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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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ständig geschmolzen und so weich wie Mehlteig, das Wasser war nur einen 
Zoll in das Innere eingedrungen. Wir hörten ein Geräusch, wie wenn ein 
Bach sich über Felsen stürzt, das anscheinend aus dem unterseeischen Krater 
herrührte; letzterer findet wahrscheinlich seine Fortsetzung am Lande, wo wir 
etwa drei englische Meilen weit einen Spalt entdeckten, der eine Breite von 
einigen Zollen bis zu drei Fuss hatte. Stellenweise floss Wasser in diesen 
Spalt hinein. In der Nacht vor dem Ausbruche wurde ein heftiges Erdbeben 
gespürt, das jedoch anscheinend keinen Schaden angerichtet hat. Die von dem 
Vulkan ausgeworfene Lava ist porös, bröckelig und leicht, so dass sie in 
heissem, brennendem Zustande auf der Oberfläche des Wassers tfreibt; nach 
Entströmung der schwefligen Gase und Erkaltung sinkt sie jedoch, wie schon 
arwähnt. Wahrscheinlich steigt aber nur die leichte Lava bis an die Ober- 
fläche, während die schwereren Stücke auf dem Grunde des hier bis 50 Faden 
tiefen Meeres zurückbleiben. Einige Stücke der Lava sind sogenannte „Pele’s 
Haar“, eine glasartige Masso, die man früher dadurch entstanden glaubte, dass 
der Wind auf die glühende Lava einwirkte und sie in glasartige Fäden aus- 
spann. Durch den Ausbruch sind zahllose Fische getödtet worden, die von den 
Eingeborenen eifrigst gesammelt wurden. In dem Konadistriete von Hawali 
hat man in den letzten hundert Jahren keine vulkanische Eruption mehr gehabt 
und man glaubte, dass das unterirdische Feuer nur in den Mokuaweoweokratern 
und in den Distrieten Puna und Kau in 'F’hätigkeit sei. Der jetzige Ausbruch 
hat bewiesen, dass die vulkanischen Kräfte auch unterhalb des Bodens von Kona 
lebendig sind; wie lange sie noch in Thätigkeit bleiben werden, ist nicht zu 
bestimmen, man fürchtet aber einen baldigen neuen Ausbruch, entweder an 
derselben Stelle oder sonstwo auf den hawalischen Inseln.“ 
Berichtigung. 
Auf Seite 208 des vorigen Heftes (V.) ist die letzte Zeile unten als 
arste Zeile oben zu setzen. 
Die „Annalen der Hydrographie“ etc. erscheinen in Monatsheften. Der halbjährige Prä- 
aumerationspreis beträgt MM. 1.50. Kinzelne Nummern kosten A 0,50. Die „Nachrichten für 
Seefahrer“ als Beiblatt zu den „Annalen der Hydlrographie“ etc. erscheinen wöchentlich einmal, 
n dringenden Fällen in Extrablättern; Abonnementspreis A 1.00. halbjährlich, einzeine Num- 
mern AM. 0.05. Man abomnirt auf dieselben — getrennt zu obigen Preisen oder zusammen 
für AM 2.50 halbjährlich -— ausserhalb bei den Postanstalten und Buchhandlungen (in Ave/ bei 
der Universitätsbuchhandlung, Schuhmacherstr. 86), in Berlin bei der Expedition, Kochstr. 69 
Gedruckt and in Commission bei E. S, Mittler & Sohn. 
Königliche Hofbuchhandlung. 
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