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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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in der Malacca - Strassse vorgerückt war, traten regelmässige Land- und See- 
winde auf, mitunter durch Böen und Gewitter unterbrochen, Mit diesen wurde 
Singapore am 15, Mai erreicht, worauf mit leichten südöstlichen Winden die 
Reise fortgesetzt wurde. Von 2° Nord-Br. bis 9.3° Nord-Br. in der China-See 
herrschte fast ausnahmslos Mallung und Windstille, erst an letzterem Orte 
stellten sich Spuren des SW-Monsuns ein. Mit leichten unbeständigen Winden 
zwischen SW—SSE wurde schliesslich am 6. Juni der Hafen von Hongkong 
nach einer Reise von 53 Tagen erreicht. 
Von Hongkong aus machte das Schiff eine Reise nach Chefoo, auf welcher 
mit dem SW. Monsun 28° Nord-Br. in 123° Ost-Lig. am 9. Juli und mit dem 
dann einsetzenden Ostwinde am 15. Juli der Bestimmungshafen ohne Schwierig- 
keiten erreicht wurde. 
Am 21. Juli segelte das Schiff weiter nach Niuchwang, wohin es mit 
sehr leichten Winden aus östlicher und südwestlicher Richtung am 25, Juli 
velangte. Hiermit schliesst das meteorologische Journal des Schiffes „Japan“, 
(2. Reise des Hamburger Dampfschiffes „Montevideo“, Capt. H. E. Kier. 
Herr W.8. N. Oesau, erster Offizier an Bord des Hamburger Dampfers 
„Montevideo“, führte auf der ersten Reise, welche dieses Schiff in diesem Jahr 
nach Süd-Amerika und zurück machte, ein meteorologisches Journal für die 
Seewarte, welches von ganz besonderer Sorgfalt und grossem Eifer für die 
Sache zeugt. 
Das Schiff verliess die Elbe am 6. Februar 1877, berührte am 12. Februar 
Lissabon, am 19. Februar die Insel St. Vincent und setzte, nach kurzem Aufent- 
halt in jedem dieser Plätze, die Reiso nach Bahia fort. Am 24. Februar wurde 
in 31° West-Lg. die Linie passirt und an demselben Tage die Insel Fernando 
de Noronha erblickt. Am 27, Februar, nach einer Reise von 13 Tagen und 
17 Stunden von Lissabon aus, wurde die Rhede von Bahia erreicht. Es wurde 
dann noch Rio Janeiro, Santos und Montevideo angelaufen, und am 11. März 
auf der Rhede von Buenos Ayres geankert. 
Hier lag das Schiff bis zum 20. März, worauf die Rückreise über sämmt- 
liche auf der Ausreise berührten Plätze nach Hamburg angetreten wurde. Auf 
derselben wurde Rio Janeiro am 28, März, Bahia am 1. April und die Linie 
am 8. April in 31.2° West-Lg. erreicht. Nach kurzem Aufenthalt auf der 
Rhede von St. Vincent am 12. April und im Zajo am 20. April langte schliess- 
lich das Schiff am 26. April wieder wohlbehalten auf der Elbe an. 
Aus den Reiseberichten S.M.S. „Elisabeth‘“, Capt.z.S. von Wickede, 
Der Commandant S. M. S. „Elisabeth“, Capt. z. See von Wickede, hat 
über die von ihm während des Aufenthaltes der „Elisabeth“ in Singapore und 
der Reise von da über Labuan (Borneo) und die Sulu-Inseln nach Manila ge- 
machten Beobachtungen und Erfahrungen Nachstehendes berichtet: 
„l. Windverhältnisse zu Singapore im Februar und März 1877. 
Während des sechswöchentlichen Aufenthaltes zu Singapore von Mitte Februar 
bis Ende März 1877 wurde das allmähliche Verändern des NE-Monsuns in 
folgender Weise beobachtet: 
Im Februar traten täglich, meistens beim Wechsel der Gezeiten, äusserst 
kräftige Regenböen mit theilweise sehr heftigen elektrischen Entladungen und 
aur wenig Wind auf und hielten selten über eine Stunde an. 
Mit dem Vorrücken der Jahreszeit nahmen diese Böcn an Regelmässig- 
keit in ihrem Erscheinen als auch an Stärke ab; während es in der zweiten 
Hälfte des Februar täglich noch 1—2 Stunden regnete, gab es in der zweiten 
Hälfte des März immer häufiger Tage, an welchen der Regen gänzlich fehlte. 
Fast sämmtliche Gewitterschauer kamen aus südlicher, meistens südwest- 
licher Richtung, so zu sagen gegen den herrschenden NE-Monsun auf, und ge- 
hörten zu den in der Malacca-Strasse unter dem Namen „Sumatras“ bekannten 
und gefürchteten Böen. Nachts wurde regelmässig während der ganzen Zeit 
les Aufenthaltes Wetterleuchten im Süden beobachtet.
	        
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