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Passat recht frisch, dann stellten sich leichte und veränderliche Winde ein,
worauf am 28. und 29, Januar zwischen 15° und 20° Süd-Br. ein fast stürmischer
NW-Wind wehte. Es konnte hiermit östlich von Tahiti nach Süden gesteuert
werden, wozu sich einem von Honolulu kommenden Schiffe nur selten die Ge-
legenheit bietet. Am 28. Januar kam die zur Gruppe der Gesellschafts-Inseln
gehörende Insel Maitea in SW in Sicht. Am 1. Februar in 243° Süd-Br. und
144.2° West-Lg. stellte sich nochmals SE-Wind ein, der bis nach 39° Süd-Br.
and 149.° West-Lg. ohne Unterbrechung anhielt, und dann erst langsam durch
NE nach Nord und West umlief. Mit günstigen Winden wurde dann 50° Süd-Br.
in 130.,° West-Lg. am 13. Februar, 100° West-Lg. am 19. Februar in 53,8°
Süd-Br. erreicht, und am 24. Februar, 49 Tage nach Abgang von Honolulu, die
Insel Diego Ramirez erblickt. Im Atlantischen Ocean wurde 50° Süd-Br. wieder
in 50,2° West-Lg. am 1. März, 40° Süd-Br. in 35° West-Lg. am 6. März und
30° Süd-Br. in 30° West-Lg. am 10. März geschnitten. In 20° Süd-Br. stellte
sich nordöstlicher Wind ein, der allmählich östlicher ging und schliesslich zum
SE-Passat wurde. Am 16. März hatte die „R.C. Wylie“ die Insel Trinidad und
den Martin Vas-Felsen in Sicht und passirte am 24, März in 29.6° West-Lg. den
Aequator. Der SE-Passat hielt bis 3° Nord-Br. an, sprang dann nach NE um
und brachte das Schiff ohne Unterbrechung in den NE-Passat. Der Aequatorial-
atrom wurde nur schwach, die östliche Gegenströmung gar nicht vorgefunden.
10° Nord-Br. wurde am 29. März in 33° West-Lg., 20° Nord-Br. in 37° West-Lg.
und 30° Nord-Br. am 9. April in 35.5° West-Lg. geschnitten. In 24.2° Nord-Br.
and 37.8° West-Lg. schien am 5. April die nördliche Grenze des NE-Passats zu
liegen, jedoch folgten noch für mehrere Tage leichte südöstliche Winde, ehe
sich frischer Westwind einstellte, Das Schiff segelte dann zwischen den Inseln
Flores und Pico dem Kanal zu, auf welcher Strecke es am 15. und 16. April
noch einen schweren Weststurm zu bestehen hatte, wobei ein Boot verloren
ging. Am 19. April wurde 8° West-Lg. in 48° Nord-Br., nach einer Reise von
103 Tagen von Honolulu, erreicht, womit das meteorologische Journal seinen
Abschluss findet.
Das eiserne Deutsche Schiff „Fritz Reuter“, dessen Reiseroute unten folgt
(s. pag. 335), kam hier etwa gleichzeitig mit der „R. C. Wylie“ an, während
es Cap Horn 36 Tage vor letzterem Schiffe passirt hatte.
2, Reise der Hamburger Bark „Marie Heydorn II.“, Capt. A. J. Mählmann.
Capt. Mählmann, von der Hamburger Bark „Marie Heydorn IT.“, lieferte
der Seewarte ein Journal ein, welches während einer Reise von Hamburg nach
Ostsibirien, dann auf einer Anzahl von Zwischenreisen in den chinesischen Ge-
‚wässern, und schliesslich auf der Rückreise nach Hamburg geführt wurde.
Die ersten Eintragungen wurden am 18. März 1875 gemacht, als das
Schiff sich in 48.5° Nord-Br. und 7.2° West-Lg. befand. Von hier brachte ein
frischer Ostwind das Schiff schnell und ‚ohne Aufenthalt am 25. März nach
30° Nord-Br. in 19.5° West-Lg. und später in den Passat, so dass sich die
nördliche Grenze desselben aus diesem Journal nicht feststellen lässt. Die
Cap Verde’schen Inseln wurden weit westlich passirt und schon am 8. April, also
nach 22 Tagen vom Kanal aus, die Linie in 27.1ı° West-Lg. geschnitten. Strömung
wurde hier fast gar nicht wahrgenommen, ebensowenig wurden Windstillen nörd-
lich des Aequators angetroffen. Letztere stellten sich erst nach dem Passiren
der Linie ein und erstreckten sich bis 6° Süd-Br. Erst in 6.5° Süd-Br. und
28.1° West-Lg. am 13. April setzte der SE-Passat ein, mit dem 18° Süd-Br. in
32° West-Lg. am 19. April erreicht wurde. Hier endete der SE-Passat und
amlaufende Winde traten an seine Stelle. Es wurde dann 20° Süd-Br. in 31°
West-Lg. am 20. April, 30° Süd-Br. in 19.5° West-Lg. am 30. April, und der
Meridian von Greenwich in 38.8° Süd-Br. am 11. Mai geschnitten, dann von hier
die Länge nach Osten zwischen 39° und 40° Süd-Br. abgesegelt. Obgleich in
diesen Breiten die Winde nicht beständig aus westlicher Richtung wehten, viel-
mehr während einiger Tage sogar eine nordöstliche und südöstliche Richtung
annahmen, ging die Reise doch gut von Statten, namentlich weil die Winde
niemals sehr heftig wurden. Am 5. Juni wurde 80° Ost-Lg. in 37° Süd-Br. und
zpäter 30° Süd-Br. in 103° Ost-Lg. erreicht. Hier hatte das Schiff noch einen
schweren Sturm aus West durchzumachen, der von orkanartigen Böen, Wasser-