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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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konnte daher schon am 13. Januar in 17.6° West-Lg., und 30° Nord-Br. in 
21° West-Lg. am 16. Januar gekreuzt werden. Ohne jede Unterbrechung ging 
dann der NE-Wind höherer Breiten in den beständigen Passat über. Mit 
letzterem wurde 20° Nord-Br. am 20. Januar in 25° West-Lg., 10° Nord-Br. 
am 23. Januar in 25.3° West-Lg., und der Aequator am 29. Januar in 26.7° 
West-Lg., nach einer Reise von nur 21.s Tagen vom Kanal aus, passirt. Die 
rund 3350 Seem, betragende Strecke wurde somit mit einer mittleren stündlichen 
Fahrt von 6.4 Seem. zurückgelegt. In 1.6° Nord-Br. und 25.8° West-Lg. hatte 
man am 27. Januar die südliche Grenze des NE-Passates erreicht, worauf sofort, 
ohne Unterbrechung durch Windstillen, der SE-Passat einsetzte. Ocstlicher 
Gegenstrom wurde, der Jahreszeit entsprechend, fast gar nicht angetroffen, ebenso 
war der Aequatorialsirom nicht sehr stark. Seine grösste Schnelligkeit über- 
stieg nirgends 1 Seem. die Stunde. 
Der SE-Passat scheint schon in 15° Süd-Br. und 35° West-Lg. am 
4. Februar sein Ende erreicht zu haben. Es traten dann für kurze Zeit Wind- 
stillen ein, denen veränderliche NE-Winde folgten. Das Schiff erreichte 20° Süd-Br. 
am 7, Fobruar in 36° West-Lg., 30° Süd-Br, am 14. Februar in 46° West-Le., 
und die Aussenrhede von Buenos-Ayres am 19. Februar, nach einer Reise von 
47 Tagen seit dem Abgange von Cuxhaven, Auf dieser ganzen Reise ist das 
Schiff fast unausgesetzt von günstigen, meistens östlichen Winden begleitet ge- 
wesen, so dass sich im ‚Journale kaum für ein einziges Etmal Westwind ver- 
zeichnet findet. 
Von Buenos-Ayres wurde das Schiff nach Rio de Janeiro gesendet, und 
trat seine Reise dahin am 26. April an. In Bezug auf die Tiefenverhältnisse 
des La Plata bemerkt Capt. Meyer in seinem Journal, dass er auf der Strecke 
zwischen dem Chico- und Zndio-Feuerschiffe überall die Tiefen um 1%4 Faden 
(3—3'/e Met.) grösser gefunden habe, als wie sie in der Karte verzeichnet sind, 
wobei aber nicht angegeben ist, auf welche Karte sich Capt. Meyer bezieht, 
und ob er bei Hoch- oder Niedrigwasser die Lothungen vorgenommen hat, 
Während der ersten Tage im offenen Ocean traf man südwestlichen Wind an, 
der indessen bald, sowie das Schiff nördlicher gelangte, nach Osten umlief. 
In 32.4° Süd-Br, und 46.4° West-Lg. kam nochmals flauer veränderlicher West- 
wind durch, der bis 26.7° Süd-Br. und 436° West-Lg. anhielt. Dann stellte 
sich der hier so häufig anzutreffende NE-Wind ein, gogen welchen ankreuzend, 
am 12. Mai, nach 17tägiger Reise die Bai von Rio erreicht wurde. 
Vor. dem Eingange zur Bai bemerkte Capt. Meyer einen schwach nach 
ESE laufenden Strom, während in der Einfahrt selbst eine, mindestens 2 Knoten 
die Stunde nach innen setzende Strömung beobachtet wurde. Die Secbrise 
wehte hier bis 6'%2 Uhr Nachmittags, dann folgte nach kurzer Windstille leiser 
Zug aus NW. 
Von Rio versegelte das Schiff nach Paranagua, um dort eine Ladung Mate 
für Valparaiso einzunehmen. Am 2. Juli wurde die Brigg aus dem Hafen ge- 
schleppt; die frische Landbrise stand zur Zeit bis nach der Raza-Insel, wo sie 
um 10* a. m. endete. In der Einfahrt zur Bai wurde wieder nördlicher Strom 
bemerkt, ebenso ausserhalb derselben die schwache ostsüdöstliche Strömung. 
Während der ersten 4 Tage traf das Schiff südwestlichen Wind, gegen welchen 
nur schwer vorwärts zu kommen war, dann lief der Wind nördlicher, und es 
gelang, am 10. Juli den Bestimmungshafen zu erreichen. 
Am 28. Juli wurde die Reise nach Valparaiso angetreten. Mit günstigen 
Ostwinden ging die Reise anfangs gut von Statten, und wurde 40° Süd-Br. 
schon am 6. August in 54.3° West-Lg. gekreuzt, dann aber stellten sich Winde 
aus südlicher und westlicher Richtung ein, die zwar nicht übermässig stark, 
aber sehr hinderlich beim Vorwärtskommen waren, so dass 50° Süd-Br. in 
63.7° West-Lg. erst am 18. August erreicht wurde. 
Vor der Mündung des La Plata, etwa 300 Secm. EzS von Montevideo, 
beobachtete Capt. Meyer starke Stromkabbelungen, welche hohe unregelmässige 
Wellen verursachten. Nachdem jene passirt waren, hatte die Farbe des Meer- 
wassers sich in hellgrün verwandelt und seine Temperatur um 2.s° C. abge- 
nommen, Die Stromversetzung war an dem betreffenden Tage nur gering, etwa 
8 Seem. nach SE. In 44° Süd-Br. und 60° West-Lg. wurde die Brigg mehrere 
Tage nacheinander nach NE versetzt, an einem Tare 20 Seem. nach NNE.
	        
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