Auf dieser Insel kann man einen gegen Winde von NNE bis ENE mässig
geschützten zeitweiligen Ankerplatz finden, wenn man wegen Nebels oder anderer
Hindernisse die Hainan-Strasse nicht passiren will; die See läuft jedoch um
die ganze Insel herum, welche überdies zu klein ist, um gegen die See genügen-
den Schutz zu gewähren.
Der Boden besteht in Tiefen über 40 Met. aus Schlick und grauem Thon,
in Tiefen zwischen 35—40 Met. aus grauem Thon mit Muscheln, und in Tiefen
unter 35 Met. aus festem, hartem Grund.
Sämmtliche Taya-Inseln scheinen unbewohnt zu sein; auch wurden nirgends
Bäume oder Spuren einer kräftigen Vegetation bemerkt.
Segelanweisung für die Hainan- Strasse und die Route nach Pak-hoi,
Man lasse die Nord-Taya-Insel ca, 3 bis 5 Seem. an Backbord liegen
und steuere, wenn Nord-Taya in ca. SE peilt, westlichen Kurs. Bei sehr klarem
Wetter wird man bald den Berg Mofu (Mo-fow) und den südlicher von ihm
gelegenen Berg Ton-kon in Sicht bekommen.
Man hat auf den Strom zu achten und wird denselben, nachdem man den
Berg Mofu erblickt hat, leicht erkennen. Mofw und Nord-Taya liegen auf
fast derselben Breite. Die Position des Mofw ist hiernach auf den Karten
yahrscheinlich falsch angegeben. (Vgl. britische Admiralitäts-Karten No. 2661a.
und 2062, Tit. X No. 40 und Tit. XI No. 1, und Uebersichtskärtchen in der
Kartenbeilage.)
Bei geringem, oder gar keinem Strom, der hier als Ebbe- und Fluth-Strom
aach NW und SE, bei Annäherung an die Küste mit zunehmender Stärke, setzt,
muss Mofu ca, '/4 bis '/a Strich an Backbord in Sicht kommen, also in W*48S,
bezw. W’48.
Dann steuere man etwas nördlicher, der Küste in ca. 3—5 Seem. Ab-
stand folgend (die Küste liegt aber falsch auf den Karten). „Nautilus“ steuerte
bei zweimaligem Passiren der Taya-Inseln WNW und musste schliesslich nur
in unmittelbarer Nähe vom Cap Mak-lan-tau (Hainan-Spitze) noch etwas nörd-
licher steuern. Bei dickem Wetter kann es sich ereignen, dass Mofw später
in Sicht kommt, als die vorliegende helle Sandküste, da der Berg jedenfalls
weiter im Innern liegt, als wie dies auf den Karten angegeben ist.
Beim Einlaufen von SE her wird das Fahrwasser an Backbord durch die
Küste von Hainan, an Steuerbord durch die 5 Brüder-Bänke (Sai-tscha) begrenzt.
Die Ränder der Bank markiren sich deutlich durch hohe Brandung; nach Aus-
3age des Lootsen fallen die Ränder derselben schroff ab. (Vgl. diese „Annalen“
ete., 1877, pag. 234.)
Unter Land sind erst bei der Annäherung an die Hainan-Spitze oder Mak-
lan-tau, jedoch ziemlich dicht an der Küste, Felsen oder Bänke, die sich in-
dessen ebenfalls durch Brandung markiren, oder theilweise über Wasser sicht-
bar sind. ;
Während dieser Kanal südlich (im Anfange) ziemlich breit ist, verengt
er sich allmählich nach dem Cap Mak-lan-tau zu.
Von der Hainan-Spitze läuft ein Riff in der Richtung NzE nach SzW in
die Mak-lan-tau-Strasse hinein; bei mittlerem Wasserstande sind sieben Felsen-
spitzen sichtbar. Sind sie alle sieben zu sehen, so kann man die äusserste derselben
auf einige Schiffslängen passiren; sind aber nur einige von ihnen sichtbar, so
ist es rathsam, sich mehr nach den Sandbänken hin zu halten. Sobald man die
Felsenspitzen in einer Linie querab hat, kann West gesteuert werden.
Die niedrigste, in dieser Strasse gelothete Wassertiefe betrug 842 Met.,
es war zur Zeit augenscheinlich Niedrigwasser. Gleich ausserhalb der Strasse
nahmen die Tiefen schnell zu (Vgl. diese „Annalen“ ete., 1877, pag. 234).
In Betreff des Passirens der Hainan-Strasse ist Folgendes anzurathen:
In der östlichen Hälfte halte man sich von der Hainan-Küste, an welcher
mehrere, zum Theil sichtbare, Bänke!) liegen, frei, recht in der Mitte der
I) Diese Bänke sind in dem Uebersichtskärtchen nicht eingezeichnet, weil ihre Lage nicht
bekannt ist, und weil der „Nautilus“, nach seiner Kurs-Karte, über einzelne der Bänke, wie sie in
der brit. Adm.-Karte No. 2062 (Tit. XI, No. 1) sich eingezeichnet befinden, gesegelt ist, -
A. d. R.