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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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vorfand. Die vorwiegend südöstlichen Winde waren im Durchschnitt jenem 
Schiffe günstiger. Die Strömung fand auch Capt. Brüggemann stark und 
wechselnd, doch fand er sie in einer mehr nördlichen Richtung laufend, An 
einem Tage wird in 28° Nord-Br. und 86° West-Lg. eine NE'.E setzende 
Strömung von 77 Seem. Stärke berichtet. 
Am 25. Mai gelangte man in Sicht des Feuers von Tortugas Cay, am 
26. Mai desjenigen von Sandy Cay und sah am 27. Mai den Leuchtthurm von 
Alligator-Rif, Von hier an machten sich die günstigen Einwirkungen des Golf- 
stroms bemerklich, anfänglich östlich über 60, später nördlich, an einem Tage 
85 Seem. versetzend. Dieser letztere bedeutende Strom wurde in der Enge der 
Florida-Strasse, welche am 29. Mai passirt wurde, beobachtet. Der Passat 
wehte bis auf 31° Nord-Br. und 73 West-Lg., dann folgte kurze Zeit Mallung, 
später kam frischer SW-Wind durch. Dem Laufe des Golfstroms folgend er- 
reichte das Schiff den Meridian von 60° West-Lig. am 8. Juni in 37.7° Nord-Br. 
und 51° West-Lg. am 11. Juni in 39° Nord-Br., stand hier also etwa 60 Seem. 
südlicher als der „/ermann“. Mit anhaltend günstigen Winden ging die Reise 
rasch voran, wobei der „/riedrich‘, wahrscheinlich in Folge seines reineren 
kupferbeschlagenen Bodens, den „Hermann“ überholte. Am 20. Juni wurde 
20° West-Lg. in 46.4° Nord-Br. mit östlichen Winden, die jedoch nicht lange 
anhielten, gekreuzt, worauf am 26, Juni der Eingang des Kanals gewonnen wurde. 
Hier schloss Capt. Brüggemann mit der Führung des meteorologischen Journals, 
Der „Hermann“ gelangte erst 3 Tage später in den Kanal. 
Das durch Capt. Stolt von der Geestemünder Bark „Paul Rickmers“ 
geführte meteorologische Journal beginnt am 16. October 1876, als das Schiff 
sich, auf einer Reise von Bremen nach Bassein begriffen, in 30° Nord-Br. und 
17° West-Lg. befand. An diesem Tage lief das Schiff in den NE-Passat ein, 
der in der Folge aussergewöhnlich unbeständig angetroffen wurde. In 23° Nord-Br. 
und 22,5° West-Lg. wurde am 19. October der Wind südöstlich, so dass ein 
ziemlich westlicher Kurs gesteuert werden musste und 20° Nord-Br. in 25.8° 
West-Lg. geschnitten wurde. Am 24. October signalisirte der „Paul Rickmers“ 
mit der demselben Rheder zugehörenden Bark „Alice Rickmers‘“. Am 25, October 
hörte der Ostwind ganz auf zu wehen, und südwestlicher Wind trat an seine 
Stelle, der bis nach 12° Nord-Br. und 28.7° West-Leg. anhielt. Dann trat Wind- 
stille ein und später kam wieder südöstlicher Wind durch, mit dem dann 10° 
Nord-Br. in 28.8s° West-Lg. am 29. October, die Linie aber erst am 10. November 
in 29,5° West-Lg. erreicht wurde. Das Schiff hatte auf der Strecke zwischen 
10° Nord-Br. und der Linde gegen den etwa gleichzeitig nach Süden steuernden 
„„Deike Rickmers“ bedeutend an Zeit eingebüsst. Nördlich von 5° Nord-Br. 
hatte man einen östlichen Strom beobachtet, näher der Linie lief der Aequatorial- 
strom mit einer Fahrt von 50 Seem. im Etmale nach WNW. 
Im südlichen Atlantischen Ocean wurde mit frischem SE-Passat 10° Süd-Br. 
in 32° West-Lg. am 13. November, 20° Süd-Br. am 18. November in 30° 
West-Lg. und 30° Süd-Br. am 22. November in 24.6° West-Lg. geschnitten. 
In 18.8s° Süd-Br. und 30.s° West-Lg. endete am 18. November der SE-Passat; 
der Wind lief dann nordöstlich und später durch Nord nach West, in welcher 
Richtung er sich festsetzte. Am 29. November passirte das Schiff den Meridian 
von Greenwich in 37.4° Süd-Br. und hatte somit dem „Deike Rickmere“ wieder 
4 Tage abgewonnen, denn während letzteres Schiff 8 Tage vor ihm den Aequator 
passirt hatte, gelangte es hierher nur 4 Tage früher. Beim Ablaufen der Länge 
hielt sich Capt. Stolt meistens nördlich von 40° Süd-Br., welcher Parallel nur 
einige Male, durch die Windverhältnisse dazu gezwungen, berührt wurde, und 
traf hier eine so günstige Gelegenheit, dass er im Stande war mit dem in 44° 
Süd-Br. nach Osten steuernden „Deike Rickmers“ Schritt zu halten. Der „Paul 
Rickmers“ passirte den Meridian der Insel Amsterdam am 19. December in 
38.3° Süd-Br., der „Deike Rickmers“ die Insel St. Paul am 15. December, also 
wiederum 4 Tage früher, Von hier nordöstlich aufsteuernd, fand das Schiff 
schon in 32,8° Süd-Br. und 87.8s° Ost-Lg. den SE-Passat vor, mit dem dann 
30° Süd-Br. in 88° Ost-Le. am 23. December, 20° Süd-Br. in 84.6° Ost-Le. am 
Reise des Geestemünder Schiffes „Paul Rickmers‘“, Capt. M. 0. Stolt.
	        
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