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die zu steuernde Richtung beim Einsegeln und die nöthigen Richtungen für den
Fluss an.
Die gebräuchlichen Lootsensignale sind folgende:
Eine weiss- und blau horizontal gestreifte Flagge: Das Lootsen-
boot kommt heraus,
Eine rothe Flagge: Dem Schiff wird anempfohlen nicht einzusegeln.
Eine weiss- und roth horizontal gestreifte Flagge: Das Schiff
kann jetzt einsegeln. Wenn es aber noch auf die Fluth warten muss, so wird
ein rother Wimpel über die Flagge aufgeheisst, bis die richtige Zeit ge-
kommen ist.
Eine gelbe Flagge: Das Lootsenboot kann nicht auslaufen, aber ein
Lootse ist bereit, innerhalb der Barre an Bord zu kommen,
Wasser, Wenn man grosse Quantitäten Trinkwasser einnehmen will,
muss man dieses mit Booten und Fässern stromaufwärts bei Niedrigwasser selbst
holen. Bei kleinen Quantitäten kann man das Wasser aus einer gleich ober-
halb Best Cove befindlichen Quelle entnehmen. Nur ist es nothwendig, vorher
das Ufer derselben zu reinigen und auszustechen, um dadurch eine grössere
Wassermasse anzusammeln. Am Fusse des Berges Vernon befindet sich ein
stets laufender kleiner Bach. .
Keparaturen. Es bieten sich hier nur geringe Schwierigkeiten für
Schiffbau und Reparatur dar, da die nächste Umgebung ausgezeichnetes Bauholz
besitzt. Dieses eignet sich ganz besonders für Hafen-, Docks- und Shliggs-
Bauten; der Boden ist weich, zähe und leicht zu bearbeiten, Die Hafenufer
haben seit den letzten 40 Jahren sich nicht verändert, In früheren Jahren war
zu Knysna eine Schiffsbauwerft, und viele Schiffe wurden daselbst gebaut. Das
„Stinkwood“ genannte Holz ist besonders zähe und biegsam und wurde zum
Beplanken der Schiffe benutzt, wogegen das Holz des Milchbaumes gewöhnlich
zu den Knieen verwendet wird.!)
Der gegenwärtige Landungsplatz nahe bei dem Orte ist zerstört, aber
man beabsichtigt einen neuen zu erbauen, dessen äusseres Ende in 3 bis 3.5 Met.
Tiefe bei Springzeit Niedrigwasser reichen soll, so dass die Schiffe zu jeder
Zeit daselbst laden oder löschen können.
Belvedere. Der Fluss Knysna ist für kleine Fahrzeuge bis 1 Seem.
oberhalb Belvedere schiffbar, aber das Fahrwasser ist schmal und ‚vielfach
gekrümmt. Belvedere liegt 5 Seem, flussaufwärts, war ehemals eine grosse
Besitzung und ist jetzt eine Ortschaft. Schiffe von 75 bis 100 Tons Tragfähig-
keit haben daselbst gelandet und ihre Ladung eingenommen. Wenn die Schiffe
daselbst auf dem Grund liegen müssen, ist wenig Gefahr dabei, da der Grund
daselbst weich und das Wasser ruhig ist.
Westerford ist die Besitzung von H. Darnell, Esg., und liegt 4 Seem.
oberhalb Belvedere, an der Kante eines Waldes, in welchem sich einige Klephanten
befinden. Der Fluss ist bis hier bei Hochwasser für Boote schiffbar, und kann
man daselbst frisches Wasser im Ueberfluss haben.
Die Küste. Von der Mündung des Knysna erstreckt sich die Küsto
31/4 Seem. weit bis zur Mündung des Flusses Nütze SEzK'/E. Ihr Charakter
ist eine unregelmässige, gebrochene Linie von rothen Abhängen, welche eine
Höhe von 61 bis 91 Met. erreichen. Dazwischen kommen einzelne Stellen von
Kiesstrand zwischen hervorspringenden Spitzen vor und die ganze Küste ist von
Klippen und Felsen eingefasst. Zwischen hier und dem Cap Seal häufen sich
im Vordergrunde Felsenmassen auf, welche zum Theil kahl, zum Theil mit
Vegetation bedeckt sind, und die stellenweise zu gleicher Höhe als die Küsten-
abhänge aufsteigen. Diese geben diesem Theil der Küste einen eigenthümlichen
Anstrich. Die Einfassung der entfernter liegenden Felsen, welche über dem
Wasser hervorragen, befindet sich von der Küste wenigstens !/2 Seem. entfernt.
Das Hinterland zwischen den Flüssen Knysna und Nütze steigt steil bis
zu einer Höhe von 305 Met. an und trägt den gewöhnlichen saftig grünen
Charakter. Baumgruppen kommen häufiger vor und werden auch grösser, und
1) Eine Probe von der Unzerstörbarkeit des Holzes von Kıysnaz hat man an den Pfählen
des noch vorhandenen Restes der alten Admiralitäts - Mole daselbst. Die Pfähle sind sowohl über
als unter Wasser noch ebenso gesund, als wenn sie vor kurzem eingerammt worden wären und
dabei stehen dieselben schon länger als 40 Jahre,
Ann, d, Hyar., 1877, Heft IX (Sentember).