376
Südlich von 8° Nord-Br. wurde nahe bei dem Festlande ein nordwest-
licher Strom gefunden. Nach einer Notiz in der britischen Admiralitäts-Strom-
karte herrscht in der That im November zwischen Sierra Leone und Cap Palmas
ein nordwestlicher Strom vor.
Wetter. Zwischen 10°—20° Nord-Br. herrscht viel unsicheres Weiter
mit Blitzen vor, obgleich der Wind nordöstlich ist; auch ist hier viel Nebel
gefunden worden. Zwischen 17°—19° Nord-Br. und 25°—26° West-Lg. wurde
am 1. November 1859 sehr starker Thaufall bemerkt, bei NE 5 und klarem
Himmel. Zwischen dem Aequator und 10° Nord-Br. herrscht viel unsicheres
Wetter, besonders da, wo nördliche und südliche Winde sich begegnen.
Am 25. November 1861 beobachtete ein Schiffsführer zwischen 5°— 6°
Nord-Br. und 15°—16° West-Lg. (1°-%. 55 des 10°-. 2) ein furchtbares Ge-
witter, welches von 2*—6* a. m. anhielt, Blitz auf Blitz und Donner auf Donner
folgten einander; das Gewitter war von Böen aus NE bis ESE, von der Stärke 9,
begleitet.
Seegang. Schwere nordwestliche Dünung ist in dem nördlichen Theile des
Gebietes häufig (in dem 10°-3. 39 auch südliche), obgleich in allen Fällen die
Winde vorwiegend nordöstlich waren. In dem südlichen Theile des Gebietes
ist ebenfalls nordwestliche Dünung sehr häufig, während südwestliche in diesem
Monat kaum wahrgenommen ist.
Wolken. In dem nördlichen Theile des Gebietes ist die Bemerkung:
„Obere Wolken aus SW, Wind NE“, die häufigste unter den Notizen über obere
Wolken !); ebenso zwischen 0°—10° Nord-Br. (an der Ostseite des Gebietes)
die Bemerkung: „Obere Wolken aus NE, Wind SE“, und in den 10°-Feldern
3 und 4 die Bemerkung: „Obere Wolken aus SE, Wind SE oder NE“.
Südlich vom Aequator ziehen die oberen Wolken meistens aus NE mit
SE-Wind. .
Naturgeschichtliches. Landvögel und Insekten wurden häufig in den 10°-
Feldern 38, 39 und 3 gesehen, aber nur wenige in dem 10°-%. 2. Walfische,
Fische und Seevögel wurden besonders reichlich im 10°-$. 3, zwischen 4°-—5°
Nord-Br., wo die östlichen und westlichen Strömungen zusammentreffen, bemerkt.
Vermischtes. Nur eine einzige Notiz über rothen Staub ist für den Monat
November gegeben worden; nach dieser ist zwischen 14°—15° Nord-Br. und
26°—27° West-Lg. (also im 1°-F. 46 des 10°-3$. 39) am 30. November 1859,
des Mittags, bei EzN 6 und schönem Wetter eine grosse Menge rother Staub
vefallen, welcher die Segel bedeckte und färbte.
Beste Route zum Schneiden der Linie im Monat November (s. Taf. V u. Tab. I).
Nach Süden bestimmte Schiffe sollten unter allen Umständen west-
lich der Cap Verde’schen Inseln gehen, denn obgleich nach der Tafel V südwärts
von 16° Nord-Br. der herrschende Wind in der östlichen Hälfte des 10°-F. 39
etwas stärker, als in der westlichen Hälfte ist, so ist doch die Anzahl der
Windstillen, in der östlichen Hälfte, besonders zwischen 14° und 16° Nord-Br.,
bedeutend grösser, auch ist die mittlere Stärke aller Winde in der westlichen
Hälfte die grösste. Nachdem man die Cap Verde’schen Inseln passirt hat, wird
man gut thun, etwas ostwärts zu halten, so dass man 6° Nord-Br. in 25° West-Lg.
schneidet; sobald der südliche Wind durchkommt, muss man über Stag gehen und
über denjenigen Bug liegen, über welchem man hauptsächlich Süd gewinnt. Den
Aequator soll man, wenn irgend möglich, nicht westlicher als in 29° West-Lg.
schneiden. Zwischen 10° und 4° Nord-Br. kann man auf eine leichte östliche
Strömung rechnen, im Uebrigen wird die Strömung yestlich sein.
1) Für den Monat November sind in dem nördlichen Theile des Gebietes 148 Beobachtungen
über obere Wolken vorhanden; davon fallen 5 auf das 10°-$. 38, 35 auf das 10°-F$. 40 und 108
auf das 10°-%, 39. Von diesen 108 Fällen von oberen Wolken zogen:
21 oder 19% aus dem NE-Quadrant, d. i. — 11% seit October
20 „ 19% =» » SE-. d.i.— 9% »
60 » 56% » » SW- , di+19% „»
1» 6% »n »» NW- d.i1. + 1% »
Unter den 60 oberen Wolken aus SW zogen 36 mit NE-Wind and 10 mit SE-Wind. A, d. R.