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hosen, Blitz und Donner begleitet war. Das Barometer stand während des-
selben verhältnissmässig hoch — 755.6”. In 19.5° Süd-Br. und 106.5° Ost-Lg.
am 20, Juni fand man die südliche Grenze des SE-Passates, mit dem dann olme
weitere Schwierigkeiten die Sunda-Strasse am 26. Juni, nach einer Reise von
L01 Tagen vom Kanal, erreicht wurde.
Auf der Rhede von Anjer, woselbst das Schiff am 27, Juni vor Anker
lag, setzte Ebbe und Fluth in nordöstlicher und südwestlicher Richtung mit
i1—1'/% Seem, Geschwindigkeit die Stunde, Leichte SE-Winde führten dann
das Schiff durch die Java-See und die Macclesfied-Strasse in die China-See, Der
Capitain bemerkt in seinem Journal, dass in der Java-See häufig lange, parallel
mit der Richtung des Windes sich erstreckende Streifen einer gelben schleimigen
Masse gesehen wurden. Ebenso fand er in der Südlichen China-See dieselbe
Tangart, welche in der Sargasso-See in grossen Massen angetroffen wird.
In 3.6° Nord-Br. und 107° Ost-Lg. ging am 2. Juli der frische SE-Wind
durch Süd in den SW-Monsun über, mit dem das Schiff nun ohne jede Störung
durch die China-See, und später durch den Pescadores-Kanal nach 26.5° Nord-Br.
and 122° Ost-Lg. gelangte, woselbst der Monsun sein Ende erreichte. In der
Folge wurden dann nördlich von Formosa vorherrschend nordöstliche und süd-
östliche Winde, in der Japan-See wieder meistens günstige SW-Winde angetroffen.
Am 18, Juli segelte die „Marie Heydorn II.“ durch den östlichen Kanal der
Korea-Strasse, und erreichte am 24, Juli die Rhede von Wladivostock, nach einer
glücklichen Reise von im Ganzen 134 Tagen.
Von hier segelte das Schiff am 14. August zunächst nach Chefoo und
führte dann verschiedene Küstenreisen aus, die alle einzeln aufzuführen der
Raum nicht gestattet; es folgt deshalb hier nur noch die Rückreise nach Zwuropa,
die am 22. November 1876 von Hongkong aus angetreten wurde.
Mit dem zu dioser Jahreszeit in seiner vollen Kraft wehenden NE-Monsun
wurde die China-See schnell durchsegelt, wobei ein oft 24 Seem. im Etmale
nach SW setzender Strom die Fahrt noch beschleunigte. In 5° Nord-Br. und
107,3° Ost-Lg. traten an die Stelle des NE-Monsuns, der hier sein Endo erreichte,
leichte veränderliche Winde von vorherrschend westlicher Richtung, Mit diesen
wurde die Linie am 5. December in 107.5° Ost-Lg. passirt, und mit leichten
NW-Winden durch die Gaspar-Strasse, woselbst ein starker südlicher Strom
angetroffen wurde, in die Java-See gesegelt. Am 9. December langte das Schiff
in der Sunda-Strasse an, und traf am 10. December ausserhalb derselben frischen
SE-Wind, mit dem ein WSW-Kurs in den Indischen Ocean hinein verfolgt wurde.
Am 23. December war das Schiff in 22° Süd-Br. und 70° Ost-Lg. angelangt,
bis wohin der Passat stetig wehte. Nun folgten veränderliche Winde, vor-
nerrschend aber noch aus östlicher und südöstlicher Richtung, so dass die Reise
aoch gut von Statten ging. Erst in 35.5° Süd-Br. und 26° Ost-Lg. traten west-
liche Gegenwinde ein, die aber auch nicht lange anhielten. In 32.5° Süd-Br. und
36° Ost-Lg. am 8. Januar 1877 wurden die ersten Spuren des Agulhas-Stromes
bemerkt, der täglich das Schiff nach Westen versetzte, mitunter mit einer Ge-
schwindigkeit von 2 Seem. die Stunde.
Stürmisches Wetter wurde beim Cap der guten Hoffnung nicht angetroffen,
dagegen häufig sehr leichte veränderliche Winde. Am 18. Januar kam die
Küste Afrika’s in Sicht, 39 Tage nach dem Verlassen der Sunda-Strasse. Schon
in 35.s° Süd-Br. und 21.2° Ost-Lg. wurde SE-Wind angetroffen, der das Schiff
schnell um die Südspitze Afrika's und ohne Unterbrechung in den SE-Passat
des Atlantischen Oceans führte. Mit diesem wurde St, Helena am 31. Januar
und der Aequator am 11. Februar in 21.7° West-Lg. passirt. Der SE-Passat
hielt bis 4° Nord-Br. an, worauf ohne viele Mallungen der NE-Passat einsetzte.
Die grösste beobachtete Stärke des Aequatorial-Stromes betrug 1 Seem. die
Stunde; östliche Gegenströmung wurde nicht vorgefunden. Mit dem NE-Passat
beim Winde segelnd wurde 10° Nord-Br. am 18. Februar in 27.8° West-Lg., und
20° Nord-Br. in 34.8° West-Lg. am 24. Februar geschnitten, worauf in 21°
Nord-Br. schon der Passat endete, indem der Wind durch Süd nach SW umging.
Mit leichten und veränderlichen Winden wurde dann 30° Nord-Br. am 3. März
in 33.s° West-Lg. erreicht, woranf stürmischer Südwind eintrat, der das Schiff
nach 36° Nord-Br. brachte. Hier stellte sich nun ein mehrere Wochen anhaltender
NE-Wind ein, der die Reise sehr verzögerte. Am 11. März wurde die Insel
Ann. d. Hydr., 1877, Heft VIL (Jali).