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aufgewogen. Je weiter der Sommer vorrückt, wird dieser Strom stärker und
nahe bei der Küste von Afrika immer mehr nordöstlich.
Wetter, Starker Thaufall ist in dem nördlichen Theil des Gebietes sehr
gewöhnlich, ebenso über dem kalten Wasser nahe am Aequator. Es herrscht
in diesem Monat vicl unruhiges Wetter vor, mit vielen Gewittern und Böen
(aus nördlichen oder südlichen Quadranten), welche mit Windstillen abwechseln.
In dem 10°-$. 2, zwischen 6°—7° Nord-Br. und 29°-——30° West-Lg. (also im
1°... 69) ist das Wetter ausserordentlich unruhig; ein Schiff wurde von drei
heftigen aufeinander folgenden Windstössen aus nördlicher Richtung von der
Stärke 8 betroffen, auf welche Windstille folgte.
Südlich vom Aequator ist das Wetter immer noch sehr unruhig, und
zwar nahe bei der Südamerikanischen Küste in höherem Grade als in den öst-
licher gelegenen Feldern. Es finden aber weniger Gewitter statt, als in den
vorhergehenden Monaten.
Seegang. Nordwestliche Dünung tritt in dem nördlichen Theil des Ge-
bietes immer noch sehr häufig auf; es ist hier aber anch südwestliche Dünung
anzutreffen, obgleich die vorherrschenden südlichen Winde ungefähr 600 Seem.
weiter südlich auftreten und ihre Dünung gegen die Nordost-Winde anzu-
kämpfen hat. Südlich von dem Aequator ist keine nordwestliche Dünung
angetroffen worden, vielmehr schwere, zuweilen sehr starke südwestliche Dünung
mit südöstlichen Winden,
Wolken. In dem 10°... 39, hauptsächlich in seiner südlichen Hälfte,
ziehen mit NE-Wind die oberen Wolken gewöhnlich aus SE. In der Nordhälfte
des 10°-. 3 ziehen die meisten oberen Wolken ebenfalls aus SE mit NE-Wind,
aber in der Südhälfte aus NE mit SE-Wind. Dies zeigt uns, dass die Wolken
des einen Passates über die Aequatorial - Grenze des anderen hinwegziehen.
Südlich vom Aequator ziehen gewöhnlich die oberen Wolken aus NE, so be-
sonders in der südlichen Hälfte des 10°-. 303.
Naturgeschichtliches. Grosse Mengen von Heuschrecken wurden in dem
nordöstlichen Theil des 10°-%. 39 angetroffen, und in dem südwestlichen Theil
des 10°-$. 40 sogar eine Motte, obwohl das nächste Land 600 Seem, entfernt
war. In dem 10°-%. 2 wurde eine Schwalbe gesehen; in dem 10°-. 3 liess
sich eine Wolke von Heuschrecken auf dem Takelwerk nieder und blieb hier
die ganze Nacht, 600 Seem. vom Lande entfernt.
Vermischtes. Rother Staub wurde in den 10°-Feldern 39, 40 und 4 au
der Takelage und an den Segeln gesehen.
Beste Route zum Passiren der Linie im Monat Juni (s. Taf. I und III).
Nach Süden bestimmte Schiffe sollten stets westlich der Cap Verde-
schen Inseln gehen, da dort der Wind stärker als an der Ostseite ist; in
ungefähr 26° West-Lg. muss südlich gesteuert werden, und sobald der erste
südliche Wind durchkommt, also ungefähr in 6° Nord-Br., ist südöstlich zu
halten. Mit Steuerbord-Halsen muss man so lange liegen bleiben, als damit
Süd gewonnen wird und bis man gut weit ostwärts gekommen ist; denn nach
den Wind-Angaben für die 10°-Felder 302 und 303 soll ein Schiff den Aequator
nicht westlicher, als in 28° West-Lg., schneiden. Man wird sogar noch gut
thun, den Aequator 2 bis 3 Grad östlicher als 28° West-Lg. zu schneiden.
Zwischen 8° und 4° Nord-Br. wird die Strömung wahrscheinlich östlich
sein, jedoch südlich von 4° Nord-Br. ist sie sehr stark westlich. Da der
SE-Passat in der Nähe des Aequators östlicher ist, so ist auch dieses ein Grund,
beim Eintritt des ersten südlichen Windes das erforderliche Ost zu machen,
Nach der Windkarte für Juni ist für die östliche Hälfte des 10°-. 303
SEzE als Hauptwindrichtung anzunehmen, und ist der Wind anders, so ist:
zwischen 0° und 4° Süd-Br. die Wahrscheinlichkeit, wie ungefähr 4:3, dass der
Wind südlicher ist;
die Wahrscheinlichkeit, wie ungefähr 3:2, dass der
Wind südlicher ist;
die Wahrscheinlichkeit, wie ungefähr 3:1, dass der
Wind südlicher ist;
die Wahrscheinlichkeit, wie ungefähr 2:1, dass der
Wind südlicher ist.
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