306
Weit genauere Bestimmungen über die G-rösse des Krängungsfehlers auf
den verschiedensten Breiten enthält das Journal der „Melpomene“. Aus den
zahlreichen bei den verschiedensten Krängungen gemachten Beobachtungen
konnten für 9 Orte die in der Tabelle, pag. 389, gegebenen Werthe abgeleitet
werden. Daraus erhält man zur Bestimmung von x und y die Gleichungen
0.90 = +295 % + La1
Do = + 0.70 x + 0.60
50 = — 1.60 X J- Ossa
)25 = —0.46 X -- 0,50}
) = +027 x + Os v
— 0.65 = — 1.75% + Osı
—0.20 = +06 x + 059 y
+07 = +24 x + Lau 7
aus welchen sich ergiebt:
X = Hk = +03; Y = SE = — O.146.
Setzt man die so gefundenen Werthe für x und y in die obigen Gleichungen
ein, so ergeben sich folgende Differenzen zwischen den beobachteten und berech-
neten Werthen:
Krängungsfehler
‚Jr%
beobachtet | berechnet | Differenz
Sunderland
8° Nord-Br. 24° West-Lg.
27° Süd-Br. 90° Ost-Lg.
7° Süd-Br. 91° Ost-Lg.
15° Nord-Br. 96° Ost-Lg.
33° Süd-Br.. 33° Ost-Lg.
2.5° Süd-Br, 26° West-Lg.
52° Nord-Br. 8° Ost-Leg.
+ 0.90
+ 0,30
— 0.50
— 0.25
0.00
— 0.65
— 0.20
+ 0,57
+ 0.75
+ 0,28
— 0.60
— 0.2
+ 0.02
— 0.69
+ 0.02
+ 06
+ 0.15
+ 0.07
+ 0.10
— 0.08
— 0.02
+ 0.04
— 0.2
— 0.04
Die grösste Abweichung beträgt 0.2, welches bei einer sehr starken
Neigung des Schiffes von 10° einen Fehler von 2° in der Deviation hervor-
rufen würde. Im Mittel ist die Differenz nicht !ıo Grad, so dass mit Hülfe
der gefundenen Coefficienten, die ihrem überwiegenden Theile nach für den
Compass als constant angesehen werden können, der Krängungsfehler für irgend
einen geographischen Ort mit einer für die praktische Navigation ausreichenden
Genauigkeit ermittelt werden kann.
zZ der Inductions-Coefficient in vertikalem unter dem Compass sich be-
findenden Eisen lässt sich, da — = + 0.287 aus den Intensitäts-Beobachtungen
auf der Elbe bestimmt wurde?), ebenfalls leicht berechnen; es ist nämlich:
= = X -— — = + 006.
Der bei weitem grösste Betrag des Krängungsfehlers ist also der verti-
kalen Induction in den transversalen Eisenmassen, den Decksbalken, zuzu-
schreiben. Der zweite Theil des Inductions-Coefficienten ist fast zu vernach-
lässigen, und die vertikale Componente des permanenten Magnetismus bringt
auch nur etwas mehr als ’/10 Grad Krängungsfehler hervor, was für die in dieser
Beziehung günstige Aufstellung des Compasses der beste Beweis ist.
II. Dampfschiffe.
Obgleich von den Dampfern der grossen Dampfschifffahrts - Gesellschaften
Hamburgs, deren Compasse bezüglich ihrer Deviationsverhältnisse fast sämmtlich
untersucht sind, bereits zahlreiche Beobachtungen vorliegen, so sind dieselben
') Nach der Tabelle, pag. 389, ist 4 =— 0.840, © im Mittel == 0.006, woraus nach der Formel
1+e=2i(1—D)
e == — 0.241, also
e/A:ız= — 0.287 folgt.