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beträgt 300 Met. Ausserhalb der Barre kann man ganz gut bei südlichen
Winden ankern, da hier verhältnissmässig wenig See steht. Einen guten Ankerplatz
findet man auf 8 Met. Wasser, Schlamm, wenn Pointe de Sud NNE, Cap San-ho
EzN peilen. Von diesem Ankerplatz aus kann man die Häuser der hier
wohnenden Europäer sehen; dieselben sind mit rothen Schindeln gedeckt und
stehen auf der schmalen Landzunge. Auf Pointe de Sud und auf einem andern
etwas höheren, östlich davon liegenden Hügel steht je ein Pfahl, welcher als
Flaggenmast benutzt wird.
Beim Einsegeln muss man die Insel Date in S'hAE und das Cap San-ho
in E'Z2N in Peilung bringen, man hat dann Pointe de Sud in NzE'/sE und in
NE auf der niedrigen Landzunge zwei Palmbäume, welche gerade westlich
frei von den dahinter, an der andern Seite der Bucht, liegenden Hügeln sind;
auf diese Bäume steuere man in derselben Richtung zu, dann passirt man den
schmalsten und tiefsten Theil der Barre. Sobald man jedoch wieder in tieferes
Wasser kommt, steuere man östlicher und halte sich mehr an der Ostseite des
Fahrwassers, bis man die Sandspitze passirt hat. Beim Passiren der Barre
muss man Pointe de Sud nicht nördlicher als NNE'AE in Peilung bringen, um
die felsige Untiefe, welche südwestlich dicht bei Pointe de Sud liegt, zu ver-
meiden. Zwischen Pointe de Sud und der Landzunge ist die schmalste Stelle
der Einfahrt, dieselbe ist nur 250 Met. breit. Die französische Specialkarte
von 1875 veranschaulicht die Einfahrt am besten. Wenn man mit der Seebrise
einsegelt, so muss das Schiff genügende Fahrt haben, da bei Pointe de Sud der
Wind zwischen den Hügeln häufig durchkommt und die Segel dann back legt;
sobald man jedoch weiter kommt und die Sandspitze passirt hat, wird der
Wind raum genug sein, um die Mitte des Fahrwassers zu halten. Bei flauer
Brise muss man sich vor einer Stromversetzung in Acht nehmen, da der Strom
in die Bucht hineinsetzt. Wenn man in der Bucht ankert, so bringe man
Pointe de Sud nicht östlicher als SSE, um ein Wrack zu vermeiden, welches
1000 Met. vom Ufer in 5 Met. Tiefe liegt und nur bei Niedrigwasser sichtbar
ist. Man peilt von dem Wrack Pointe de Sud in SSE'AE und die Sandspitze
von Vung-Cham in ENE. Es ist Hochwasser bei Neu- und Vollmond im
SW-Monsun um 9 Uhr und im NE-Monsun um 3 Uhr. Die Fluthhöhe beträgt
1.6 Met., beziehungsweise 0.9 Met. Bei Neu- und Vollmond finden gewöhnlich
zweimal Ebbe und Fluth täglich statt; bei Nippzeit jedoch oft nur einmal in
24 Stunden. Während des SW-Monsuns hat die Ein- und Aussegelung keine
Schwierigkeiten, da fast immer Morgens Landbrise eintritt, um aussegeln zu
können; wenn man auch nur mit der Landbrise bis Pointe de Sud kommt, so
kann man von da aus bequem mit der Seebrise, die gewöhnlich etwas östlicher
einsetzt, die Barre passiren. Beim NE-Monsun frischt der Wind, nach Nord
gehend, gewöhnlich auf und es erfordert dann häufig mehrere Tage, um ein-
warpen zu können.
Der Hafen von Quinhon wird schon lange besucht; die Franzosen sind
jedoch erst seit 1876 hier. Es waren im Monat Mai 1876 ausser 100 französischen
Soldaten, einigen Beamten und Missionairen keine andern Europäer in Quinhon an-
wesend. Die Ein- und Ausfuhr ist noch unbedeutend. Die Ausfuhr besteht in See-
zalz, Oel, Bohnen, Zucker und Vogelnestern. Die Hafenunkosten sind dieselben,
wie in Haiphong: mit Ladung ein- und ausgehend %/10 tael pro Rogister-Ton; in
Ballast ein- und mit Ladung ausgehend oder umgekehrt !*/100 tael pro Register-
Ton. Schiffe, die in Ballast ein- und ausgehen, sind frei von Kosten. Die Schifls-
papiere muss man bei dem französischen Consul deponiren. Frisches Fleisch,
Gemüse und Fische sind billig zu haben, sonstiger Proviant ist jedoch nicht
zu bekommen,
2, Hafen von Coumong.')
Der Hafen von Coumong liegt 15 Seem. südlich von Quinhon und besteht
aus einer gegen alle Winde geschützten Bucht, in deren Mitte die kleine Insel
Coumong, in 13° 30‘ Nord-Br. und 109° 13‘ Ost-Lg., liegt. Die jetzige Kinfahrt
ist nach NNE zu offen; der Landbildung nach scheint die frühere Verbindung
mit der See nach SSE stattgefunden zu haben, wo, noch jetzt, nur flache Sand-
dünen die Grenze nach See zu bilden.
Na. a. O. pag. 352.