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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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Jas Schiff am 8, December in 44° Süd-Br. und 55° Ost-Lg. von einem sehr 
schweren Sturme überfallen wurde, in welchem mehrere Segel verloren gingen 
and trotz des günstigen Windes beigedreht werden musste. Das Krimpen des 
Windes nach NNE bewirkte schon am Tage vorher ein starkes Fallen des Baro- 
meters, begleitet von heftigem Regen, Um 4"a.m. am 8. December sprang der 
Wind dann plötzlich mit orkanartiger Kraft auf NW und ging bald nachher 
nach WSW um, wobei der Sturm abnahm und das Barometer stieg; jedoch 
konnte erst am 9. December wieder vor dem Winde abgehalten werden, an- 
fänglich vor Topp und Takel, bis wieder andere Segel untergeschlagen werden 
konnten. Es war das der einzige sehr schwere Sturm, welchen das Schiff auf 
seiner Reise durchzumachen hatte, Am 15. December kam die Insel St. Paul 
in Sicht, worauf allmählich nördlicher gesteuert wurde. Am 23. December 
wurde 30° Süd-Br. in 86.4° Ost-Lg. gekreuzt und in 30.2° Süd-Br. nach vorher- 
yegangener Windstille und leichten nordöstlichen Winden der SE-Passat ange- 
troffen. Mit diesem wurde 20° Süd-Br. in 87° Ost-Lg. am 26. December und 
10° Süd-Br. in 89° Ost-Lg. am 29. December geschnitten. In 7.5° Süd-Br. und 
89° Ost-Lg. fand man am 31. December die nördliche Grenze des SE-Passates, 
worauf der Wind durch Süd nach SW und später nach NW umlief und das 
Schiff ohne jede Unterbrechung über die Linie, welche in 94.8° Ost-Lg. am 
5. Januar 1877 erreicht wurde und nach 2.6° Nord-Br. führte, woselbst der 
Monsun dann sein Ende fand. Da das Schiff auf der zuletzt zurückgelegten 
Strecke, auf welcher in der Regel unbeständige Winde vorherrschen, nur von 
vünstigem Winde begleitet war, so gewann 6s gegen verschiedene Mitsegler ganz 
bedeutend, 
Nach dem Aufhören der westlichen Winde trat für mehrere Tage Wind- 
stille und Mallung ein, bis am 11. Januar in 5° Nord-Br. und 95° Ost-Lg. der 
NE-Monsun einsetzte. Während in der Region des NW-Monsuns südlich von 
der Linie eine beständige Strom-Versetzung nach NE beobachtet war, die an 
manchen Tagen 25—36 Seem. betrug, stellte sich mit dem Einsetzen des NE- 
Monsuns sofort eine westliche Triftströmung ein. 
Capt. Gennerich schlug nun den Weg durch den Kanal zwischen 
Sumatra und den Nikobaren ein, und hatte zu dem Zweck vermuthlich 
auch schon die Linie soweit östlich geschnitten. Die Reise wurde dadurch 
bedeutend abgekürzt, zumal da es gelang, östlich von den Inselgruppen 
schnell nach Norden aufzuarbeiten. Die Breite von Acheen Head wurde am 
il. Januar in 947° Ost-Lg. passirt, darauf 10° Nord-Br. am 14. Januar in 
94.6° Ost-Lg. und 14.8° Nord-Br. in 95.4«° Ost-Lg. am 18. Januar erreicht. Hier 
endete der NE-Monsun und nordwestliche Winde traten an seine Stelle, mit 
denen das Schiff am 20. Januar nach 120tägiger Reise vor der Mündung des 
Rangoon-Flusses anlangte. 
Bereits am 22. Februar war das 1725 Tons grosse Schiff wieder segel- 
fertig und verliess seinen Ankerplatz vor der Stadt, erreichte die Mündung des 
Flusses am 23. Februar und gelangte am 24. Februar in See. Nordwestliche 
Winde, die anfänglich frisch wehten, dann aber allmählich flauer wurden, hielten 
bis zum „10 Grad-Kanal“, der Strasse zwischen den Andamanen und Nıkobaren, 
an, dann ging der Wind am 28. Februar ohne Unterbrechung nach NE um, und 
stellte sich die regelmässige tägliche Versetzung nach Westen wieder ein. 
Schon in der Strasse war eine solche von 20 Seem. im Etmale bemerkt. Am 
3, März erreichte das Schiff in 5° Nord-Br. und 91° Ost-Lg. die südliche Grenze 
des NE-Monsuns, worauf Windstille und leichte westliche Winde eintraten. Mit 
letzteren wurde die Linie am 9. März in 90,8° Ost-Lg. geschnitten und dort nur 
schwache Strömung vorgefunden. Sobald aber die Linie überschritten war, 
stellte sich die, schon auf der Hinreise beobachtete, ziemlich bedeutende nord- 
östliche Strömung wieder ein, die, zunächst dem Aequator, an 2 Tagen eine 
Stärke von 31 Seem. im Etmale in der Richtung EzN erreichte. Auf Süd-Breite 
hielt sich der Wind anfänglich südsüdwestlich, ging dann aber bald nach West 
and NW um, und brachte das Schiff bis nach 6.7° Süd-Br. und 93.5° Ost-Lg. 
am 14. März. Nach zweitägiger Windstille und Mallung wurde endlich in 9° 
Süd-Br. und 92,4° Ost-Lg. am 19. März der SE-Passat angetroffen, und war 
somit einer der schwierigsten Theile der Reise glücklich beendet. Die mit dem 
SE-Passat gesteuerten Kurse brachten das Schiff am 26. März nach 20° Süd-Br.
	        
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