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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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Strömungen. Westliche Strömungen herrschen noch immer vor; ihre Ge- 
schwindigkeit hat da, wo der Nordost-Passat weht, sich kaum geändert, oder 
ist nur wenig grösser geworden; aber da, wo der Südost-Passat weht, hat sie 
bedeutend zugenommen. Der östliche Strom ist im December fast vollständig 
auf die Nähe der Küste von Afrika beschränkt und hat an Stärke bedeutend 
abgenommen. Der nordöstliche Strom in der Nordost-Ecke des Gebietes ist 
nur nach den Beobachtungen eines einzigen Schiffes verzeichnet; da aber das 
Loggbuch ein sehr gutes ist, so scheinen diese Beobachtungen Zutrauen zu ver- 
dienen. Das betreffende Schiff hatte zwischen den Canarischen und Cap Verde- 
schen Inseln bis 18° Nord-Br. fortwährend südwestliche Winde getroffen, so 
dass dieser Strom wahrscheinlich die Folge derselben war. In anderen Winter- 
monaten und im Frühling ist der Strom südöstlich oder südwestlich. So geben 
die „Admiralty Pilot Charts“ und die Wind- und Strömungskarten für den Golf 
von Guinea von Brito Capello an, dass südöstliche Strömungen bei der Süd- 
westküste von Afrika vom October bis Mai vorherrschen. Die Admiralitäts- 
Karten bemerken hierzu, dass in demselben Theile der Strom durch den vom 
Juni bis September vorherrschenden, nordöstlichen oder nördlichen Wind beein- 
Ausst und sogar selbst zwischen Sierra Leone und Cap Palmas nordwestlich 
wird, während der Wind südlicher als SW ist. 
Wetter. In dem nördlichen Theile des Gebietes ist häufig Nebel be- 
obachtet worden; in dem 10°- 3. 2 sind viele Blitze verzeichnet. 
Seegang. Schwere nordwestliche Dünung ist in dem nördlichen Theile 
des Gebietes sehr häufig, obgleich daselbst nordwestliche Winde nur sehr selten 
vorkommen; sie dehnen sich bis in den südlichen Theil des Gebietes aus, wo 
südwestliche Dünung jetzt selten ist. 
Wolken. In dem nördlichen Theile des Gebietes sind unter den Be- 
obachtungen von oberen Wolken die Angaben: „Obere Wolken aus SW, Wind 
NE“ die häufigsten"), zwischen dem Aequator und 10° Nord-Br.; „Obere Wolken 
aus SE, Wind NE“, hauptsächlich zwischen 5°—10° Nord-Br. Zwischen dem 
Aequator und 5° Nord-Br. sind auch mehrere Fälle von „Obere Wolken aus 
NE mit SE-Wind“ beobachtet worden. Südlich vom Aequator sind die An- 
gaben: „Obere Wolken aus NE, Wind SE“ die häufigsten, Diese Angaben be- 
stätigen die Ansicht, dass an der Aequatorial-Grenze beider Passate der eine 
über den anderen hinwegzieht. 
Naturgeschichtliches. Sehr wenige Landvögel und Insekten sind im De- 
cember in dem ganzen Gebiete gesehen worden, dagegen sind Walfische, Fische 
und Seevögel immer noch sehr häufig. 
Vermischtes. Rother Staub ist in dem nördlichen Theile des Gebietes 
häufig beobachtet worden. 
Beste Route zum Schneiden der Linie im Monat December (s. Taf. V u. Tab. 1). 
Nach Süden bestimmte Schiffe sollten stets westlich von den Cap 
Verde’schen Inseln gehen, wo der Wind, obgleich er östlicher ist als an der 
Ostseite, doch viel stärker ist. An der Ostseite des 10°-%. 39 sind zwischen 
14° und 16° Nord-Br. 15° mehr Windstillen. Nachdem man die Inseln passirt 
hat, muss man ostwärts halten, damit man in circa 25° West-Lg. oder etwas 
östlicher den SE-Passat erreicht, dann über Stag gehen und über denjenigen 
Bug liegen, bei welchem man am meisten Süd gewinnt. Da auf dieser Route 
die vorherrschende Strömung westlich ist, in der Nähe des Aequators durch- 
schnittlich 25 Seem. in 24 Stunden, so sollte ein schlecht segelndes Schiff, 
welches viel abtreibt, noch mehr nach Osten zu halten, ehe es den SE-Passat 
erreicht. 
Nach den Windkarten für December kann man für die östliche Hälfte 
des 10°-. 303 SEzE als Hauptwindrichtung annehmen; ist diese eine andere, 
so ist: 
4) Im December sind bei weitem weniger Angaben über „obere Wolken“ vorhanden, als in 
den früheren Monaten, nämlich nur 54 (40 für das 10°-$. 39 und 14 für das 10°-®%, 40). Für das 
10°-$. 39 fallen allein 24 oder 59%09 der Gesammtanzahl von 40 auf die Richtung der oberen Wolken 
Aus SW, und von diesen wieder 24 oder 58%9 mit unterem NE-Wind. (s. „Remarks etc.“ pag. 185.) 
A. d. R.
	        
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