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gemachte schon angeführte Beobachtung, dass der Ton für eine nahe Zone
schwach wird, ja gürtelweis ganz verschwindet, während er in weiteren ent-
fernteren Kreisen wieder voll auftritt, oder dass der Ton an einzelnen Punkten
zu Zeiten gegen selbst starken Wind weiter gehört wird, als gewöhnlich mit
dem Winde, nicht erklärt. Letzteres ist z. B. regelmässig bei der Station
Cape Elizabeth an der Küste von Maine, Nordamerika, der Fall, dessen 10zöllige
Dampfpfeife stets bei nordöstlichem Schneesturm (heavy) in Portland auf 9 Seem.
gegen den Wind gehört wird. Aechnlich hörte man bei den Versuchen zu
Sandy Hook, New ‘Jersey, 1872, stets den Ton von Westen am weitesten, ob-
gleich im Laufe des Tages des Vormittags Westwind, dann Mittags Windstille
und Nachmittags Ostwind herrschte. Krstieres, das gürtelweise Verschwinden
des Tones, ist von verschiedenen amerikanischen Stationen berichtet, selbst
bei Nebel; General Duane schreibt es in seinem Bericht allen Stationen zu
und will den Radius dieses Gürtels zu ca. 1 bis 1'% 2 Seem. beobachtet haben.
Auch ganz frei im Meere liegende Stationen zeigen diese Erscheinung. So ist
unter anderen angeführt, dass an der Whitehead-Station, Maine, einer Insel,
durchschnittlich 75 Fuss (23 Met.) hoch, bei einem dicken Nebel 1872
ein sich näherndes Dampfschiff die 10zöllige Dampfpfeife der Station deutlich
von 6 bis 3 Seem. in zunehmender Stärke hörte, dann plötzlich den Ton verlor
und erst in '!/4 Seem. Abstand wiedererlangte, während der Stationswärter
deutlich zur selben Zeit aus jener Entfernung die 6zöllige Schiffs-Dampfpfeife
hörte, welcher der Wind günstig war. Bei einem Versuch 1873 wurde die
Pfeife der Station 15 Seem. gegen einen leichten Wind gehört.
Diese Erscheinungen, sowie die schon von Arago bei den Gradmessungen
beobachtete: dass selbst starke Töne (Geschütze) zwischen zwei Orten A und B
gut und deutlich hörbar von A nach B sein können, während sie zu derselben
Zeit von B nach A durchaus nicht gehört werden, finden in der Tyndall’schen
Hypothese keine Erklärung. Professor Henry sucht dieselbe in der Einwir-
kung des Windes allein, d. h. in der Bewegung der Luft selbst, welche.in
verschiedenen Höhen stets eine verschieden rasche ist, ja sehr oft in verschie-
denen Höhen in anderer, oft in entgegengesetzter Richtung statt hat. Diese
Bewegung in den oberen Schichten ist stets eine raschere, d. h. der Wind ist
dort stärker! Dürch die oben raschere Bewegung werden mit dem Winde die
Schallwellen nach unten gebogen, sie concentriren sich also dort, der Schall
gowinnt an Kraft, wird weit hörbar. Gegenwind bringt die entgegengesetzte
Wirkung hervor: die Schallwellen werden von der Erde abgekippt, der Schall
also geschwächt, und bei unten und oben entgegenstehender Luftbewegung
muss eine unregelmässige Verschiebung des Schallstrahles (der verbindenden
Linie der Wellenmittel) eintreten, so dass die Verdichtung, so wie die
Schwächung der Wellen in verschiedener Entfernung eine verschiedene, also
auch die Hörbarkeit dort eine verschiedene ist. Alle bisher beobachteten Er-
scheinungen lassen sich auf diese Weise erklären, ja construiren. Die ver-
schieden schnelle Bewegung der Luft in den verschiedenen Straten ist aber
nicht nur allgemein bekannt, sondern von Henry bei seinen Beobachtungen
durch Messungen schon in 100 bis 200 Fuss (30.s bis 61 Met.) Höhenunterschied,
30owie durch Versuchballons nachgewiesen. Schon nahe der Erdoberfläche ist
die Geschwindigkeit der sich stets bewegenden Luft eine verschiedene, durch
die Reibung an der Erdoberfläche veranlasst. Prof. Reynolds hat dies und
Ablenkung der Schallwellen in der oben angeführten Weise durch Experimente
nachgewiesen (siehe „der Naturforscher“ VIII, p. 3) und fasst seine erlangten
Resultate wie folgt zusammen: 1) Wenn kein Wind herrscht, ist ein über eine
rauhe Fläche hinziehender Schall in der Höhe intensiver als unten; 2) ist die
Geschwindigkeit des Windes oben grösser als unten, so wird der Schall in der
Richtung gegen den Wind in die Höhe gohoben, nicht vernichtet; 3) bei der
gleichen Voraussetzung wie ad 2 wird er, mit dem Winde sich fortpflanzend,
nach unten gebrochen. Kinen fast entgegengesetzten Einfluss auf die Schall-
wellen übt die Temperatur der verschiedenen Luftschichten aus, da diese ip
den unteren meist grösser ist und den Schall dadurch dort beschleunigen muss.
Gegen Tyndall spricht vor allem, dass bei Nebel die gleichen oder ähnliche
Erscheinungen, wenn auch seltener, auftreten, bei denen doch verschieden dichte
Nehelschichten., von denen die dichteren dann als Schallwolken wirken, nicht