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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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and zwar beschloss Capt. Niejahr Cuba nicht westlich zu umsegeln, sondern 
nach Cap Maisi, der Ostspitze der Insel, aufzuarbeiten. Leichte veränderliche 
Winde erleichterten zwar das Vorhaben; ein westlicher Strom, der das Schiff 
täglich 24 Seem. zurücksetzte, war dagegen wieder sehr hinderlich, so dass der 
Meridian jenes Caps erst am 9. Mai erreicht wurde, Es wurde weiter der Weg 
durch die Crooked-Island-Passage gewählt, welche Strasse am 14. Mai, nachdem 
in 20° Nord-Br. ein frischer Passat eingesetzt hatte, erreicht wurde. Mit fast 
stürmischem Ostwinde segelte dann das Schiff zwischen den Inseln Rum- Kay 
und Watling hindurch in den Atlantischen Ocean ein. 
Der Passat hielt bis nach 30.6° Nord-Br. und 75° West-Lg. an und ging 
dann in Mallung und Windstille über. In 31° Nord-Br. und 74° West-Lg. 
wurde das Schiff durch den an dem südöstlichen Rande des Golfstroms häufig 
vorgefundenen Gegenstrom in zwei Tagen 40 Seem. nach SSW versetzt. Die 
in der nächsten Zeit angetroffenen Winde waren vorwiegend umlaufend, ebenso 
häufig aus östlicher, als aus westlicher Richtung; erst als 60° West-Lg. in 40° 
Nord-Br. am 31. Mai passirt war, wurden die westlichen Winde vorherrschend 
and beständiger und führten das Schiff am 11. Juni nach 26° West-Lg. in 
47.5° Nord-Br. Hier trat Ostwind ein, der länger als eine Woche anhielt und 
dem Schiffe nur langsam vorwärts zu kommen erlaubte. Als endlich am 21. Juni 
der westliche Wind wieder durchkam, befand man sich nicht mehr weit von dem 
Eingange zum St. Georgs-Kanal, der dann am 28, Juni, dem Tage, an welchem 
das Journal abschliesst, erreicht wurde. 
Reise des Geestemünder Schiffes „Deike Rickmers“, Capt. J. Gennerich, 
Das von Capt. Gennerich an Bord des Geestemünder Schiffes „Deike 
Rickmers“ geführte Journal beginnt am 10, October 1876, als sich das Schiff 
auf einer Reise von Bremen nach Rangoon in 41.7° Nord-Br. und 15° West-Lg. 
befand. Mit den damals wehenden nordwestlichen Winden wurde südwärts ge- 
steuert und 30° Nord-Br. in 19.4° West-Lg. am 15. October geschnitten. Einen 
Tag später erreichte das derselben Rhederei zugehörige Schiff „Paul Rickmers“ 
denselben Breitenparallel. Südlich von 30° Nord-Br. waren nordwestliche Winde 
anfänglich noch vorherrschend, nachdem jedoch 24° Nord-Br. passirt war, traten 
NNE- Winde auf, die aber in der Folge so unbeständig waren, dass sie den 
Namen eines Passatwindes nicht verdienten. Der Wind war vorherrschend von 
südöstlicher Richtung, oftmals durch vollkommene Windstille unterbrochen, 
namentlich wurde der Wind südlich der Insel Antonio, welche am 21. October 
gesehen wurde, sehr veränderlich. In 13.7° Nord-Br, schien das Schiff schon in 
den Stillengürtel eingelaufen zu sein und musste nun gegen ganz leichte vor- 
herrschend südöstliche Winde nach Süden aufkreuzen. Nachdem 10° Nord-Br. 
am 28, October in 26.5° West-Lg. erreicht war, wurde der Wind stetiger, so 
dass die nördliche Grenze des SE-Passates schon in 8° Nord-Br. zu liegen 
schien. Mit dem SE-Winde wurde dann die Linie am 2, November in 31.4° 
West-Lg. geschnitten, 8 Tage vor dem „Paul Rickmers“, der sie in 29.s° 
West-Lg. erreichte. "Trotz des so westlichen‘ Schnittpunktes und der starken 
Aequatorialströmung, die das Schiff nördlich der Linie einmal 42 Seem. im 
Etmale nach Westen setzte, fand Capt. Gennerich keine Schwierigkeiten, die 
orasilianische Küste und Cap St. Roque frei zu segeln. Am 4, November passirte 
das Schiff in geringer Entfernung die Insel Fernando do Noronha, woselbst die 
Strömung schon bedeutend abgenommen hatte und nur noch !/» Seem. die Stunde 
aach südwestlicher Richtung betrug. 
Mit dem bald sehr raum laufenden SE-Passat wurde 10° Süd-Br. in 33° 
West-Lg. und 20° Süd-Br. in 29.7° West-Lg. am 9. November geschnitten. In 
19° Süd-Br. erreichte der SE-Passat sein Ende; es folgten dann zunächst nord- 
östliche, später wieder südöstliche Winde und wurde mit diesen 30° Süd-Br. in 
18.;° West-Lg. erreicht. In 33° Süd-Br. stellte sich frischer Westwind ein, 
welcher das Schiff am 25. November nach dem Meridian von Greenwich in 40° 
Süd-Br. brachte. Es wurde dann noch südöstlich gesteuert, bis man 43.5° 
Süd-Br. am 3, December in 36.7° Ost-Lg. schnitt, worauf in dieser Breite nach 
Osten gehalten wurde. Die Winde wurden auf dieser Strecke meistens frisch 
und günstig von westlicher Richtung angetroffen, wobei hervorzuheben ist, dass 
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