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Agulhas-Stromes zeigten. Der Strom setzte anfangs nach West, später SSW,
in 34° Süd-Br. und 25° Ost-Lg. mit 60 Seem. Fahrt im Etmal nach WSW. An
letzterem Orte zeigten sich auch auf kurze Entfernungen grosse Temperatur-
unterschiede des Meerwassers. Von 24.8s° C. sank die Temperatur, nachdem
18 Seem, gesegelt waren, auf 19.8° C, Es wurden hier stündliche Beobachtungen
gemacht. Die günstige Strömung ermöglichte alsdann, obgleich der Wind
meistens entgegen war, am 11. Februar die Tafel-Bai zu erreichen, 18 Tage
vach dem Abgange von Mauritius,
Die nächste Reise wurde, nach Port Adelaide bestimmt, am 11. März 1874
begonnen. Zunächst nach Süden strebend, wurde das Schiff durch südliche
und südöstliche Winde aufgehalten, bis am 19. März der Wind nordöstlich und
um 26. März in 41° Süd-Br. und 57° Ost-Lg. der Wind westlich ging, womit
dann nach Osten gesteuert wurde. Das Schiff hielt sich beim Ablaufen der
Länge zwischen 43° und 44° Süd-Br., woselbst die Winde zwar oft nördlich
und nordöstlich, im Allgemeinen aber doch günstig für die Fortsetzung der
Reise angetroffen wurden. 40° Süd-Br. wurde am 9. April wieder in 114° Ost-Lg.
geschnitten, wohl reichlich westlich für diese Jahreszeit, wie der Capitain auch
selbst im Journal bemerkt. Es stellten sich auch bald für mehrere Tage
SE-Winde ein, so dass das Schiff erst am 21. April, nachdem umlaufende Winde
aus nordöstlicher und nordwestlicher Richtung geweht hatten, in der Investigator-
Strasse, und 41 Tage nach dem Verlassen der Tafel-Bai in Port Adelaide
anlangte.
Son Adelaide kehrte das Schiff am 17, Mai mit einer Ladung Mehl
und Weizen nach der Südspitze Afrıka’s, diesmal Algoa-Bati, zurück. Wegen
stürmischer Westwinde konnte erst am 23. Mai die Investigator- Strasse passirt
und die offene See erreicht werden. Günstiger, wenn gleich nicht beständiger
Nordwind erlaubte in den folgenden Tagen ziemlich schnell nach Westen zu
kommen, bis am 4. Juni in 36.5° Süd-Br. und 115° West-Lg., also fast schon
in der Länge des Cap Leuwin, ein ausserordentlich heftiger SW- Sturm das
Schiff traf. Das Barometer fiel in demselben bis 755.6", Nachdem mit
nächster günstiger Gelegenheit Cap Leuwin passirt war, suchte Capt. Walter
30 schnell als möglich nach Norden zu gelangen, um aus dem Bereich der
Westwinde herauszukommen, wurde aber durch nördliche Winde noch mehrere
Tage aufgehalten. Am 13. Juni wurde 30° Süd-Br. in 104.6° Ost-Le. geschnitten,
aber erst am 18. Juni in 21.4° Süd-Br. und 97.5° Ost-Lg. die südliche Grenze
des SE-Passats erreicht. Zwischen 20° und 21° Süd-Br. lief man dann vor dem
frischen Passat nach Westen, bis 70° Ost-Lg. in 21° Süd-Br. am 27. Juni
passirt war, In 25° Süd-Br. und 52.6° Ost-Lg. lag am 3. Juli die südliche
Grenze des SE-Passats, doch war für den übrigen Theil der Reise der vor-
herrschende Wind noch günstig, meistens von nordöstlicher Richtung. In
26° Süd-Br. und 49° Ost-Lg. wurde zuerst die Agulhas - Strömung beobachtet,
die in 27° Süd-Br. und 44° Ost-Lg. das Schiff in einem Etmal 63 Seem. nach
WzS versetzte. Am 14. Juli konnte Capt. Walter nach einer im Ganzen recht
befriedigenden Reise von 53 Tagen in der Algoa-Bai den Anker fallen lassen.
Andere Schiffe, von denen drei etwa 3 Wochen später von Adelaide segelten,
hatten über 70 Tage Reise, eine Oldenburger Brigg, welche Adelaide 14 Tago
vor dem „Japan“ verliess, gebrauchte sogar 90 Tage.
Von Algoa-Bai wurde am 21. Juli wieder nach Capstadt versegelt, woselbst
das Schiff nach 7 Tagen ankam. Dann ging es wieder nach Mauritius. Gegen
südliche und südöstliche Winde ankämpfend, erreichte man: am 29. August den
40. Breitenparallel in 34.5° Ost-Lg., worauf günstigere Winde angetroffen wurden,
mit denen östlich und später allmählich wieder nördlicher gesteuert werden
konnte. Nordwestliche Winde zwangen das Schiff, 30° Süd-Br. am 11. September
ziemlich weit östlich in 63° Ost-Lg. zu schneiden, worauf mit-dem in 27.6° Süd-Br.
angetroffenen SE-Passat Port Lowis am 15. September erreicht wurde.
Das Schiff machte dann noch eine Rundreise nach Algoa-Bai, Capstadt
and nach Mauritius zurück, auf welcher Nichts von Bedeutung vorfiel, da sie
der vorhergegangenen schr ähnlich war. Nur in Bezug auf die Benutzung des
Agulhas-Strom macht Capt. Walter die Bemerkung, dass er es für gerathen
halte, sich der Küste Afrika’s schon in der Breite von Port Natal zu nähern,
aber nicht näher als etwa 30 Seem. an dieselbo heranzugehen. Auf diese