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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

ARÜ 
die zu steuernde Richtung beim Einsegeln und die nöthigen Richtungen für den 
Fluss an. 
Die gebräuchlichen Lootsensignale sind folgende: 
Eine weiss- und blau horizontal gestreifte Flagge: Das Lootsen- 
boot kommt heraus, 
Eine rothe Flagge: Dem Schiff wird anempfohlen nicht einzusegeln. 
Eine weiss- und roth horizontal gestreifte Flagge: Das Schiff 
kann jetzt einsegeln. Wenn es aber noch auf die Fluth warten muss, so wird 
ein rother Wimpel über die Flagge aufgeheisst, bis die richtige Zeit ge- 
kommen ist. 
Eine gelbe Flagge: Das Lootsenboot kann nicht auslaufen, aber ein 
Lootse ist bereit, innerhalb der Barre an Bord zu kommen, 
Wasser, Wenn man grosse Quantitäten Trinkwasser einnehmen will, 
muss man dieses mit Booten und Fässern stromaufwärts bei Niedrigwasser selbst 
holen. Bei kleinen Quantitäten kann man das Wasser aus einer gleich ober- 
halb Best Cove befindlichen Quelle entnehmen. Nur ist es nothwendig, vorher 
das Ufer derselben zu reinigen und auszustechen, um dadurch eine grössere 
Wassermasse anzusammeln. Am Fusse des Berges Vernon befindet sich ein 
stets laufender kleiner Bach. . 
Keparaturen. Es bieten sich hier nur geringe Schwierigkeiten für 
Schiffbau und Reparatur dar, da die nächste Umgebung ausgezeichnetes Bauholz 
besitzt. Dieses eignet sich ganz besonders für Hafen-, Docks- und Shliggs- 
Bauten; der Boden ist weich, zähe und leicht zu bearbeiten, Die Hafenufer 
haben seit den letzten 40 Jahren sich nicht verändert, In früheren Jahren war 
zu Knysna eine Schiffsbauwerft, und viele Schiffe wurden daselbst gebaut. Das 
„Stinkwood“ genannte Holz ist besonders zähe und biegsam und wurde zum 
Beplanken der Schiffe benutzt, wogegen das Holz des Milchbaumes gewöhnlich 
zu den Knieen verwendet wird.!) 
Der gegenwärtige Landungsplatz nahe bei dem Orte ist zerstört, aber 
man beabsichtigt einen neuen zu erbauen, dessen äusseres Ende in 3 bis 3.5 Met. 
Tiefe bei Springzeit Niedrigwasser reichen soll, so dass die Schiffe zu jeder 
Zeit daselbst laden oder löschen können. 
Belvedere. Der Fluss Knysna ist für kleine Fahrzeuge bis 1 Seem. 
oberhalb Belvedere schiffbar, aber das Fahrwasser ist schmal und ‚vielfach 
gekrümmt. Belvedere liegt 5 Seem, flussaufwärts, war ehemals eine grosse 
Besitzung und ist jetzt eine Ortschaft. Schiffe von 75 bis 100 Tons Tragfähig- 
keit haben daselbst gelandet und ihre Ladung eingenommen. Wenn die Schiffe 
daselbst auf dem Grund liegen müssen, ist wenig Gefahr dabei, da der Grund 
daselbst weich und das Wasser ruhig ist. 
Westerford ist die Besitzung von H. Darnell, Esg., und liegt 4 Seem. 
oberhalb Belvedere, an der Kante eines Waldes, in welchem sich einige Klephanten 
befinden. Der Fluss ist bis hier bei Hochwasser für Boote schiffbar, und kann 
man daselbst frisches Wasser im Ueberfluss haben. 
Die Küste. Von der Mündung des Knysna erstreckt sich die Küsto 
31/4 Seem. weit bis zur Mündung des Flusses Nütze SEzK'/E. Ihr Charakter 
ist eine unregelmässige, gebrochene Linie von rothen Abhängen, welche eine 
Höhe von 61 bis 91 Met. erreichen. Dazwischen kommen einzelne Stellen von 
Kiesstrand zwischen hervorspringenden Spitzen vor und die ganze Küste ist von 
Klippen und Felsen eingefasst. Zwischen hier und dem Cap Seal häufen sich 
im Vordergrunde Felsenmassen auf, welche zum Theil kahl, zum Theil mit 
Vegetation bedeckt sind, und die stellenweise zu gleicher Höhe als die Küsten- 
abhänge aufsteigen. Diese geben diesem Theil der Küste einen eigenthümlichen 
Anstrich. Die Einfassung der entfernter liegenden Felsen, welche über dem 
Wasser hervorragen, befindet sich von der Küste wenigstens !/2 Seem. entfernt. 
Das Hinterland zwischen den Flüssen Knysna und Nütze steigt steil bis 
zu einer Höhe von 305 Met. an und trägt den gewöhnlichen saftig grünen 
Charakter. Baumgruppen kommen häufiger vor und werden auch grösser, und 
1) Eine Probe von der Unzerstörbarkeit des Holzes von Kıysnaz hat man an den Pfählen 
des noch vorhandenen Restes der alten Admiralitäts - Mole daselbst. Die Pfähle sind sowohl über 
als unter Wasser noch ebenso gesund, als wenn sie vor kurzem eingerammt worden wären und 
dabei stehen dieselben schon länger als 40 Jahre, 
Ann, d, Hyar., 1877, Heft IX (Sentember).
	        
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