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Wind SE“ zwischen 5° Nord-Br. und 5° Süd-Br. Dies deutet an, wie der eine
Passat über die äquatoriale Grenze des anderen übergreift.
Naturgeschichtliches. Landvögel und Insekten sind nicht häufig gesehen
worden: nur zwei Schwalben wurden angetroffen. Wale, Fische und Seevögel
sind dagegen sehr zahlreich.
Vermischtes. In dem 1°-%. 49 des 10°-. 38 wurde am 4. Januar 1862
8% a, m. die Takelage eines Schiffes vollständig von Spinnengeweben bedeckt
gefunden, während der Wind NE von der Stärke 4 war. Rother Staub ist in
dem 10°-$. 39 als eine gewöhnliche Erscheinung von den Segelschiffen bemerkt
worden; das Zodiakallicht ist in dem 10°-3%. 40 als aussergewöhnlich glänzend
beobachtet worden, so namentlich in den 1°- Feldern 30, 54 und 81 dieses
Zehngradfeldes,
In dem 1°-%, 00 des 10°-$. 4 (ungefähr 0° 6‘ Nord-Br. und 30° 28‘
West-Lg.) ist am 25. Januar 1859 0* 30=ir. p. m. auf einem Schiffe ein unter-
geeischer Erdstoss verspürt worden; die Erschütterung hielt 1/2 Minuten an.
Nach dem Bericht eines anderen Schiffes ist dieser unterseeische Erdstoss dicht
bei St. Paul’s Rocks (in dem 1°-%$. 09 des 10°-7$. 3) 84 Seem. NEzE von dem
ersteren Schiffe und 10 Seem. SE von St. Paul’s Rocks entfernt, ebenfalls bemerkt
worden, und zwar um 1®* pv. m. mit einer Dauer von 40 Sekunden.
Beste Route zum Schneiden der Linie im Monat Januar (s. Tafel I und IP).
Nach Süden bestimmte Schiffe sollten stets westlich der Cap Verde-
schen Inseln gehen, denn obgleich der Wind im Januar dicht an der Ostseite
der Inseln gleichmässig stark ist, so ist derselbe doch an der westlichen Seite
des 10°-$. 3 unbedingt stärker, als an der östlichen Seite dieses Feldes.
Wenn auch der nordöstliche Wind bis zum Aequator, bis westlich des
Meridians von 30° West-Lg. vorherrscht, und ein gut segelndes Schiff seine Reise
zuweilen beschleunigt hat, wenn es den Aequator westlich von 30° West-Lg.
geschnitten hat, so sind andere Schiffe doch auch an ihrem Vorwärtskommen
durch den Einfluss des Festlandes behindert worden, wie solches aus den Wind-
angaben im Januar für das 10°-%. 303 zu ersehen ist.
Nach einer Bemerkung für das 1°-$. 74 im 10°-F$. 303 hat ein allerdings
sehr schlecht segelndes Schiff, welches den Aequator in 32° 45‘ West-Lg. am
13. December 1857 geschnitten hatte, 25 Tage gebraucht, ehe es vom Lande
frei war. !
Bi sicherste westliche Schnittgrenze für ein so schlecht segelndes Schiff
liegt zwischen 26° und 27° West-Lg.
Nach den Angaben der Windkarte für Januar, für die östliche Hälfte des
10°-$%. 303, kann man SEzE als Hauptwindrichtung annehmen (s. pay. 313);
weht der Wind nicht aus dieser Richtung, so ist:
zwischen 0° und 2° Süd-Br. die Wahrscheinlichkeit ungefähr wie 1:1, dass der
Wind mehr südlich, mehr östlich oder mehr nord-
östlich ist; ?)
die Wahrscheinlichkeit wie 2:1, dass der Wind
mehr südlich ist;
die Wahrscheinlichkeit wie 4:3, dass der Wind
mehr südlich ist;
die Wahrscheinlichkeit wie 4:3, dass der Wind
mehr östlich oder nordöstlich ist;
die Wahrscheinlichkeit wie 4:1, dass der Wind
mehr östlich oder nordöstlich ist.
Nach der Januar-Karte für das 10°-%. 303 herrscht westliche Strömung
vor, welche 20 bis 30 Seem. in 24 Stunden setzt; diese Strömung ist in der nörd-
lichen Hälfte des 10°-%. stärker, als in der südlichen Hälfte.
1) An der betreffenden Stelle (s. Remarks to accompany Monthly Charts of Meteorological
Data for nine Ten-Degree Squares pag. 321.) heisst es: „Am 7. Januar 1858, 2l p. m. Seitdem am
13. December in 32° 45‘ West-Lg. der Aequator geschnitten wurde, sind bis zum Mittag des heutigen
Tages 476 Seem, zurückgelegt. Die abgelaufene Distanz dagegen beträgt in diesen 25 Tagen 3397 Seem.“
2) Bei Berechnung dieser Wahrscheinlichkeiten sind alle Windrichtungen von Nord als nord-
östliche, und alle von Süd als südliche angenommen werden. Die wenigen Beobachtungen der west-
lichen Hälfte des Commnasses sind nicht mit einbegriffen (vgl. Tabelle pag. 314).