Linie erstreckte und schwer zu durchsegeln war. HErst in der Nähe der Linie,
welche am 16. März in 91° Ost-Lg. passirt wurde, stellten sich leichte West-
winde ein, die später von nordwestlicher Richtung auffrischten, und einen öst-
lichen Strom erzeugten. In 6.7° Süd-Br. und 91° Ost-Lg. ging dann der Wind
durch West und Süd nach SE um, und kam als SE-Passat später frisch durch.
Mit diesem wurde dann 20° Süd-Br. am 29. März in 748° Ost-Lg. und 50° Ost-Lg.
am 8. April in 27.6° Süd-Br. erreicht. Mit umlaufenden Winden gelangte man
dann bis in die Nähe der Afrikanischen Küste, woselbst bei Cap Recıfe eine
plötzliche Temperaturveränderung des Meerwassers beobachtet wurde. Die
Temperatur sank von 20.s° auf 16.4°, um nach Verlauf von 8 Stunden wieder
auf erstere Höhe zu steigen. Dort in 35.8s° Süd -Br. und 21.s° Ost-Lg. wurde
auch ein Strom beobachtet, der im Etmale 30 Seem. nach Süden setzte. Am
22, April überfiel das Schiff ein orkanartiger Sturm, der auch am 23, und 24, April
mit ungeminderter Kraft anhielt. Es war dies derselbe Sturm, den auch die
anderen hier aufgeführten Bremer Schiffe, etwa 200 Seem. östlicher stehend,
durchzumachen hatten, in welchem diese aber bei weitem nicht so viel zu leiden
hatten als der „Armin“. Bei jenen Schiffen war am 23. April der Wind nur
mässig, die „Britania‘“ notirt an diesem Tage sogar nordöstlichen Wind, der
„Armin“ hatte aber auch am 23. April fortwährend gegen schweren Sturm an-
zukämpfen. Zudem hatte der „Armin“ auch den. Sturm aus einer nördlicheren
Richtung, als jene Schiffe, woraus sich vielleicht die ganz aussergewöhnliche
Versetzung nach Süden erklärt, die während des 24. und 25. April über 140 Seem.
betrug. In Folge dieser Versetzung nach Süden segelten seine Mitsegler, die
durch einen westlichen Strom begünstigt wurden, nördlich von ihm weg, und
sichteten theils schon am 27. April das Cap der guten Hoffnung, während der
„Armin“ noch in 38.s° Süd-Br. stand. Dann traf das Schiff dort noch auf
einen mehrere Tage anhaltenden NW-Wind, zu einer Zeit, als seine Mitsegler
schon günstige SW- und SE-Winde hatten. So blieb der „Armin“ bedeutend
gegen die anderen Schiffe zurück. Erst in 22° Südbr. und 3.s° Ost-Lg. fand
Capt. Ruhase am 10. Mai die Südgrenze des SE-Passates und lief am 15, Mai
in Sicht der Insel St. Helena. Von hier bis zur Linie wehte der Passat nur
schwach, so dass letztere erst am 30. Mai in 24° West-Lg. geschnitten wurde.
Im Stillengürtel, welcher zur Zeit zwischen 1.4° Nord-Br. und 6.4° Nord-Br. lag,
zeigten sich schon Spuren des sich entwickelnden SW-Monsuns, jedoch wurden
nur wenig Stillen angetroffen. Der Aequatorialstorm lief zwischen der Linie
und 3° Nord-Br. mit einer stündlichen Geschwindigkeit von 1 Seem. nach Westen,
auch wurde an 2 Tagen eine geringe Versetzung‘ nach Osten wahrgenommen.
In 6.4° Nord-Br. und 25° West-Lg. stellte sich am 3. Juni der NE-Passat
ein, mit welchem, nördlich steuernd, 10° Nord-Br. in 27.7° West-Lg. am 5. Juni,
20° Nord-Br. in 35° West-Lg. am 10. Juni und 30° Nord-Br. in 39.5° West-Lg.
am 18, Juni erreicht wurde. In 29.7° Nord-Br. schien am 17. Juni die nörd-
liche Grenze des NE-Passates zu liegen; dort lief der Wind südöstlich und
wurde später veränderlich, meistens aus günstiger Richtung für die Fortsetzung
der Reise. 40° Nord-Br. wurde am 26. Juni in 34° West-Lg. geschnitten,
und von hier mit leichten aber immer günstigen Winden der Kurs nach dem
Kanal gesteuert. Oestlich von 20° West-Lg. wurde nochmals Ostwind an-
getroffen, der am 3. Juli sogar stürmisch wurde und bei regnerischem und trübem
Wetter das Schiff noch lange zurückhielt. Erst am 13. Juli gelangte die Bark
nach einer Reise von 138 Tagen in den Eingang‘ zum Kanal.
1l. Reise des Hamburger Schiffes „Deutschland“, Capt, F. A. J. Kühn.
Acht Tage nach dem Verlassen der Elbe befand sich das nach Rangoon
bestimmte eiserne Hamburger Schiff „Deutschland“ am 22. September 1876 am
westlichen Eingange des Kanals in 49.6° Nord-Br. und 5.4° West-Lg. Die zur
Zeit wehenden südlichen Winde erlaubten nicht, Fortschritte nach Süden zu
machen, dagegen konnte mit ihnen Westlänge gewonnen werden. Am 24. September
wehte 6s für kurze Zeit schwer von Westen, wobei der geringste Luftdruck
= 742,6 "" war, jedoch nahm die Stärke des Windes bald wieder ab. Das
Schiff hatte aber noch mehrere heftige Stürme aus südwestlicher Richtung durch-
zumachen, che es gelang, 40° Nord-Br. zu crreichen. Der schwerste dieser