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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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5. Reise der Greifswalder Brigg „Martha“, Capt. W. Lange. 
Das meteorologische Journal der Greifswalder Brigg „Martha“ beginnt 
am 22, Juli 1876, an welchem Tage eine Reise von Archangel nach Newcastle 
angetreten wurde. Mit leichten veränderlichen Winden wurde das weisse Meer 
durchsegelt, darauf nordwestlich gesteuert dem Nor-d-Cap zu, dessen Länge man 
in 71.5° Nord-Br. am 31. Juli passirte. Die grösste erreichte nördliche Breite 
war 72.2° in 23.4° Ost-Lg. Von hier wurde südwestwärts gesteuert, jedoch 
waren die angetroffenen sehr veränderlichen Winde, die vorherrschend aus süd- 
westlicher Richtung wehten, für eine rasche Reise nicht günstig. 70° Nord-Br. 
wurde dann am 9. August in 1l.s° Ost-Lg., 60° Nord-Br. am 23. August in 
L° Ost-Lg. geschnitten, und am 26, August, nach einer Reise von 34 Tagen, 
der Hafen von Newcastle erreicht. 
Von hier segelte die „Martha“ in 30 Tagen nach Lissabon, wo sie am 
15. October ankam; am 29, October trat das Schiff dann eine Reise nach 
Wilmington an. 
Wegen vorherrschend südlicher Winde konnte 30° Nord-Br. erst am 
11. November in 24.6° West-Lg. erreicht werden, 5 Tage nachdem das aus der 
Strasse von Gibraltar kommende Bremer Schiff „Joe Rauers“ denselben Parallel 
in 22.8s° West-Lg. geschnitten hatte. Die „Martha“ steuerte mit den in 30° Nord-Br. 
noch wehenden westlichen Winden nach Süden, und schnitt 20° Nord-Br. am 
19. November in 27° West-Lg. In 21.6° Nord-Br. und 283.;° West-Lg. schien 
am 17. November die nördliche Grenze des NE-Passats erreicht zu sein. Capt. 
Lange steuerte jedoch noch weiter südwärts, um stärkeren Passat aufzusuchen, 
mit dem die Länge abgelaufen werden sollte. Auf diese Weise gelangte 
das Schiff bis nach 17° Nord-Br., woselbst der Passat zwar noch immer nicht 
sehr frisch angetroffen, derselbe aber wenigstens nicht mehr durch westliche 
Winde unterbrochen wurde, wie dies auf der einige Grade nördlicher gelegenen 
Route des „Joe Rauers“ der Fall war. 60° West-Lg. wurde dann am 11. December 
in 20.3s° Nord-Br., und 70° West-Lg. in 25.8° Nord-Br. am 16. December ge- 
schnitten. In 28° Nord-Br. und 74.6° West-Lg. erreichte der NE-Passat sein 
Ende. Auf dem letzten Theil der Reise wurde, obgleich 78° West-Lg. in 
32.7° Nord-Br. bereits am 23. December geschnitten war, das Schiff durch un- 
arwarteten NE-Wind noch so lange aufgehalten, dass der Bestimmungshafen 
erst am 4. Januar 1877, nach einer zwar ziemlich langen, aber wenig stürmischen 
Reise von 68 Tagen, erreicht werden konnte. 
6. Reise der Bremer Bark „Joe Rauers‘, Capt. E. Krause. 
Die Bremer Bark „Joe Rauers“, auf einer Reise von Bremen nach Savannah 
begriffen, stand am 14. December 1875 auf 48.2° Nord-Br. und 6.8s° West-Lg. 
Leichte südliche Winde brachten das Schiff in den nächsten beiden Tagen nach 
46.3° Nord-Br. und 13.3° West-Lg., von wo aus dann nordwestliche Winde den 
Weg nach Süden leicht machten. 40° Nord-Br. wurden am 19. December in 
15° West-Lg., und 30° Nord-Br. in 25.3° West-Lg, am 27. December passirt. 
Der eigentliche Passat scheint erst in 21° Nord-Br. und 37.7° West-Lg. am 
4, Januar 1876 erreicht zu sein, jedoch hatte das Schift südlich von 35° Nord-Br. 
sehon zu drei verschiedenen Malen Ostwind gehabt, der indessen immer bald 
wieder durch Westwind unterbrochen wurde. Selbst in 20° Nord-Br. war der 
Passat noch nicht sehr frisch, auch erlitt er in dieser Breite am 8. Januar in 
48° West-Lg. abermals eine kurze Unterbrechung, jedoch steuerte der Capitain 
nicht mehr südlicher. 60° West-Lg. wurde am 12. Januar in 22° Nord-Br. und 
70° West-Lg. am 17. Januar in 26.6° Nord-Br. erreicht. Mit südwestlichen, 
später nordöstlichen Winden wurde dann direct nach Zybee-Rhede gesteuert 
und dieselbe am 21. Januar, nach einer für diese Jahreszeit sehr günstigen, 
durch keinen einzigen Sturm erschwerten Reise von 38 Tagen vom Kanal aus, 
erreicht. 
Am 12. April ging der „Joe Rauers“ von hier wieder in See, um nach 
Cartagena in Spanien zu segeln. Mit frischen beständigen südlichen Winden 
liess Capt. Krause gleich östlich steuern, gelangte dadurch in kurzer Zeit an 
die Ostseite des Golfstromes und traf es überall sehr gut. Die Bermuda-Inseln 
wurden am 17, April in einem Abstande von circa 90 Seem. an der Nordseite
	        
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