306
Wolken. „Obere Wolken aus NE“ sind in dem 10°-$. 39 am häufigsten
beobachtet worden, hauptsächlich in seiner südlichen Hälfte (25 Mal unter 34
Beobachtungen), während „Obere Wolken aus SE“ am häufigsten in der nörd-
lichen Hälfte vorkommen.') In dem 10°-$. 4 ist die häufigste Bemerkung für
diese Erscheinung „Obere Wolken aus NE, Wind SE“, so namentlich in dem
südlichen Theile desselben, Dies zeigt, wie häufig: im August der Nordost-Passat
über den Südost-Passat im 10°-$. 4 hinwegzieht.
Südlich vom Aequator ziehen in diesem Monat die meisten Wolken aus
SE, aber auch noch ein beträchtlicher Procentsatz aus NE und in zunehmender
Zahl aus SW und NW.2 .
Naturgeschichtliches. In den 10°- Feldern 38 und 39 wurden Schwalben,
andere Landvögel und Insekten gesehen und in dem 10°-%. ein Vogel, der
einer Taube ähnlich sah. In dem 10°-$.2 wurden ebenfalls Schwalben gesehen,
aber in den 10°-Feldern 3 und 4 keine Landvögel und Insekten. Walfische,
Fische und Seevögel wurden sehr häufig angetroffen.
Vermischtes. Während des Monats August ist in dem ganzen Gebiet
keine einzige Beobachtung von rothem Staub erwähnt.
Beste Route zum Passiren der Linie im Monat August (s. Taf. IV u. Tab. I).
Nach Süden bestimmte Schiffe sollten stets westlich der Cap Verde-
schen Inseln gehen, da der NE-Passat daselbst stärker als an der Ostseite ist.
Sobald man in ungefähr 10° oder 12° Nord-Br. den ersten südwestlichen Wind
erhält, muss man nach SE zu steuern und darf nicht die, zwischen 10° und
4° Nord-Br. herrschende östliche Strömung fürchten, da südlich von 4° Nord-Br.
eine starke westliche Strömung angetroffen wird. Aus der Tafel IV ist zu
ersehen, dass die vorherrschenden südlichen Winde bei Annäherung an den
Aequator östlicher werden, deshalb muss man beim Einsetzen der ersten süd-
lichen Winde suchen, genügend Ost zu gewinnen. Da die Winde in der Nähe
von Cap St. Roque südlicher uud unbeständiger sind, als östlich davon, so ist
es rathsam, den Aequator gut östlich, etwa in 25° bis 26° West-Lg., oder
selbst noch 2° bis 3° östlicher zu schneiden,
Nach den Windkarten für August ist für die östliche Hälfte des 10°-%. 303
SEzE als Hauptwindrichtung anzunehmen, und ist diese eine andere, so ist:
zwischen 0° und 6° Süd-Br. die Wahrscheinlichkeit ungefähr wie 2:1, dass
der Wind südlicher ist;
die Wahrscheinlichkeit ungefähr wie 5:1, dass
der Wind südlicher ist;
die Wahrscheinlichkeit ungefähr wie 2:1, dass
der Wind südlicher ist.
Der Wind ist bei dem östlichen Theil von Süd-Amerika, zwischen 6° und
3° Süd-Br. auffallend südlich. Die Strömung ist beständig stark westlich, und
am stärksten in der nördlichen Hälfte des 10°-5.303. Eine südliche, durcheinander
laufende See tritt sehr häufig auf. In den Notizen für die 1°-Felder 32, 72
84 und 94 des 10°-%. 303°) sind Fälle aufgeführt, in welchen die Schiffe an der
2}
1) In dem 10°... 39 sind im Ganzen 95 Beobachtungen von oberen Wolken registrirt; von
diesen fallen (s. „Remarks etc.“ pag. 98):
34 oder 36 °/, auf den NE-Quadrant, d. i. + 3°/, seit Juli
32 » 38% » » SE- ” d. 1 — 5% »
15 16% » » SW- d. ii. — 5% »
14 „ 15% » » NW- d, 1. 7% » » A. d. R.
?) Für die drei südlichen 10°-Felder 301, 302, 303 besitzen wir nach den „Remarks ete.“
pag. 477 ff., 77 Beobachtungen des Zuges von oberen Wolken; von diesen zogen 41 oder 53%/g aus
SE und 16 oder 21% aus NE. A. d. R.
3) In den „Remarks ete,“, pag. 413, ist für das 10°-%. 303 angegeben:
1°-$. 32 (zwischen 3°—4° Süd-Br, und 32°—33° West-Lg.): Das betreffende Schiff schnitt den
Aeqnator am 2. August, Mittags, in 29° 18‘ West-Lg. und erreichte 10° Süd-Br. erst am Mittag des 12. August;
es hatte auf seiner Route nach Süd viel gegen südlichen Wind und unruhiges Wetter anzukämpfen.
1°- 5. 72 (zwischen 7°—8° Süd-Br. und 32°—33° West-Lg.): Ein sonst schnell segelndes
eisernes Schiff schnitt den Aequator am 5. August 1859, Mitternacht, in 30° 42’ West-Lg. und war
erst am 11. August, Mitternachts, in 10° Süd-Br.
1°-8. 84 (zwischen 8°—9° Süd-Br. und 34°--35° West-Lg.): Ein anderes gutes eisernes
Schiff schnitt am 19, August 1867 den Aequator in 27° 22‘ West-Lg. und erreichte 10° Süd-Br. zu
Mittag am 21. August,
1°-$. 94 (zwischen 9°—10° Süd-Br. und 34°—35° West-Lg.): Das betreffende Schiff schnitt
den Aequator am 21. August, Mitternacht, in 29° 30‘ West-Lg. und war erst um Mitternacht des
30. August in 10° Süd-Br. A. d. R.