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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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aufgewogen. Je weiter der Sommer vorrückt, wird dieser Strom stärker und 
nahe bei der Küste von Afrika immer mehr nordöstlich. 
Wetter, Starker Thaufall ist in dem nördlichen Theil des Gebietes sehr 
gewöhnlich, ebenso über dem kalten Wasser nahe am Aequator. Es herrscht 
in diesem Monat vicl unruhiges Wetter vor, mit vielen Gewittern und Böen 
(aus nördlichen oder südlichen Quadranten), welche mit Windstillen abwechseln. 
In dem 10°-$. 2, zwischen 6°—7° Nord-Br. und 29°-——30° West-Lg. (also im 
1°... 69) ist das Wetter ausserordentlich unruhig; ein Schiff wurde von drei 
heftigen aufeinander folgenden Windstössen aus nördlicher Richtung von der 
Stärke 8 betroffen, auf welche Windstille folgte. 
Südlich vom Aequator ist das Wetter immer noch sehr unruhig, und 
zwar nahe bei der Südamerikanischen Küste in höherem Grade als in den öst- 
licher gelegenen Feldern. Es finden aber weniger Gewitter statt, als in den 
vorhergehenden Monaten. 
Seegang. Nordwestliche Dünung tritt in dem nördlichen Theil des Ge- 
bietes immer noch sehr häufig auf; es ist hier aber anch südwestliche Dünung 
anzutreffen, obgleich die vorherrschenden südlichen Winde ungefähr 600 Seem. 
weiter südlich auftreten und ihre Dünung gegen die Nordost-Winde anzu- 
kämpfen hat. Südlich von dem Aequator ist keine nordwestliche Dünung 
angetroffen worden, vielmehr schwere, zuweilen sehr starke südwestliche Dünung 
mit südöstlichen Winden, 
Wolken. In dem 10°... 39, hauptsächlich in seiner südlichen Hälfte, 
ziehen mit NE-Wind die oberen Wolken gewöhnlich aus SE. In der Nordhälfte 
des 10°-. 3 ziehen die meisten oberen Wolken ebenfalls aus SE mit NE-Wind, 
aber in der Südhälfte aus NE mit SE-Wind. Dies zeigt uns, dass die Wolken 
des einen Passates über die Aequatorial - Grenze des anderen hinwegziehen. 
Südlich vom Aequator ziehen gewöhnlich die oberen Wolken aus NE, so be- 
sonders in der südlichen Hälfte des 10°-. 303. 
Naturgeschichtliches. Grosse Mengen von Heuschrecken wurden in dem 
nordöstlichen Theil des 10°-%. 39 angetroffen, und in dem südwestlichen Theil 
des 10°-$. 40 sogar eine Motte, obwohl das nächste Land 600 Seem, entfernt 
war. In dem 10°-%. 2 wurde eine Schwalbe gesehen; in dem 10°-. 3 liess 
sich eine Wolke von Heuschrecken auf dem Takelwerk nieder und blieb hier 
die ganze Nacht, 600 Seem. vom Lande entfernt. 
Vermischtes. Rother Staub wurde in den 10°-Feldern 39, 40 und 4 au 
der Takelage und an den Segeln gesehen. 
Beste Route zum Passiren der Linie im Monat Juni (s. Taf. I und III). 
Nach Süden bestimmte Schiffe sollten stets westlich der Cap Verde- 
schen Inseln gehen, da dort der Wind stärker als an der Ostseite ist; in 
ungefähr 26° West-Lg. muss südlich gesteuert werden, und sobald der erste 
südliche Wind durchkommt, also ungefähr in 6° Nord-Br., ist südöstlich zu 
halten. Mit Steuerbord-Halsen muss man so lange liegen bleiben, als damit 
Süd gewonnen wird und bis man gut weit ostwärts gekommen ist; denn nach 
den Wind-Angaben für die 10°-Felder 302 und 303 soll ein Schiff den Aequator 
nicht westlicher, als in 28° West-Lg., schneiden. Man wird sogar noch gut 
thun, den Aequator 2 bis 3 Grad östlicher als 28° West-Lg. zu schneiden. 
Zwischen 8° und 4° Nord-Br. wird die Strömung wahrscheinlich östlich 
sein, jedoch südlich von 4° Nord-Br. ist sie sehr stark westlich. Da der 
SE-Passat in der Nähe des Aequators östlicher ist, so ist auch dieses ein Grund, 
beim Eintritt des ersten südlichen Windes das erforderliche Ost zu machen, 
Nach der Windkarte für Juni ist für die östliche Hälfte des 10°-. 303 
SEzE als Hauptwindrichtung anzunehmen, und ist der Wind anders, so ist: 
zwischen 0° und 4° Süd-Br. die Wahrscheinlichkeit, wie ungefähr 4:3, dass der 
Wind südlicher ist; 
die Wahrscheinlichkeit, wie ungefähr 3:2, dass der 
Wind südlicher ist; 
die Wahrscheinlichkeit, wie ungefähr 3:1, dass der 
Wind südlicher ist; 
die Wahrscheinlichkeit, wie ungefähr 2:1, dass der 
Wind südlicher ist. 
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