6. Fork-tree ist cine gute Marke und weit früher zu sehen, wie die
erwähnte schwarze Boje. Südöstlich von Fork-tree ist das Ufer etwas zurück-
getreten, statt dessen hat sich südwestlich der schwarzen Boje eine weit vor-
springende Bank gebildet.
7. Die schwarze Boje ist nicht gut ausgelegt. Man muss sie fast
1 Seem. an Steuerbord liegen lassen, um dann mit NWzW-Kurs, frei von den
Bänken nördlich des Fahrwassers, zu passiren. Diese Bänke haben sich weiter
nach Süden zu ausgedehnt.
8. Die Centaure-Bank hat sich bedeutend nach Norden und Osten aus-
gedehnt und Actaeon- Shoal in demselben Maasse nach Westen zurückgezogen.
Die südliche rothe Actaeon-Shoal - Boje liegt noch auf dem in der Karte be-
zeichneten Orte, wird indessen dicht an Backbord passirt. Man hält auf die-
selbe mit NWzW-Kurs, von der schwarzen Boje kommend, so wie dieselbe NNW
peilt. Von der Tonne aus führt ein nach Norden gekrümmter Bogen an jeder
Seite der, gegen früher, 8 Hektometer nach Westen verlegten schwarzen Tonne
zwischen Centaure-Bank und Actaeon-Shoal hindurch.
, 9. Die beiden Bojen am südlichen Rande der Centaure- Bank existiren
nicht mehr.*)
Nördlich von Centaure- Bank ankerte S. M. S. „Luise“ am 17. März,
6% 102 p,m., nachdem Shanghai an demselben Tage 12* 30=ir". a, m. verlassen
und die rothe Tonne 8 bei Wusung um 3* p. m. passirt worden war. Kein
Lootse unternimmt es, ein Schiff von dem Tiefgang der „Luise“ des Nachts
über Langshan Crossing zu bringen, ganz abgesehen davon, dass zum Passiren
dieser Bank Hochwasser abgewartet werden muss.
10. Langshan Crossing ist die schwierigste Stelle in dem ganzen Revier
bis Nanking, da sie ganz besonders Veränderungen ausgesetzt ist. Augenblick-
lich sind die in den diesj. „Nachr. f. Seef.“ No. 37 angegebenen Directionen
noch massgebend.
Die Lootsen orientiren sich über die "Tiefenverhältnisse dieser Stelle
ganz besonders durch Erkundigungen bei den L,ootsen der Flussdampfer. Die
Flussdampfer zwischen Shanghai und Hankow fahren nämlich stets mit zwei
Lootsen, je einen für Tag und Nacht, und haben ausserdem ganz besonders
als Lothwerfer geheuerte Malayen an Bord. S. M. S. „Luise“ traf unterhalb
Langshan Crossing einen dieser Dampfer, welcher dem Lootsen Mittheilung
machte, dass sich auf der Barre nicht weniger wie 6,4 Met. befänden. Nichts-
destoweniger fand S. M. S. „Luise“ eine, ungefähr eine halbe Schiffslänge breite
5.5 Met.-Stelle, die indessen glücklich mit gestoppter Maschine passirt wurde.
Auf der Fahrt stromabwärts wurde am Abend des 30. März SE'LE 0,9 Seem.
von Langshan - Feuerschiff geankert und nach eingezogenen Erkundigungen bei
dem Feuerschiffs - Personal am nächsten Morgen 5ö®* mit höchstem Wasser die
Untiefe passirt. Die Bojen liegen in ihrer jetzigen Lage nicht gut, und erscheint
eine zweckmässige Verlegung dringend nothwendig.
Die unterhalb Langshan liegende Actaeon-Shoal (gewöhnlich Centaure-Bank
yenannt) ist zwar auch flach, aber lange nicht so gefährlich wie Langshan, der
hindurchführenden breiteren Rinne wegen, .
11. Langshan Crossing, ebenso wie Waterman-Middle-Bank, haben sich
stark verändert und das Fahrwasser enger gemacht.
12. Johnson-Flats haben sich nach Norden hin ausgedehnt, wohingegen
das Ufer von Vine- Point sich zurückgezogen hat. Die Bake nördlich von
Vine-Point zeigt während der Nacht ein, bei klarer Luft 5 Seem. weit sichtbares,
vothes Feuer.
13. King-Island und Pitman-Island bilden jetzt eine einzige Insel mit
einem Creek. Die Couper-Bank im Norden davon hat sich in eine Insel mit
dahinterliegenden Untiefen verwandelt.
14. Die Bake auf Keashan- Point und diejenige auf dem Nordost - Ende
von Mud-Insel existiren nicht ‚mehr, dahingegen steht in W'/2S von King-
Island-Bake eine Bake, welche des Nachts ein, 5 Seem. weit sichtbares, Feuer
zeigt.
‘) Ueber die Tonnen der Bänke Paushan, Centaure und Vine s. „Nachr. f. Seef.“, 1876,
No. 86.