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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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Gegend, aber dieser Ort des barometrischen Minimums ist nahezu an der- 
selben Stelle, wo die höchste Temperatur der Luft und See vorkommt. 
Der höchste Luftdruck 765.4” (30.134 e. Z.) ist noch fortdauernd in der 
Nordwest-Ecke des Gebietes und hat seit Mai etwas zugenommen, aber die 
[sobare von 30.ors e. Z. oder 763.9” zeigt sich jetzt in der Südost-Ecke des 
Gebietes, Der mittlere Luftdruck des ganzen Gebietes hat seit Mai sehr be- 
deutend zugenommen, hauptsächlich zwischen 0° und 10° Süd-Br., wo die 
Zunahme 1.33” oder O.oss €. Z. beträgt; zwischen 0° und 10° Nord-Br. ist sie 
O.76 Z O.oso e. Z. und zwischen 10° und 20° Nord-Br. nur 0.32" oder 
Q.o1s 6. Zu! 
Temperatur. Die niedrigsten Temperaturen der Luft und des Meeres 
(bezw. 21.4«° und 20.7° C. oder 69.9° und 69.2° F.) sind noch immer in der 
Nordost-Ecke des Gebietes, obgleich sie beide höher sind, als im Mai; auch 
die höchsten Temperaturen (bezw. 28,5° und 27.7° C. oder 83.3s° und 81.9° F.) 
treten, wie im Mai, an der Ostseite des Gebietes auf. An der Westseite zeigt 
zich eben die Meeres-Isotherme von 27.2° C. oder 81° F, 
Der Temperaturunterschied bei der Südwest-Küste von Nord-Afrika tritt 
nicht so deutlich hervor, wie in den früheren Monaten; aber die niedrige 
Temperatur sowohl der Luft als des Meeres, welche sich schon im Mai nahe 
bei dem Aequator zeigte, ist noch bemerkbarer geworden: die Temperatur der 
Oberfläche des Meeres ist bis zu 28.3° C. oder 74° F. herabgesunken. Die 
[sothermen bilden längs des Aequators Schleifen in der Richtung, nach welcher 
der starke Aequatorial- (Passat-) Strom setzt. Während die Tendenz des kalten 
Wassers, längs der Westküste von Nord-Afrika nach Süden zu setzen, in dem 
Sommer der nördlichen Halbkugel abnimmt, wächst in dem Winter der südlichen 
Halbkugel das Bestreben des kalten Wassers, nordwärts längs der Westküste 
von Süd-Afrika zu setzen; dieses Wasser scheint durch die eigenthümliche 
Gestaltung des Festlandes bei dem Golf von Guinea und durch die östlichere 
Richtung des Südost-Passates, in Verbindung mit dem Zusammentreffen der 
Triften der beiden Passate, längs des Aequators nach Westen hin abgelenkt zu 
werden und so den starken Passatstrom dieser Jahreszeit zu bilden. 
Nordost-Passat. Die Richtung des Nordost-Passates geht, ähnlich wie im 
Mai, nahe der Küste von Afrika in einen nordwestlichen Wind über. Seine 
Stärke hat zwischen 16° und 20° Nord-Br. zugenommen, aber südlich von 
16° Nord-Br. abgenommen. Er ist im Ganzen um 2 Grad nach Norden zurück- 
yewichen, in einigen Theilen des Gebietes sogar um 4 Grad. In dem 10°-F. 40 
treten mehr Böen auf als im 10°-$. 39. 
Südost- Passat. Der Südost - Passat herrscht bis 6° Nord-Br. vor, mit 
Ausnahme an der äussersten westlichen Seite des Gebietes; an der Ostseite 
herrschen südwestliche Winde bis 8° Nord-Br. und zwischen 15° und 20° West-Lg. 
sogar bis zu 10° Nord-Br. Die Stärke des Südost-Passates hat seit Mai be- 
deutend zugenommen, 
Strömungen. Die vorherrschenden Strömungen sind im Allgemeinen noch 
immer westliche; nahe bei der Küste von Afrika wurden sie südwestlich, süd- 
lich bis südöstlich, Zwischen 4° und 8° Nord-Br., in einer Zone, welche sich 
von der Ostseite des Gebietes (wo die Strömung sich nach NE hinneigt) bis 
30° West-Lg. erstreckt, sind die Strömungen östlich. Die westliche Strömung 
hat seit Mai im Ganzen an Stärke zugenommen, besonders der äquatoriale 
Passatstrom, welcher zwischen dem Aequator und 9° Nord-Br. sehr mächtig ist. 
Die östliche Strömung ist ebenfalls seit Mai stärker geworden. Dies 
kann vielleicht durch die Thatsache erklärt werden, dass in diesem Monat der 
NE-Passat sich weiter nach Norden hin erstreckt, als im Winter, und mehr 
Wasser von Afrika hinwegdrängt, während andererseits im Norden weniger 
westliche Stürme auftreten, weshalb auch weniger Wasser gegen die Küste hin- 
getrieben wird. Die hierdurch verursachte geringere Wassermenge wird anderer- 
seits wieder durch den stärkeren östlichen Strom nahe bei dem Aequator wieder 
es der Küste zu, so dass die offene See nicht erreicht werden konnte.“ Dieses Schiff schnitt am 
18. Mai Mittags in 26° 18‘ West-Lg. den Acquator, und war am 28. Mai Mittags erst in 10° 28’ 
Süd-Br und 35° 38‘ West-Lg. Der Wind war sehr südlich und das Wetter zuweilen böig und 
regnig“ (s. „Remarks etc“, pag. 379). A. d. Rı 
1) Vgl. „Ann, d. Hydr.“, 1876, pag, 379.
	        
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