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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

Ein Daboll-Horn 2. Klasse bei 9 bis 10 Pfd. Luftdruck 25 Pfd. guter 
Steinkohlen. 
Zine 10- bis 12zöllige Dampfpfeife bei 40 bis 55 Pfd. Druck 60 bis 
75 Pfad. Kohlen und 140 bis 180 Liter Wasser (wohl viel Wasser 
mitgerissen ?) 
Eine Sirene 1. Klasse bei 60 bis 70 Pfd. Druck 100 bis 120 Pfd, 
Kohlen und 200 bis 250 Liter Wasser‘). 
Die Richtung, aus welcher der Ton kommt, lässt sich nach allen Berichten 
genau erkennen, so dass der Schiffer danach sich richten kann. Es liegt sogar 
der Bericht des Capitains der Kaiserlich russischen Jacht „Livadıa“ vor, dass 
er bei Nebel und nur durch die Glocke zu Havre geleitet, sicher in das Hafen- 
bassin einlaufen konnte, obgleich er die Glocke zu schwach hörte, dass er ge- 
nöthigt war, öfter anzuhalten, um den Ton wieder zu gewinnen. Dieser wichtige 
Punkt ist als zu Gunsten der Tonsignale entschieden anzusehen. 
Durch Reflectoren eine Verstärkung des Tones und grössere Hörweiten 
zu erzielen, hat zu keinem Erfolg geführt. In Amerika sind in dieser Beziehung 
Experimente mit Glocken und Pfeifen angestellt worden. Die Reflectoren be- 
standen in kugelförmigen sauber gearbeiteten Kugelsegmenten aus Holz und 
Gips von 16 Fuss Radius bei 64 Quadratfuss Oeffnung, und in 20 Fuss langen 
quadratischen Rohren von vorn 10 Fuss Oeffnung. KHErstere zeigten nur eine 
Wirkung innerhalb 500 Yards (457 Met.), darüber hinaus rasch abnehmend, und 
bei ruhiger Luft war die Hörgrenze hinter dem Reflector der vor demselben 
30 gut als gleich. Die Wirkung der letzteren war nur 1 Seem. wahrnehmbar. 
Der Ton strebt, seiner Natur nach, sich in Kugel-Wellen nach allen Seiten 
fortzupflanzen; durch die Reflectoren werden nur die schwachen Tonwellen und 
für geringe Entfernungen wahrnehmbar zurückgeworfen, die stärkeren erleiden 
keine wesentliche Abänderung in Richtung und Stärke. Mit diesen Reflectoren 
sind jedoch die verhältnissmässig engen Schallrohre (dem Sprachrohr gleich) 
Dicht zu verwechseln. Diese gaben entschieden einen in der Axe stärkeren 
Ton, obgleich auch bei ihnen der Ton sich nach allen Seiten fortzupflanzen strebt. 
Die Fortpflanzung des Tones und damit seine Weithörbarkeit ist nun 
aber neben der Stärke des Tones, d. i. der Höhe und "Tiefe der Schallwellen, 
noch von anderen Einflüssen abhängig, deren Natur und Einwirkung jedoch 
bis jetzt wenig klar sind, ja über welche sehr entgegenstehende Ansichten auf- 
gestellt sind. Dass der Wind von Einfluss auf die Hörweite ist, der Ton gegen 
stärkeren Wind nicht so weit dringen würde als bei ruhiger Luft, konnte an 
und für sich angenommen werden. Allein schon dieser Einfluss zeigt sich stärker, 
als der Kraft und Geschwindigkeit des Windes allein zugeschrieben werden 
kann, denn die Geschwindigkeit des Schalles ist bei 10° Celsius ea. 340 Met. 
in der Sekunde, diejenige eines Windes Nr. 4 (Beaufort-Skale) nur 3,1 Met., und 
selbst Wind Nr. 8 erreicht erst 13,7 Met. ersterer also noch nicht 1 Procent, 
letzterer selbst nur 4 Procent der Schallgeschwindigkeit. Hiernach müsste der 
Einfluss des Windes auf das Zurückdrängen der Schallwellen nur ein sehr ge- 
ringer sein, ähnlich den Kreiswellen, die ein in einen Kanal geworfener Stein 
hervorruft; das ganze Wellensystem wird hier der Bewegung des fliessenden 
Wassers folgen, und die Geschwindigkeit desselben wird die Fortpflanzung der 
durch den Stein hervorgerufenen Wellen nach einem bestimmten Punkt hin ver- 
zögern oder beschleunigen. Nicht so zeigt sich der Einfluss auf das Schall- 
wellen-System, das von einem Punkt ausgeht. Es steht nach den Beobachtungen 
fest, dass mitunter bei Wind Nr. 3 bis 4, ja selbst noch schwächeren Winden 
die Tragfähigkeit der Signale auf 2 ja bis '/s zusammenschrumpft. Es steht 
fest, dass dieselben Instrumente, welche oft 8 bis 12 Seem., ja unter günstigen 
und unbekannten Umständen selbst viel weiter stark und deutlich gehört worden 
sind, an Tagen, welche optisch klar waren und bei fast ruhiger Luft kaum 3 
bis 4 Seem., ja nur 2 bis 3 Seem. erkennbar waren. Dieser Wechsel tritt selbst 
innerhalb verhältnissmässig weniger Stunden ein, und ist bei allen Instru“ 
menten, selbst bei der Sirene und den Geschützen beobachtet. Bei den Fore- 
1) Die Sirenen 1. Klasse haben Dampfkessel von 20—25 Pferde-Kraft; die von Dampf- 
naschinen bei comprimirter Imft getriebenen sollen nur 1%2pferdigxe Maschinen nöthig haben, die 
kleinen Daboll-Hörner desgl. 4vypferdige,
	        
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