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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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am 18, Februar erblickte man den Thurm von Carysfort-Riff und am 19, Februar 
wurde die schmalste Stelle der F/orida-Strasse passirt, woselbst die Strömung 
ca. 60 Seem. im Etmale nach Norden lief. Nachdem man in den Atlantischen 
Ocean eingesegelt war, traten nördliche Winde ein, die den Capitain zwangen, 
nach Osten zu stehen, so dass man bald aus dem Golfstrom herauskam. Im 
weiteren Verlauf der Reise wurde dann 70° West-Lg. am 24. Februar in 35° 
Nord-Br., 50° West-Lg. am 5. März in 39° Nord-Br., und 30° West-Lg. am 
16. März in 46° Nord-Br. geschnitten. Die bis hierher angetroffenen Winde 
waren meistens günstig, an letzterem Orte wurde das Schiff jedoch mehrere 
Tage durch Ostwinde aufgehalten. Bald jedoch stellten sich die westlichen 
Winde wieder ein, und wurden mit diesen ohne weiteren Aufenthalt am 26. März 
der Kanal und am 29, März die Downs erreicht. Die Gesammtdauer der Reise 
betrug demnach 55 Tage. 
9. Reise der Rostocker Bark „Carl Both‘, Capt. W. Niemann. 
Einige Tage früher, als Capt. Skovmand mit der „Seenymphe“, verliess 
Capt Niemann mit der Rostocker Bark „Carl Both“ den Kanal, und stand am 
25. Juni 1876 in 50° Nord-Br. und 47° West-Lg. Das Schiff war von Hamburg 
nach Valparaiso bestimmt. Mit den vorgefundenen günstigen Winden südwest- 
lich steuernd wurde 40° Nord-Br. bereits am 30. Juni in 15.2° West-Lg., und 
30° Nord-Br. iu 21.2° West-Lg. am 7, Juli, zu gleicher Zeit mit der „Seenymphe“ 
geschnitten. Am 3. Juli wurde in 37° Nord-Br. und 17.2° West-Lg. die nörd- 
liche Grenze des NE-Passates überschritten. Von 30° Nord-Br. an segelten die 
beiden genannten Schiffe in geringer Entfernung von einander nach Süden. Der 
„Carl Both“ erreichte ebenso wie die „Seenymphe“ 20° Nord-Br. am 11. Juli 
in 253° West-Lg., und verlor den Passat am 16. Juli in 10° Nord-Br. und 
25° West-Lg. Hier lief der Wind, ohne Unterbrechung durch Windstillen, durch 
Süd nach SW, so dass nach SE gesteuert werden musste. Als das Schiff auf 
diese Weise am 23. Juli nach 16.2° West-Lg. in 6.5 Nord-Br. gelangt war, war 
der Wind so weit nach Süden umgegangen, dass Capt. Niemann wenden lassen 
und nach WSW steuern konnte. Am 26. Juli wurde die Linie in 25.2° West-Lg. 
geschnitten, einen Tag später als die „Seenymphe“. Zwischen 10°—6° Nord-Br. 
wurde eine östliche Strömung von 1 Seem. die Stunde wahrgenommen, während 
züdlich von 3° Nord-Br. der Aequatorialstrom stark nach Westen setzte, an 
mehreren Tagen mit einer Stärke von 40 Seem. im Etmale. 
Nach Süden steuernd wurde. 10° Süd-Br. in 29.6° West-Lg. am 30. Juli, 
20° Süd-Br. in 37.2° West-Lg. am 5. August und 30° Süd-Br. in 43.2° West-Lg. 
am 13. August geschnitten. Schon in 18.7° Süd-Br. und 36° West-Lg. erreichte 
der SE-Passat am 3. August sein Ende; es folgten dann umlaufende Winde, die 
dem raschen Fortkommen des Schiffes nicht immer günstig waren. Am 23. August 
hatte man 40° Süd-Br. in 57.3° West-Lg, gekreuzt und bekam am folgenden 
Tage Cap Blanco an der Küste von Patagonien in Sicht. 
Darauf wurde 50° Süd-Br. in 66° West-Lg. am 31. August erreicht, und 
am 4. September Cap St. John auf Staten-Island umsegelt. Hier war der 
„Carl Both“ schon 7 Tage gegen die „Seenymphe“ zurückgeblieben, holte aber 
auf der Strecke bis 50° Süd-Br. im Stillen Ocean nicht nur das Verlorene 
wieder ein, sondern gewann noch gegen seinen Mitsegler. Nachdem das Schiff 
nämlich mit südwestlichem Winde nach Cap St. John gelangt war, wurde dieser 
Wind ganz schwach, und hörte schliesslich ganz auf zu wchen, als das Schiff 
eben südlich des Caps angelangt war. Mit den nun einsetzenden nordwestlichen 
Winden konnte das Schiff über einem Buge 57.2° Süd-Br. und 67.6° West-Lg. 
erreichen, dort ging der Wind ganz südlich; es wurde gewendet und schon am 
9. September die Breite des Cap Horn wieder in 74° West-Lg. passirt. Schwere 
Stürme wurden auf der ganzen Strecke nicht angetroffen, und schon am 14, Sep- 
tember 50° Süd-Br. in 82.4° West-Lg. erreicht. Nach Norden steuernd, wurde 
40° Süd-Br. in 77.4° West-Lg. geschnitten, schliesslich am 27. September, nach 
einer schnellen Reise von nur 94 Tagen, in der Bai von Valparaiso geankert. 
Mit Salpeter beladen ging Capt. Niemann am 10, Februar 1877 naclı 
England wieder in See und steuerte zunächst mit den an der chilenischen Küste 
vorherrschend wehenden südlichen Winden von der Küste ab, und erreichte so 
34° West-Lg. am 16. Februar in 33.8 Süd-Br., woselbst der SE-Passat sein Ende
	        
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