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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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3o dass, als wieder Westwind durchkam, nur noch eine kurze Strecke bis zum 
Kanal zurückzulegen war. Letzterer wurde dann am 1. Juli nach 120tägiger 
Reise erreicht. 
12. Reise des Bremer Schiffes „Wilhelmine“, Capt, C. G. Keller. 
Das eiserne Bremer Vollschiff „ Wilhelmine“, geführt von Capt. Keller, 
befand sich am 22. October 1876, auf einer Reise nach Rangoon begriffen, in 
16.6° Nord-Br. und 10° West-Lg., als mit der Führung des meteorologischen 
Journals begonnen wurde, Die in der nächstfolgenden Zeit angetroffenen Winde 
waren, obgleich auch Gegenwinde angetroffen wurden, meistens günstig, und 
konnte daher 40° Nord-Br. in 19.4° West-Lg. am 27. October und 30° Nord-Br. 
in 20.s° West-Lg. am 1. November geschnitten werden. Anstatt des erwarteten 
Passates stellton sich südlich von 30° Nord-Br. westliche und südliche Winde 
ein, erst in 25.7° Nord-Br. und 245° West-Lg. am 6. November kam NE-Wind 
durch, der aber schon in 19° Nord-Br. und 26° West-Lg. am 9. November 
wieder durch südwestliche Winde verdrängt wurde. Mit letzteren erreichte 
man am 10. November die Insel Antonio und wurde hier durch Windstillen 
mehrere Tage im Angesicht der Insel aufgehalten. Dann folgte Mallung, worauf 
in 15.4° Nord-Br. und 26.2° West-Lg. Ostwind durchkam. Es zeigte sich in 
der Folge, dass zu dieser Zeit der Stillengürtel in der That bei den Cap 
Verde’schen Inseln gelegen hatte, denn der sich in 15° Nord-Br. einstellende 
Ostwind ging ohne die geringste Unterbrechung in circa 7.5° Nord-Br. und 
26° West-Lg. am 16. November in den SE-Passat über, so dass am 20. No- 
vember der Aequator in 28.2° West-Lg. geschnitten werden konnte. Nahe der 
Linie wurde der Aequatorialstrom mit einer Geschwindigkeit von 20 Seem. im 
Etmale nach ‚West beobachtet, sonst fand sich sowohl nördlich als südlich der 
Linie nur wenig Strom vor. 
Gleich nach dem Passiren der Linie wurde der SE-Passat so raum, dass 
rw. Süd gesteuert werden konnte, man schnitt daher 10° Süd-Br. in 29° 
West-Lg. am 22. November, 20° Süd-Br. in 29.7° West-Lg. am 26. November und 
30° Süd-Br. in 24.5° West-Lg. am 1. December. In 23° Süd-Br. erroichte am 
28. November der Passat sein Ende, dort ging der Wind nördlich und bald 
darauf westlich, so dass die Reise gut gefördert und der Meridian von Green- 
wich am 8. December in 39.7° Süd-Br. erreicht werden konnte. Zwischen 40 und 
41° Süd-Br. wurde die Länge im Indischen Ocean abgelaufen, wobei vorherr- 
schend westliche, oft auch nördliche Winde angetroffen wurden, die in der Regel 
aur mit mässiger Stärke wehten und fast nie zum Sturme ausarteten. Am 27. 
December passirte das Schiff den Meridian der Inseln St. Paul und Amsterdam, 
nördlich derselben in etwa 36° Süd -Br. entlang segelnd. Am 1. Januar 1877 
erreichte man die südliche Grenze des SE-Passates in 30° Süd-Br. und 85° Ost-Lg., 
darauf wurde, mit dom Passat nach Norden steuernd, 20° Süd-Br. in 88° Ost-Lg. 
am 4. Januar, und 10° Süd-Br. in 90,8° Ost-Lg. am 10. Januar geschnitten. 
In 10.s° Süd-Br. endete der eigentliche Passat, es wehte dann an den folgenden 
Tagen zwar noch meistens leichter östlicher Zug, jedoch waren auch Wind- 
stillen schon häufig. In 7.8s° Süd-Br. und 90.6° Ost-Lg. fand man am 12. Januar 
die ersten Spuren des westlichen Monsuns, anfangs noch leicht und von Wind- 
stille unterbrochen, dann aber in 6° Süd- Br. und 92° Ost- Lg. auffrischend. 
Am 19. Januar wurde mit Hülfe des Monsuns der Aequator in 93.7° Ost- Lg. 
überschritten. Im NW -Monsun südlich der Linie fand man östliche Strömung 
von etwa 12 Seem. Stärke den Tag, nördlich der Linie war der Strom westlich. 
Capt. Keller steuerte nun auf die Strasse zwischen den Nikobaren und 
Sumatra zu, hatte dieselbe auch nahezu erreicht, als in 5° Nord-Br. und 94.7° 
Ost-Lg. am 27, Januar der NE-Monsun frisch durchkam, und gleichzeitig eine so 
bedeutende westliche Strömung mit sich brachte, dass das Vorhaben aufgegeben 
und die Route westlich der Inselgruppe eingeschlagen werden musste. Man er- 
reichte auf diesem Wege 10° Nord-Br. in 91.5 Ost-Lg. am 30. Januar und ge- 
langte mit dem frischen Monsun noch bis 13.s° Nord-Br. und 90° Ost-Lg. am 
2. Februar. Hier wurde der Wind sehr schwach, blieb aber vorherrschend 
östlich, zugleich hörte auch der westliche Strom auf, der an manchen Tagen 
das Schiff 40 Seem. versetzt hatte. Mit den leichten veränderlichen Winden
	        
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