ansteuerung zu erleichtern, würden zwei 
Marken, Bojen oder Pricken, genügen. 
Gezeiten. Ebbe und Fluth sind während einer Zeit von 40 Tagen an einem 
genau eingetheilten Pegel, Tag und Nacht, stündlich beobachtet worden. 
Das Resultat dieser Beobachtungen war ein von den bisherigen Angaben 
sehr abweichendes. 
Eine feste 24stündige Wechselperiode findet nicht statt. Nach den frei- 
lich kurzen, aber bis jetzt alleinstehenden und zuverlässigen Beobachtungen bin 
ich zu folgendem Schlusse gekommen: 
Ein Tag vor Vollmond und ebenso vor Neumond bis fünf Tage nach 
Voll- und Neumond findet eine zweimalige Periode in 24 Stunden statt. 
In der Zwischenzeit also, fünf Tage nach Vollmond bis einen Tag vor 
Neumond und fünf Tage nach Neumond bis einen Tag vor Vollmond findet die 
einmalige Periode statt. 
Es ist in 24 Stunden stets auf Erfüllung der Perioden zu rechnen, Ebbe 
und Fluth sind indessen in dieser Zeit nicht gleich, und besonders unregelmässig 
während des Wechsels der Perioden; so ist z. B. beobachtet worden, dass 
während der einmaligen Wechselperiode die Fluth 14 Stunden, die Ebbe nur 
10 Stunden lief. Zur Beurtheilung der Ursache dieser Verspätung kann vor- 
läufig kein Anhalt gegeben werden, dazu dürfte die Beobachtung während 
eines Jahres gehören. 
Ueber Stärke und Richtung der Gezeiten-Strömungen folgen nachstehende 
Angaben: 
“Der Strom läuft zu Pak-hoi während beider Perioden nach NE als Fluth 
ınd nach SW als Ebbe, durch Stillwasser getrennt und ist im Mittel ca. 0.6 Seem. 
stark. Die grösste Geschwindigkeit des Fluthstroms war 1.6 Seem., die des 
Ebbestroms 1.3 Secem. die Stunde. Weder an der herausspringenden Ecke beim Dorfe 
Ty-kok, noch bei den, dem Dorfe gegenüberliegenden Fischerstangen, erlitt der 
Strom eine locale Ablenkung; am Ende der grossen von West nach Ost sich 
ersireckenden Bank folgte er der Richtung derselben, die Fluth nach Ost, die 
Ebbe nach West setzend. 
Die grösste Hebung des Wassers betrug in Pak-hot 3.3 Met. über, die 
zrösste Senkung 0.5 Met. unter dem Nullpunkt; der grösste Unterschied des 
Wasserstandes (Fluthhöhe) also 4 Met., und war die grösste Hebung in der 
zweimaligen, die tiefste Senkung in der einmaligen Hoch- und Niedrigwasser- 
Periode. 
Auf den Ankerplätzen bei Cap Quantow und südlich von diesem war der 
grösste Unterschied des Wasserstandes 4.5 Met. Der Strom lief als Fluth nach NW, 
als Ebbe SE, meistens sehr gering; der stärkste Fluthstrom wurde 0.9 Seem., 
der stärkste Ebbestrom 0.s Seem. die Stunde, und auf dem zweiten Ankerplatz, 
Nord und Süd setzend, noch geringer, nicht 0.6 Seem. übersteigend, beobachtet. 
In der Bucht von Nam-wan auf Why-Chow wurde kein Strom bemerkt; der 
grösste Unterschied des Wasserstandes (Fluthhöhe) betrug hier im Mittel 3.5 Met, 
Auf der Rhede von Hot-how wurde die Fluthhöhe gleich 2.2 Met. gefunden; 
der Strom, welcher in der Richtung NE und SW bei Ebbe und Fluth zu setzen 
scheint, hatte eine mittlere Geschwindigkeit von 0.s Seem. die Stunde und 
arreichte, mit 1.4 Seem. die Stunde nach NE und 1 Seem. nach SW setzend, seine 
grösste beobachtete Geschwindigkeit. 
Hafen von Pak-hoi. Die auf der Nordseite des Hafens liegende Bank 
A-Long, welche nach älteren Angaben bei Niedrigwasser trocken fällt, ist in 
der Nähe von Pak-hoi stets unter Wasser geblieben. Diese Bank bildet den 
einzigen Schutz des Hafens gegen Nordwinde, welche dort schnell und häufig 
einsetzen. 
Steigendes Barometer und Aufklaren der gegenüberliegenden, für ge- 
wöhnlich diesigen Küste, sind Anzeichen, dass Nordwind zu erwarten ist. 
Bei Niedrigwasser hält die Bank die See gewöhnlich ab, bei Hochwasser 
ist der Schutz indessen ganz illusorisch, und muss das Schiff sich dann auf sein 
zutes Ankergeschirr verlassen können.
	        
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