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durch Süd nach SW umging und das Schiff ohne Schwierigkeit in das Gebiet
des NW-Monsuns einführte. Am 6. Februar wurde die Sandalwood-Insel erblickt,
darauf mit frischen WNW-Winden nach der Ombay-Strasse gesegelt und diese
am 9. Februar erreicht. Hier wurde eine stark nach SW setzende Strömung
beobachtet, die jedoch bei dem frischen Winde leicht zu überwinden war, so
dass sich das Schiff schon am 10. Februar frei vom Lande in der Banda-See
befand. In letzterer waren die westlichen Winde bedeutend flauer und un-
beständiger, oft auch von Windstillen unterbrochen, wodurch die Reise mehrfach
verzögert wurde. Am 13, Februar kam die Südspitze der Insel Bowrw in Sicht,
dann wurde durch die Manipa - Strasse gegen nördliche Winde aufgekreuzt,
und, die Gillolo-Passage westlich liegen lassend, nach der Linie gesteuert,
welche am 21. Februar in 130° Ost-Lg. geschnitten wurde. Die Winde waren
hier meistens sehr nördlich, so dass schwer Breite gewonnen werden konnte.
Im Stillen Ocean traf das Schiff bis 3.s° Nord-Br. eine Strömung an,
welche an zwei Tagen mit stündlicher Geschwindigkeit von 1 Seem, nach SW
lief. Nördlich von jener Breite und bis auf 6.;° Nord-Br. wurde ein östlicher
Strom von ca. 20 Seem. im Etmal beobachtet, darauf kam das Schiff weiter
nördlich in die Passatströmung, die es täglich 30—36 Seem. nach Westen
getzte. Die nordwestlichen Winde hielten bis 5.4° Nord-Br. und 134.8° Ost-Lg.
an, dann liefen sie am 28. Februar durch Süd und SSE nach Ost um und
wurden sehr frisch, fast stürmisch. Den übrigen Theil der Reise zurückzulegen,
machte nun keinerlei Schwierigkeiten, und wurde der Bashee-Kanal am 6. März
passirt, Hongkong aber am 9. März 1874 nach einer Reise von 119 Tagen
glücklich erreicht.
Während der folgenden Jahre (von März 1874 bis December 1876) war
das Schiff in der chinesischen Küstenfahrt beschäftigt und führte eine ganze
Reihe von Reisen nach chinesischen und japanischen Häfen aus, bis endlich im
Januar 1877 die Rückreise nach Europa angeordnet wurde. Während der
ganzen in den chinesischen Gewässern verbrachten Zeit wurde das meteorologische
Journal mit vieler Sorgfalt geführt; dasselbe enthält daher viele werthvolle
Angaben,
Am 7. Januar 1877 wurde Hongkong verlassen, um nach London zu
segeln. Mit dem frisch wehenden NE-Monsun gelangte das Schiff rasch durch
das chinesische Meer bis zur Linie, welche am 14. Januar in 106.5° West-Lg.
geschnitten wurde. Darauf folgte leichter NW-Wind, mit dem nach der Sunda-
Strasse gesteuert und diese am 18. Januar erreicht wurde. Am 19. Januar lief
das Schiff in den Indischen Ocean ein. Die hier angetroffenen Winde waren
anfänglich sehr flau und veränderlich, vorherrschend jedoch aus südöstlicher
Richtung. Erst als man südlich von 9° Süd-Br. gelangte, frischte der Wind
auf und wurde zum beständigen Passat. Vor diesem nach SW segelnd, kreuzte
die Bark 80° Ost-Lg. am 5. Februar in 21.4 Süd-Br. und 60° Ost-Lg. am
12, Februar in 26.5° Süd-Br. Schon in 24.s° Süd-Br. und 68.s° Ost-Lg. endete
am 8, Februar der regelmässige SE-Passat, die Winde waren dann in der
Folge zwar noch vorherrschend östlich, wurden aber doch schon an einigen
Tagen durch Westwind unterbrochen. Am 13. Februar hatte das Schiff in
27° Süd-Br. und 55° Ost-Lg. einen ausserordentlich schweren Sturm durchzu-
machen, welcher in SSE anfıng und in seinem Verlauf sich durch Süd nach
WSW drehte. Der niedrigste Luftdruck während desselben war 746.9”. Nach
diesem Sturm lief der Wind wieder östlich und wehte fast 2 Wochen lang noch
aus dieser Richtung. Erst als man nach 35.4° Süd-Br. in 23.6° Ost-Lg- gelangt
war, wurden westliche Winde angetroffen. An der angegebenen Stelle wurde
das Schiff in einem Etmal durch den Agulhas-Strom 78 Seem. nach WzS versetzt.
Am 4. März kam das Feuer auf Cap Agulhas in Sicht, nach einer Reise von
46 Tagen von der Sunda-Strasse, Mit leichten südlichen Winden konnte nun
die Reise nach Norden fortgesetzt werden, wobei am 6. März das Cap der
guten Hoffnung passirt und am 9. März in 30° Süd-Br. und 11.6° Ost-Lg. ein
frischer SE-Passat erreicht wurde. Mit diesem wurde am 17. März 20° Süd-Br.
in 1.6° West-Lg., am 20. März St. Helena und am 1. April die Linie in
21° West-Lg. passirt. In der Nähe St. Helena’s war der Passat nur flau und
unbeständig, im übrigen aber wehte er frisch und stetig und blieb so bis nach
2° Nord-Br., woselbst in 22° West-Le. seine nördliche Grenze gefunden wurde.