wohl anzunehmen sind, sowie das gürtelweise oben angeführte Verschwinden
der Töne, u. a, m.
Was die Verstärkung des Tones durch stärkeres Anblasen der Instrumente
betrifft, so haben schon die Versuche zu Foreland nachgewiesen, dass über
eine gewisse Grenze des Druckes hinaus der erlangte Gewinn nicht so be-
deutend ist, als man erwarten sollte. Vergleichbare Zahlen hat Prof. Henry
mit Hilfe des von ihm construirten künstlichen Ohres!) erlangt, Er fand bei
einer Sirene alter Construction:
Bei einer Dampfspannung
von Pfad.
169)
Die Hörvweite bei einem
Abstand in Einheiten:
31
vJ
8
57
57
36
55
53
51
J
X
?
)
7
)
20
Hieran schliesst sich eine ähnliche Frage an, nämlich die, ob Nebel für
die Fortpflanzung des Tones günstig sei, seine Tragfähigkeit vergrössere oder
beschränke?
Diese wichtigste von allen bezüglichen Fragen zu entscheiden, hätten
wohl von Hause aus die Experimente zu Foreland in eine Zeit gelegt werden
sollen, in welcher voraussichtlich häufig Nebel zu erwarten waren. Allein dies
war nicht geschehen, und die ersten beiden Perioden (siehe oben) jener KEix-
perimente hatten kaum einige Tage, an denen ein strichweiser und vorüber-
gehender Nebel herrschte. Da auch die Beobachtungen der englischen Com-
mission in Amerika stets an klaren Tagen angestellt waren, so waren wirk-
liche Nebelbeobachtungen von der grössten Wichtigkeit, wenn man sich nicht
allein auf die amerikanischen, allgemein gehaltenen Angaben verlassen wollte.
Es war dies der Tyndall’schen Hypothese der Schallwolken gegenüber von
der grössten Bedeutung. Schon Beobachtungen bei Nacht hätten über diese
ein weiteres Licht verbreitet, da die Entstehung derselben von Tyndall in
erster Linie der Einwirkung der Sonne auf die See zugeschrieben wird. Merk-
würdigerweise sind aber zu Foreland gar keine Experimente Nachts angestellt
worden, obgleich die oben angeführte Beobachtung, dass an einem akustisch
sehr mangelhaften Tage Abends gegen und nach Sonnenuntergang die Trag-
weite der Töne rasch und stark zunahm, hierzu aufforderte. In den ersten
beiden Foreland-Perioden (Juni—Juli und October—November) waren, wie ge-
sagt, einige Tage, welche Nebel, besonders über der Küste, nur in den unteren
Regionen hatten (einmal zeitig so dick, dass der Blitz der Geschütze auf
3 Seem. nicht gesehen wurde). Schon an diesen Tagen wurde eine günstige
Einwirkung des Nebels auf die Hörweite constatirt, und mit der Sirene und
der Haubitze solche von 7 bis 8 Seem. bei arbeitender Maschine erreicht,
Ebenso konnte schon damals die Abnahme der "’öne bei aufhörendem Nebel
beobachtet werden. Aehnlich wurde festgestellt, dass vorüberzichende starke
Regenschauer die Tonstärke vergrösserten. Aber diese wenigen Beobachtungen
konnten nicht genügen, da bislang von den Physikern die entgegengesetzte
1) Das Henry'sche künstliche Ohr besteht in einer 4 Fuss langen konischen 13/4 bis 9 Zoll
weiten Röhre von Weissblech, welche an ihrem engeren Ende rechtwinklig umgebogen und dort mit
einer Membrane bespannt ist. Beim Gebrauch wird die weitere Oeffnung des Rohres gegen die
Tonrichtung, die Axe des künstlichen Ohres in diese gehalten , und zwar so, dass die engere Oeff-
nung senkrecht nach oben, die Membrane horizontal steht. Die Membrane wird mit feinem Sand
bestreut, welcher durch einen Glaseylinder gegen die Einwirkung der Luft geschützt ist, und dessen
Bewegung bei dem Anschlagen der Schallwellen vermittelst einer Linse beobachtet wird. Zur
Prüfung der Stärke eines Tones wird das Instrument allmälig so weit von der "Tonquelle entfernt,
bis am Sand keine Bewegung mehr wahrgenommen wird. Die so bestimmten Entfernungen geben
Jirect das Verhältniss der Intensitäten oder Tragweiten des "ones an, wie der Vergleich mit den
directen Versuchen nachgewiesen hat. Es ist jedoch erforderlich, dass das Instrument nur als
Condensator wirkt. und muss daher im Rohr und in der Spannung der Membrane mit den zu
„eobachtenden Tönen nicht harmonisch zusammenklingen.