accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

„15 
Januar. 
Bemerkungen zur physischen Geographie der 9 Zehngrad- Felder 
in dem Gebiete 
zwischen 10° Nord-Br. — 20° Süd-Br. und 10°—40° West-Leg. 
im Monat Januar (s. Taf. II). 
Luftdruck, Der niedrigste Luftdruck 758.8””- (29,375 engl. Zoll) wird an 
der Ostseite des ganzen Gebietes angetroffen, wo auch die höchsten Tempera- 
turen der Luft und des Wassers stattfinden; der höchste Luftdruck 765.152" 
(30.125 e. Z.) ist in der Nordwest-Ecke, 
Temperatur, Die niedrigsten Temperaturen sowohl der Luft wie des 
Wassers (bezw. 20.4° und 21.3° C. oder 68.8s° und 70,s° F.) trifft man in der 
Nordost-Ecke des Gebietes; sie sind noch niedriger, als die Minima im December, 
in welchem Monat sie bezw. 21.6° und 21.s° C. betrugen. Die höchsten Tempe- 
raturen (27.4° und 28.1° C. oder 81.4° und 82.6° F.) sind an der Ostseite anzu- 
treffen. Ein bemerkenswerther Unterschied von circa 3.3° C. (6° F.) in der Ober- 
Aächentemperatur des Meeres findet über ungefähr 3 Breitengraden nahe bei der 
Nordkante des östlich setzenden Stromes statt. 
Nordost-Passat. Der Nordost-Passat ist an der Westseite des Gebietes 
seit December, wo er bis 4° Nord-Br. reichte, um ungefähr 2° südwärts vorge- 
rückt und erstreckt sich bis nahe zum Aequator; an der Ostseite aber nimmt 
er noch dieselben Stellen ein, wie im December, unmittelbar bis 6° Nord-Br.; 
er ist hier schwächer und weht mehr aus Nord, als an der Westseite; nahe 
dem Festlande von Afrika wird er schr schwach und nordwestlich; seit dem 
Monat December hat er entschieden an Stärke zugenommen. ?) 
In dem 10°-$. 40 ist der Wind sehr böig und ungestüm, weit mehr als 
in den weiter ostwärts gelegenen Eingradfeldern; dies ist um so bemerkens- 
werther, als das 10°-$, 40 in dem offenen Meere liegt, während das 10°-$. 39 
die Cap Verde’schen Inseln enthält. Vielleicht steht mit dieser Erscheinung die 
Nähe des 10°-$. 40 bei dem Gebiete des hohen Druckes in Verbindung, da die 
Windstösse oft bei klarem Himmel stattfinden, und in der Zwischenzeit zwischen 
denselben ein sehr schwacher Wind weht, gleichsam, als ob sie die Wirkungen 
abwärts getriebener Massen von trockener Luft wären. Heftige Windstösse bei 
klarer Luft, schr kühlem Wetter und sehr durchsichtiger Atmosphäre werden 
öfters an der Polargrenze jedes Passates angetroffen, 
Südost-Passat. In dem mittleren Theile des Gebietes herrscht der Südost- 
Passat bis zu 4° Nord-Br. vor; an der äussersten östlichen Seite weht bis zu 
8° Nord-Br. vorherrschend südlicher Wind, aber schr schwach; das Wetter ist 
hier sehr unsicher. Nahe an dem Aequator hat der Nordost-Passat entschieden 
an Stärke seit dem Decemher abgenommen. 
Strömungen, Westliche Strömungen herrschen vor, in Folge davon, dass 
seit December der Nordost-Passat an Stärke zu- und der Südost-Passat abge- 
nommen hat. Der östliche Strom ist auf eine kleine Fläche an der Ostseite des 
Gebietes beschränkt und schwächer, als im December. 
Wetter. Eine grosse Anzahl von Gewittern, einzelnen Blitzen, veränder- 
lichen Winden und Regenschauern herrschen da vor, wo an der Ostseite des 
Gebietes nördliche und südliche Winde zusammentreffen, 
Seegang. Schwere nordwestliche Dünungen werden schr häufig in dem 
nördlichen Theile, aber seltener in dem südlichen Theile des ganzen Gebietes 
angetroffen, obgleich gerade in jenem Theile Nordwest-Winde sehr selten sind. 
Dies scheint darauf hinzudeuten, dass die Dünungen von den Winterstürmen 
herrühren, welche in dem nördlichen Theile des Atlantischen Oceans so gewöhnlich 
sind und sich über mehrere Hunderte von Meilen erstrecken, ja selbst in das 
Gebiet des Südost-Passates eingreifen. 
Wolken. „Obere Wolken aus SW, Wind NE“, sind zwischen 10° und 
20° Nord-Br. die gewöhnlichsten Erscheinungen; ebenso „Obere Wolken aus 
SE, Wind NE“ zwischen 5° und 10° Nord-Br. und „Obere Wolken aus NE, 
!) Diese Vergleichung der Windstärken ist aus den Vergleichungen der in den verschiedenen 
Feldern auf den monatlichen Karten für die betreffenden Windrichtungen angegebenen Stärkegraden 
abgeleitet.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.