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über Seegang, Zug der öberen Wolken, Wetter, endlich Naturgeschichtliches
und vermischte Notizen, namentlich in Betreff von untersecischen Erdbeben,
rothem Staub u. Ss. w. .
Für die Wahl der besten Route, um die Linie zu schneiden, sind die
Bemerkungen über den Wind in dem 10°-%. 303 für den betreffenden Monat
von besonderer Wichtigkeit. Sie führen — wie weiter unten im Text zu er-
sehen ist — verschiedene Fälle an, in welchen ein Schiff die Linie zu weit
westlich geschnitten und dadurch für seine weitere Fahrt viel Zeit verloren
hat, um 10° Süd-Br. zu erreichen. Diese Bemerkungen für das 10°-$. 303
sind von dem Schiffsführer bei der Wahl seiner Route wohl zu beachten und,
ehe er in. das 10°-$. 303 einsegelt, sorgfältig zu prüfen.
Besondere Aufmerksamkeit ist aber in solchen kritischen Gegenden selbst
erforderlich, wo, wie z. B. nahe bei Cap St. Roque (im 10°-%. 303), Schiffe
auf der Ausreise zu einer bestimmten Zeit des Jahres zu erwarten haben, süd-
liche Winde und leewärts setzende Strömungen zu finden, während zu einer
anderen Zeit des Jahres die heimsegelnden Schiffe nordöstliche und nördliche
Winde antreffen können. In solchen Fällen kann der Schiffsführer eine klarere
Vorstellung von den wahrscheinlich anzutreffenden Winden gewinnen, wenn er
auf beiden Seiten des, in dem betreffenden Wind-Diagramme (auf Tafel II und 111)
verzeichneten Pfeiles der vorherrschenden Windrichtung die Anzahl der Wind-
beobachtungen aus den Richtungen von der vorherrschenden aus bis inel. Nord
oder Süd einträgt; diese Zahlen kann man aus den in den „Charts of Meteor,
Data etc.“ enthaltenen Karten für das 10°-. 303 und dessen Unterabtheilungen
zwischen 30° und 35° West-Lg. — also südwärts vom Aequator und nahe bei
Cap St. Roque — entnehmen.‘)
So zeigt z. B. die Januar-Karte für das 10°-%. 303, dass zwischen dem
Acquator und 2° Süd-Br. der vorherrschende Wind SE ist; diese Richtung ist
auf dem Wind-Diagramm für den Monat Januar (Tafel II) durch einen rothen
Pfeil gekennzeichnet. Die Karte zeigt ferner, dass 78 Beobachtungen von
Windrichtungen zwischen SE und Nord (incl.), aber nur 32 zwischen SE und
Süd (incl) vorhanden sind. Hiernach ist mit grosser Wahrscheinlichkeit anzu-
nehmen, dass der Wind in diesem Streifen im Monat Januar entweder SE oder
mehr östlich und sogar nordöstlich ist. Zwischen 2° und 4° Süd-Br. ist der
vorherrschende Wind SEzE, 35 Beobachtungen ergeben Windrichtungen zwischen
SEzE und Nord, aber 68 zwischen SEzE und Süd, so dass hiernach zwar der
wahrscheinlichste Wind in diesem Streifen ein SEzE-Wind ist, dass er aber im
Allgemeinen eine mehr südliche Richtung hat.
Nach dieser Methode findet man, dass für den Monat Januar in allen
Streifen zwischen 0°—10° Süd-Br. und 30°—35° West-Lg. (mit Ausnahme des
Streifens von 2°—4° Süd-Br. und einigermassen auch des Streifens von
4°—6° Süd-Br.) die Richtung des Windes, wenn sie von der vorherrschenden
abweicht, etwas mehr östlich oder nordöstlich ist, als diese (s. Tabelle
pag. 314).
{n den Angaben für die besten Routen zum Schneiden der Linie ist
in den „Remarks etc.“ SEzE als die, für jeden Monat des Jahres in dem Gebiet
zwischen 0°—10° Süd-Br. und 30°—35° West-Lg. vorherrschende Richtung des
Windes angenommen worden; durch einen Vergleich der Anzahl der Winde aus
SEzE mit derjenigen der Winde aus anderen Richtungen wird nun der Schiffs-
führer in den Stand gesetzt, mit einem Blick ersehen zu können, welche Chancen
für die in einem bestimmten Monat in dem betreflenden Gebiete anzutreffenden
Winde vorhanden sind.
Zur näheren Erläuterung dieser Methode bringen wir umstehend eine (wie
schon in der Anmerkung unten erwähnt) aus den Karten des englischen Originals
für die ersten sechs Monate des Jahres ausgezogene Tabelle, welche für je 5 Streifen
von 2° Breite zwischen 30°-—35° West-Lg. die Anzahl der daselbst in jedem Monat
angestellten Wind- und Strömungsbeobachtungen nebst Angabe ihrer Vertheilung
auf die vorherrschende Richtung (die bei dem Wind aus SEzE angenommen ist)
und auf die von ihr abweichenden Richtungen enthält.
‘) Wir haben diese Zahlen auf der folgenden Seite zunächst für die ersten sechs Monate des
Jahres tabellarisch zusammengestellt.