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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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Temperatur. Die nicdrigsten Temperaturen der Luft und des Meeres 
sind in diesem Monat nahe bei dem Aequator, an der Ostseite des Gebietes, 
nämlich zwischen 0°—2° Süd-Br. und 15°—20° West-Lg. Das Mittel aus 
54 Beobachtungen der Luft -Temperaturen ist 23.4° und das aus 30 Beobach- 
tungen der Meeres-Temperatur 23.1° (nach Celsius-Scala), Die Luft-Isotherme 
von 23.9° findet sich sowohl in dem nördlichen, als in dem südlichen Theile 
des Gebietes, während die niedrigste See -Isotherme von 23.s° nur in dem 
nördlichen Theile angetroffen wird und in dem südöstlichen Theile des Gebietes 
die See-Isotherme von 24.4° die niedrigste ist. Die höchsten Temperaturen der 
Luft und des Meeres (bezw. 26.7° und 27.2°) sind in diesem Monat an der 
Westseite des Gebietes, 
Die Schleifenform der Isothermen nahe bei dem Aequator, welche schon 
im Juni bemerkt wurde, ist noch immer sehr deutlich wahrzunehmen und deutet 
an, dass der westliche Strom die Ursache der Temperaturänderung ist. Anderer- 
seits bestätigt die veränderte Lage der Gegend der niedrigsten Temperatur die 
Ansicht, dass diese Lage von dem kalten Trift- Strom der Winterstürme in 
höheren Breiten beider Halbkugeln abhängt, wie schon für den Monat Juni 
bemerkt worden ist (s. pag. 326). 
Die mittleren Temperaturen der Luft und des Meeres haben sich für 
das ganze Gebiet seit Juni wenig oder gar nicht geändert, doch findet ein 
merklicher Unterschied zwischen dem nördlichen Theile einerseits und dem 
mittleren und südlichen andererseits statt. In jenem, zwischen 20°—10° Nord-Br., 
hat eine Temperaturerhöhung von 1°, und in jenen beiden eine Temperatur- 
erniedrigung von nur wenig über 1° (bei der Luft um 1.1° und bei dem Meere 
um 1.5°) stattgefunden. 
Nordost-Passat, Der Nordost-Passat ist seit Juni um 4° vor dem Südost- 
Passat zurückgewichen und weht immer mehr aus nördlicher, in der Nähe 
von Afrika an manchen Stellen sogar aus nordwestlicher Richtung; seine Stärke 
hat seit Juni beträchtlich abgenommen. In dem 10°-%. 40 sind viel mehr Böen 
anzutreffen, als in dem 10°-3. 39; diese Erscheinung ist um so auffälliger, als 
das 10°-%. 39 nahezu viermal mehr Windbeobachtungen aufzuweisen hat, als 
das 10°-%. 40.') 
Südost - Passat. Der Südost - Passat herrscht in diesem Monat bis 
10° Nord-Br. vor; an der Ostseite des Gebietes weht bis 12° Nord-Br. vor- 
herrschend ein SSW-Wind; zwischen 12° und 14° Nord-Br. ist der Wind an 
derselben Seite vorwiegend westlich, und nördlich von dieser Breite nordwestlich. 
Capt. Toynbee ist im Monat Juli häufig von Norden her zwischen den Cap 
Verde’schen Inseln und Afrika hindurchgesegelt und hat bei weiterem Fort- 
schreiten nach Süden gefunden, dass der Wind von NW durch West nach SW 
drehte. Der Südost- Passat hat seit Juni an Stärke zugenommen, so auch be- 
sonders die südlichen Winde bis nördlich vom Aocquator. 
Strömungen. Die vorherrschenden Strömungen sind im Allgemeinen immer 
noch westliche; aber die Ausdehnung der östlichen Strömung hat seit Juni 
bedeutend zugenommen; sie herrscht zwischen 4°—10° Nord-Br. vor und setzt 
bis nördlich von Ost, so besonders an der Ostseite des Gebietes. In dem 
nördlichen Theile des Gebietes hat die westliche Strömung in ihrer Stärke sich 
kaum verändert, während da, wo südliche Winde vorherrschen, die Stärke 
zwischen 20°—10° Nord-Br.. . . . . — Oeymm. 
10°— 0° ... + O.7amm, 
, 0°—10° Süd-Br. .. . . . — Ossmm. 
zwischen 20° Nord-Br. bis 10° Süd-Br. . + 0.3omm. 
Der mittlere Luftdruck beträgt in diesem Gebiet im Juli 762,73mm. und ist der grösste für alle 
Monate des Jahres; der kleinste, 760.92mm., findet im Monat März statt, A. d, R. 
1) Für das 10°-% 39 sind 3127 Windbeobachtungen vorhanden; von diesen fallen nur 836 
auf die Osthälfte und 2291 oder 73% 09 auf die Westhälfte; die Südhälfte hat über 1000 Beobachtungen 
mehr, als die Nordhälfte aufzuweisen. Dagegen enthält das 10°-%. 40 nur 808 Windbeobachtungen, 
und von diesen fallen 674 oder 83 0/9 auf die Osthälfte und nur 134 auf die Westhälfte; ebenso im 
Gegensatz zu dem 10°... 39 hat die Nordhälfte des 10°-%%, 40 mehr Windbeobachtungen als die 
Südhälfte. In dem 10°-%. 39 wird nur in 7 Fällen von Windstössen berichtet, in dem 10°-%. 40 
dagegen sind 9 Böen und 16 Windstösse beobachtet worden. Von den 9 Böen fallen 8 in die öst- 
liche Zone des 10°-%. 40 zwischen 10°—20° Nord-Br. und 30°—35° West-Lg. (s. „Remarks“ etc,, 
pag. 67 und 70). A. d. Rı
	        
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