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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

In der Zone des SE-Passates war die beobachtete Stromversetzung nur 
ganz unbedentend, erst nördlich von 9° Süd-Br. fand man westliche Strömung, 
Mit dem westlichen Winde stellte sich auch sofort cine östliche Strömung ein, 
und zwar wurde sie nach 4 Tagen, an denen keine genaue Ortsbestimmung ge- 
macht werden konnte, auf 142 Seem. in ESE'AE Richtung festgestellt. Dieser 
Oststrom hielt, wenn auch in geringerem Maasse, bis nach 1° Süd-Br., an, dort 
kenterte er, und die Versetzung wurde wieder westlich gefunden, an jedem Tago 
vegelmässig 24-—25 Seem. betragend, nur in nächster Nähe des Aequators er- 
reichte der Strom eine Geschwindigkeit von 1?/2—2 Seem. die Stunde. Im 
NE-Monsun, der ziemlich raum wehte, lag das Schiff über einen Bug nach 
Norden und wendete zum ersten Male in 18.4° Nord-Br. und 87° Ost-Lg. am 
31. Januar, als dort wieder nordöstlicher Wind durchkam, nachdem der Monsun 
schon in 17.4° Nord-Br. und 85.,3° Ost-Lg. am 29, Januar sein Ende erreicht 
hatte. Mit veränderlichem Winde, die zwar nur leicht waren, konnte dann der 
Bengalische Meerbusen verhältnissmässig rasch gekreuzt werden. Am 8. Februar 
wurde im Nord Preparis Kanal das Feuer von Alguaudo-Riff erblickt, und an 
dieser Stelle mit der Führung des Journals auf der Ausreise aufgehört. 
Am 1. März 1877 verliess das Schiff „Deutschland“ scinen Ankerplatz im 
Rangoon-Fluss, um mit Reis beladen die Rückreise nach Hamburg anzutreten. 
Am 3. März war das Schiff frei von den Ankergründen vor dem Flusse und 
yelangte in freies Wasser im Golf von Martabar. Mit flauem, nordwestlichem 
Winde wurde die Route nach dem Sombrero-Kanal eingeschlagen und derselbe 
am 10. und 11. März passirt. In 13° Nord-Br. und 95.4° Ost-Lg. fand man am 
7. März die nördliche Grenze des NE-Monsuns, der jedoch im Sombrero-Kanal 
nur schwach wehte, Erst westlich der Inselgruppen frischte er wieder auf und 
führte das Schiff dann nach 3° Nord-Br. in 91.4©° Ost-Lg., wo er am 14. März 
endete. Darauf folgte für mehrere Tage unbeständiger südlicher Wind, der 
schliesslich durch SW nach NW umlief, und schon auf nördlicher Breite als 
Monsun durchkam. Am 18. März passirte das Schiff mit diesem Winde die 
Linie in 897° Ost-Lg., ohne hier eine bemerkbare Strömung zu finden. Erst 
nachdem 2° Süd-Br. geschnitten war, stellte sich Oststrom ein, der jedoch bei 
weitem nicht so stark wurde, als auf der Hinreise, In der Folge ging der 
Wind allmählich ohne Windstillen durch Süd nach SE um und frischte dann als 
Passat auf, sobald das Schiff südlicher gelangte. Es wurde 20° Süd-Br. am 
30. März in 75° Ost-Lg. und 50° Ost-Lg. am 8. April in 28° Süd-Br. geschnitten. 
Die Region des SE-Passates wurde in 26.5° Süd-Br. und 55.8° Ost-Lg. am 6. April 
verlassen und dann mit umlaufenden frischen Winden, unter denen jedoch die 
östlichen noch immer die vorherrschenden waren, die Reise nach dem Cap der 
guten Hoffnung weiter fortgesetzt. 
Am 16. April stand das Schiff in 32.9° Süd-Br. und 29.8° Ost-Lg. nahe 
der SE-Spitze Afrika's und wurde hier durch den Agulhas-Strom in 24 Stunden 
44 Secem. nach SW!/AW, und während der nächsten zwei Tage 136 Seem. nach 
SWzW versetzt. Am 22. und 24. April hatte auch dieses Schiff die schon öfter 
arwähnten schweren Weststürme durchzumachen, überstand dieselben aber, ohne 
irgend Schaden zu erleiden, und konnte am 27. April die Breite des Cap der 
guten Hoffnung passiren. Am 30. April langte man in 31° Süd-Br. und 13.2° 
Dst-Lg. am südlichen Rande des SE-Passates an und steuerte nun mit diesem 
nach NW, wobei am 11. Mai die Insel St. Helena und am 16. Mai die Insel 
Ascension in Sicht kam. Am 20. Mai segelte das Schiff in 22.9° West-Lg, über 
den Aequator. Der SE-Passat hielt noch bis 3.6° Nord-Br. an, dann folgten 
ziemlich frische, umlaufende, vorherrschend westliche Winde, die erst in 8.6° 
Nord-Br. und 25° West-Lg. am 25. Mai durch den NE-Passat verdrängt wurden. 
Mit diesem gelangte das Schiff am 31. Mai nach 20° Nord-Br. in 35.7° West-Lg. 
and nach 30° Nord-Br. in 46.3° West-Lg. am 6. Juni. Hier endete der Passat, 
jedoch erhob sich nach kurzer Windstille noch einmal wieder ein Ostwind, der 
nicht eher weichen wollte, als bis 37.5° Nord-Br. in 47.8s° West-Lg. am 12. Juni 
überschritten war. Dann endlich traten Westwinde ein, die einen geraden Kurs 
nach dem Kanal gestatteten. 40° Nord-Br. wurde nun am 15. Juni in 40.4° 
West-Lg. geschnitten und 24° West-Lg. am 21. Juni in 46° Nord-Br. erreicht. 
Hier stellte sich nochmals Ostwind ein, der bis zum 25. Juni anhielt und die 
Reise verzögerte; man hatte sich mit ihm aber bis 17° West-Lgx. aufgearbeitet,
	        
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