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Inseln ist. Sobald in ungefähr 10° Nord-Br. der erste südliche Wind durch-
kommt, muss ein Schiff südöstlich halten, um in dem nördlichen Theil der
Region südlicher Winde so viel Ost, als möglich, zu gewinnen, da in der Nähe
des Aequators der Wind östlicher wird. Zwischen 10° und 4° Nord-Br. ist
östliche Strömung zu erwarten, und diese muss von dem Schiff ausgenutzt
werden, da südlich von 4° Nord-Br. ein sehr starker westlicher Strom vor-
herrscht.
Nach den Windkarten für Juli ist für die östliche Hälfte des 10°-%. 303
SEzE als Hauptwindrichtung anzunehmen; ist dies nicht der Fall, so ist:
zwischen 0° und 2° Süd-Br. die Wahrscheinlichkeit, ungefähr wie 2:1, dass der
Wind südlicher ist;
die Wahrscheinlichkeit, ungefähr wie 3:1, dass der
Wind südlicher ist$
die Wahrscheinlichkeit, ungefähr wie 5:1, dass der
Wind südlicher ist;
die Wahrscheinlichkeit, ungefähr wie 6:1, dass der
Wind südlicher ist;
die Wahrscheinlichkeit, ungefähr wie 3:1, dass der
Wind südlicher ist.
Man ersieht daraus, dass in diesem Monat der Wind viel südlicher als
im Juni ist (vgl. auch Tabelle II zu Seite 361). Er ist sogar südlicher, als in
jedem anderen Monat des Jahres, Die westliche Strömung im 10°-$. 303 ist
gleichmässig stark, besonders in der nördlichen Hälfte dieses 10°-%., wo sie
nach dem Mittel von 4 bis 5 Beobachtungen zuweilen eine Geschwindigkeit von
35 Seem. in 24 Stunden erreicht. In diesem Monat ist auch viel südlicher See-
gang. Da nach den Notizen für die 1°-Felder 00, 01, 02, 13, 21, 23, und 63
des 10°-$. 303!) Schiffe, welche den Aequator westlich von 30° West-Lg. ge-
schnitten haben, an der Südamerikanischen Küste am Vorwärtskommen aufgehalten
worden sind, und da der Wind im 10°- F. 303 böiger und unbeständiger ist, als
in den östlich davon gelegenen 10°-Feldern, so sollte im Juli der Aequator
nicht westlich von 25° bis 28° West-Lg. geschnitten werden.
Nach Norden bestimmte Schiffe mögen sich von der Länge leiten
lassen, indem sie sich dem Aequator nähern; die von Osten kommenden Schiffe
zollten zwischen 20° und 25° West-Lg. den Aequator schneiden, da die süd-
) In den „Remarks etc.“ pag. 400—402 ist für das 10°-%. 303 angegeben:
1°-$. 00 (zwischen 0°—1° Süd-Br. und 30°—31° West-Lg.): Am 19. Juli 1857, 2b p, m.,
schnitt das betreffende Schiff den Aequator in 30° 30‘ West-Lg. und erreichte 10° Süd-Br. erst zu
Mitternacht des 25, Juli in 34° 30‘ West-Lg.; während dieser Reise war der Wind veränderlich
zwischen Süd und SEzE und das Wetter war unbeständig. Das Schiff segelte gut, und doch ist
as von einem schlechten Segler geschlagen worden, welcher auf der Reise von Liverpool aus den
Aequator in ca. 23° geschnitten hat.
1°.$. 01 (zwischen 0°—1° Süd-Br. und 31°—32° West-Lg.): Am 29. Juli 1858, 5h a, m.,
schnitt das betreffende Schiff den Aequator in 31° 21‘ West-Lg. und erreichte 10° Süd-Br. in
34° West-Lg. am Mittag des 5. August, nachdem es drei "Tage lang nahezu in derselben Breite hin-
und hergetrieben war. Der Capitain bemerkt, dass er etwas Aehnliches bei allen seinen 13 früheren
Reisen in diesen Gegenden nicht erfahren habe,
1°-% 02 (zwischen 0°—1° Süd-Br. und 32°—33° West-Lg.): Am 9. Juli 1867, Mitternacht,
schnitt das betreffende Schiff den Aequator in 32° 30‘ West-Lg. und erreichte 10° Süd-Br. erst am
20. Juli, 6h a. m., in 34° West-Lg.; Wind, Strom, Wetter und Seegang hatten das Schiff sehr auf-
gehalten.
1°-$. 13 (zwischen 1°—2° Süd-Br. und 33°—34° West-Lg.): Am 30, Juli 1860, 5h p. m.,
schnitt das betreffende Schiff den Aequator und erreichte 10° Süd-Br. in 34° 30‘ West-Lg. am
Mittag des 8. August,
1°-$. 21 (zwischen 2°—3° Süd-Br. und 31°—32° West-Lg.): Das betreffende Schiff kreuzte
am 9. Juli 1856, 4h a. m, den Aequator in 30° 81‘ West-Lg.; der Wind schwankte hin und her
und wechselte innerhalb weniger Minuten; stand der Wind im Ost, so sprang er sogleich nach EzS
um, und kam er aus SW, so drehte er nach SzE. Das Schiff brauchte 9'/2z Tage, um 10° Süd-Br,
zu erreichen, obgleich das Schiff gut segelte,
1°-$. 23 (zwischen 2°—3° Süd-Br. und 33°—34° West-Lg.): Das betreffende Schiff schnitt
den Aequator in 31° 34‘ West-Lg. am 10, Juli 1856, 4b a. m., und 10° Süd-Br. in 35° 30° West-Lg,
arst am 20, August 6h p. m. Es segelte gut, doch wurde das Schiff durch südliche und veränder-
liche Winde, Böen und Seegang aufgehalten; ebenso erfuhr es starke westliche Strömung.
1°.% 68 (zwischen 6°—7° Süd-Br. und 33°—34° West-Lg,): Das betreffende Schiff schnitt
den Aequator am 15. Juli, 44 a. m., in 30° West-Lg., hatte am 20, August des Mittags Wind SzE
bis SEzZE 3 und am 21. Juli sehr veränderliche Winde, so dass es 10° Süd-Br, erst am 23. Juli,
4h a. m... erreichte. A, d. R.