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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

wohl anzunehmen sind, sowie das gürtelweise oben angeführte Verschwinden 
der Töne, u. a, m. 
Was die Verstärkung des Tones durch stärkeres Anblasen der Instrumente 
betrifft, so haben schon die Versuche zu Foreland nachgewiesen, dass über 
eine gewisse Grenze des Druckes hinaus der erlangte Gewinn nicht so be- 
deutend ist, als man erwarten sollte. Vergleichbare Zahlen hat Prof. Henry 
mit Hilfe des von ihm construirten künstlichen Ohres!) erlangt, Er fand bei 
einer Sirene alter Construction: 
Bei einer Dampfspannung 
von Pfad. 
169) 
Die Hörvweite bei einem 
Abstand in Einheiten: 
31 
vJ 
8 
57 
57 
36 
55 
53 
51 
J 
X 
? 
) 
7 
) 
20 
Hieran schliesst sich eine ähnliche Frage an, nämlich die, ob Nebel für 
die Fortpflanzung des Tones günstig sei, seine Tragfähigkeit vergrössere oder 
beschränke? 
Diese wichtigste von allen bezüglichen Fragen zu entscheiden, hätten 
wohl von Hause aus die Experimente zu Foreland in eine Zeit gelegt werden 
sollen, in welcher voraussichtlich häufig Nebel zu erwarten waren. Allein dies 
war nicht geschehen, und die ersten beiden Perioden (siehe oben) jener KEix- 
perimente hatten kaum einige Tage, an denen ein strichweiser und vorüber- 
gehender Nebel herrschte. Da auch die Beobachtungen der englischen Com- 
mission in Amerika stets an klaren Tagen angestellt waren, so waren wirk- 
liche Nebelbeobachtungen von der grössten Wichtigkeit, wenn man sich nicht 
allein auf die amerikanischen, allgemein gehaltenen Angaben verlassen wollte. 
Es war dies der Tyndall’schen Hypothese der Schallwolken gegenüber von 
der grössten Bedeutung. Schon Beobachtungen bei Nacht hätten über diese 
ein weiteres Licht verbreitet, da die Entstehung derselben von Tyndall in 
erster Linie der Einwirkung der Sonne auf die See zugeschrieben wird. Merk- 
würdigerweise sind aber zu Foreland gar keine Experimente Nachts angestellt 
worden, obgleich die oben angeführte Beobachtung, dass an einem akustisch 
sehr mangelhaften Tage Abends gegen und nach Sonnenuntergang die Trag- 
weite der Töne rasch und stark zunahm, hierzu aufforderte. In den ersten 
beiden Foreland-Perioden (Juni—Juli und October—November) waren, wie ge- 
sagt, einige Tage, welche Nebel, besonders über der Küste, nur in den unteren 
Regionen hatten (einmal zeitig so dick, dass der Blitz der Geschütze auf 
3 Seem. nicht gesehen wurde). Schon an diesen Tagen wurde eine günstige 
Einwirkung des Nebels auf die Hörweite constatirt, und mit der Sirene und 
der Haubitze solche von 7 bis 8 Seem. bei arbeitender Maschine erreicht, 
Ebenso konnte schon damals die Abnahme der "’öne bei aufhörendem Nebel 
beobachtet werden. Aehnlich wurde festgestellt, dass vorüberzichende starke 
Regenschauer die Tonstärke vergrösserten. Aber diese wenigen Beobachtungen 
konnten nicht genügen, da bislang von den Physikern die entgegengesetzte 
1) Das Henry'sche künstliche Ohr besteht in einer 4 Fuss langen konischen 13/4 bis 9 Zoll 
weiten Röhre von Weissblech, welche an ihrem engeren Ende rechtwinklig umgebogen und dort mit 
einer Membrane bespannt ist. Beim Gebrauch wird die weitere Oeffnung des Rohres gegen die 
Tonrichtung, die Axe des künstlichen Ohres in diese gehalten , und zwar so, dass die engere Oeff- 
nung senkrecht nach oben, die Membrane horizontal steht. Die Membrane wird mit feinem Sand 
bestreut, welcher durch einen Glaseylinder gegen die Einwirkung der Luft geschützt ist, und dessen 
Bewegung bei dem Anschlagen der Schallwellen vermittelst einer Linse beobachtet wird. Zur 
Prüfung der Stärke eines Tones wird das Instrument allmälig so weit von der "Tonquelle entfernt, 
bis am Sand keine Bewegung mehr wahrgenommen wird. Die so bestimmten Entfernungen geben 
Jirect das Verhältniss der Intensitäten oder Tragweiten des "ones an, wie der Vergleich mit den 
directen Versuchen nachgewiesen hat. Es ist jedoch erforderlich, dass das Instrument nur als 
Condensator wirkt. und muss daher im Rohr und in der Spannung der Membrane mit den zu 
„eobachtenden Tönen nicht harmonisch zusammenklingen.
	        
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