An frischem Proviant war weiter nichts zu bekommen, als Fische, lebende
Schweine und Kokosnüsse. Unkosten und Abgaben hatte das Schiff nicht.
Beim Kreuzen zwischen der Insel Pulo Cambzr und dem Festlande wurde
mehrere Male über eine Korallenbank, mit 7 bis 12 Met. Wasser, gesegelt.
Von der Mitte dieser Bank peilte man die Nordspitze von Pulo Cambir in NEzN,
die Südspitze derselben Insel in EzN und die Berge Papns in E'4S.
Beschreibung der Südküste von Afrika zwischen der Mossel-Bai
und dem Groote River.
Nach Berichten des Navigating-Lieutenant F. W. Skead, R. N., aus den
Jahren 1865 bis 1875 sind in der „Hydrographie Notice“ No. 25, London 1876,
nachstehende Bemerkungen über die Südküste von Afrika!) zwischen der Mossel-
Bai und dem Groote- Fluss veröffentlicht worden. Die dabei vorkommenden
Peilungen sind missweisend; die Variation für das Jahr 1876 beträgt
30° West.
Mossel-Bai. Von dem 4'% Seem. nördlich des Cap St. Blaize befind-
lichen Fluss Hartenbosch bis zu der 5 Seem. entfernten Mündung des Great Brak-
Flusses ist der Strand sandig und mit einzelnen Büschen bedeckt. Im Hinter-
grund desselben ist eine Kette sandiger Hügel von 30 bis 46 Met. Höhe. Zwei
Soemeilen nordöstlich von dem Fluss Hartenbosch ist die Mündung des Little
Brak-Flusses, welche durch den daselbst befindlichen Triebsand sehr gefährlich
ist. Wenige Meter innerhalb der Mündung ist eine sichere Furth und 0.9 Seem,
weiter befindet sich eine Fähre für Wagen. Daselbst führt die Hauptpostroute
zwischen der Mossel-Bai, George Town und dem Innern über den Fluss.
Great Brak-Fluss. Die Mündung dieses Flusses liegt NEzE 8.s Secem,
von dem Cap St. Blaize, zwischen sandigen Bergen von 24 bis 46 Met. Höhe,
die grösstentheils mit kümmerlichem Buschwerk bedeckt sind. Der Strand ist
sandig und mit niedrig liegenden Steinen, welche theils vom Wasser bedeckt,
theils unbedeckt sind, eingefasst. Oestlich dieses Sandstrandes hören die Steine
auf und der Strand wird 3 Seem. weit von Sandhügeln begrenzt; hierauf beginnen
wicder die Steine am Strande. Dann verschwinden die Sandhügel, die Küste
wird abschüssig und steil bis zu der Mündung des Flusses Mal Gat, welche
sich 5'/2 Seem. von der Mündung des Great Brak-Flusses befindet.
Mal Gat- Fluss. Dieser Fluss ist unbedeutend und ergiesst sich
zwischen hohen Abhängen in die See. Das Wasser desselben ist gut, aber
bemerkenswerth wegen seiner dunkelrothen Farbe, Die Mündung ist zeitweise
durch Sand geschlossen.
Etwas westlich der Mündung und 1 Seecm. von der Küste entfernt, befindet
sich eine 18 Met. - Stelle, welche von allen Seiten mit 33 bis 37 Met. Wasser
umgeben ist. 1%4 Seem. östlich der Mündung und innerhalb !/s Secm. von der
Küste liegt ein Haufen Klippen. Das Land fällt hier von 219 Met. Höhe
allmählich nach der See zu ab und bildet eine steinige unnahbarc Küste.
Unmittelbar östlich von den Klippen ist ein schmaler Sandstrand.
Dutton Cove liegt 3'2 Seem. östlich von dem Mal Gat-Fluss und
151/4 Seem. Ost von dem Cap St. Blaize und ist eine leichte Einbuchtung der
Küstenlinie. In dieser liegt ein kleines felsiges Inselchen, woselbst, jedoch mit
bedeutenden Kosten, ein sehr kleiner sicherer Hafen für kleine Fahrzeuge
anzulegen wäre. Gegenwärtig findet man aber daselbst keinen Schutz.
Gayang- Fluss. Dieser, 5 bis 6 Seem. weit, zwischen hohem Lande
strömende Fluss mündet, gleichfalls in einer kleinen Einbuchtung in die Küsten-
linie; das Wasser desselben ist gut und von derselben dunkeln Farbe als das-
jenige des Mal Gat-Flusses. Seine Mündung ist häufig geschlossen.
Der Great Brak, Mal Gat und Gayang - Fluss entspringen alle drei auf
dem mehr als 10 Seem. von der Küste befindlichen, 1220 bis 1520 Met. hohen
1) S. „African Pilot, South and East Coasts“, 2, ed. with an appendix, pag, 47—54, 56-61,
286. 287.