307
Der Kurs wird NW'/AW sein und man wird auf diesem Wege das tiefste
Wasser finden; man passire an der Ostseite der Fischerstöcke und steuere
dann auf der nächsten Gruppe derselben zu, die in derselben Richtung liegt.
Die passirten Fischerstöcke behalte man dabei (wegen der Strömung) recht
hinter dem Schiffe; man passire dann in der Mitte der Fischerstöcke und falls
man nicht über die zweite Barre gehen will, ankere man 1 bis 2 Kblg, inner-
halb der Fischerstöcke auf 5.5 bis 7.3 Met. Wasser, Schlammgrund. Die fran-
zösischen Special-Karten sind gut; von diesem Ankerplatz aus kann man mit
ihrer Hilfe ganz gut nach Hazi-phong gelangen. Die Bänke im Fluss bestehen
aus Schlamm und fallen grösstentheils steil ab. In Bezug auf die obenerwähnte
Strömung sei noch bemerkt, dass sie auf der äusseren Barre SSE—NNW und
ausserhalb Hon Dau Nord—Süd setzt.“
11. Die Lage einiger Inseln im Südost von Japan ist, wie in
diesen „Annalen“ 1876, pag. 274 u. 285 mitgetheilt ist, von Capt. Knorr
während seiner Reise von Japan etc. nach den Palau- Inseln und zurück (De-
cember 1875 bis März 1876) berichtigt worden. Capt. Niejahr hat, wie er
uns kürzlich brieflich mittheilt, während seiner Reise von Hakodate nach
Shanghai schon im Februar 1874 u. A. die Lage mehrerer der südlich von
Aoga-Sima (Onanga) gelegenen Inseln und Felsen durch Observationen und
Peilungen mit Berücksichtigung der Strömungen bestimmt und die Ergebnisse
seiner Untersuchungen in der „Hansa“ 1874 veröffentlicht,
Nach der uns von Capt. Niejahr zugesandten Manuseript- Kartenskizze
nebst Erläuterungen derselben sind die Positionen nachstehender Inseln folgende:
1. Koning Willem II. Island‘) . . . . 31° 53‘ Nord-Br., 139° 54‘ Ost-Leg.
2. Smith’s (Heber- oder Jeanette-) Island?) 31° 26‘ # 140° 35‘
3. Ponafidin-Island®) . . . 0... 30° 29.5‘ » 140° 165°
4. Lot’s Wife*). 0.00.0000. 4 4. 29° 50 » 140° 24’ ”
12. Ein unterseeischer Krater bei der Insel Hawaii (Owhyhee),
Am 14, Februar 1877 zwischen 9 und 10 Uhr Abends fand eine sehr heftige
Eruption des Mauna Loa-Kraters®) statt, welche aber nur 6 Stunden anhielt.
Am 24. Februar ereignete sich in der Nähe der Hafeneinfahrt in die Keala-
kekua-Bai, wo Cook am 14. Februar 1779 seinen Tod fand, ein merkwürdiger
unterseeischer Ausbruch, welchen ein Augenzeuge, der Redacteur der „Hawaii-
Gazette“, folgendermassen beschreibt:
„Als wir am 24. Februar auf der Fahrt von Kau nach der Kealakekua-
Bai in die Nähe der Hafeneinfahrt kamen, sahen wir Dampf- und Rauchsäulen
Aus dem Meer aufsteigen, das so bewegt war, als ob eine grössere Anzahl
Walfische dort spielten. Ueberall trieben grössere Stücke Lava umher. Die
Kingeborenen erzählten, dass die unterseeische Eruption zuerst am 24, Februar
am 3 Uhr Morgens beobachtet sei; sie wollten anfänglich unzählige rothe,
grüne und blaue Lichter gesehen haben, die sie sich vor dem nächsten Morgen
nicht zu erklären vermochten. Der Vulkan scheint aus einer etwa eine See-
meile langen Spalte zu bestehen, da man so weit nach See hinaus Dampf und
Lava aufsteigen sieht. Die Tiefe des Wassers beträgt 37—110 Met. Der
Vulkan liegt gerade im Track der vorbeifahrenden Dampfer und erstreckt sich
in der Richtung von Westnordwest nach Ostsüdost, Nachmittags fuhren wir
mit den Böten nach der Stelle, wo das Wasser am stärksten kochte und be-
ständig zahlreiche grosse Stücke Lava an der Oberfläche erschienen und gegen
die Böte stiessen. In einer Minute wurde unser Boot von nicht weniger als
sechs Stücken Lava, die durchschnittlich zwei Kubikfuss gross waren, getroffen,
indessen erlitt es durchaus keinen Schaden, da die Lava vollständig weich war;
beim Erscheinen an der Oberfläche war sie, wie wir bemerkten, rothglühend
und entwickelte schweflige Dämpfe und Gase, Einmal sahen wir mehrere
hundert Stücke Lava umhertreiben, jedoch sanken dieselben nach der Erkaltung
fast ebenso schnell, wie sie aufgestiegen waren. Ein paar Stücke Lava nahmen
wir in weissglühendem Zustande in das Boot: dieselben waren im Innern voll-
') s. Findlay’s „North Atlantic Directory“ pag. 629,
) a. a. O. pag. 630 und „Ann. d. Hydr.“ 1876, pag. 285.
3) a. a. O. pag. 680 und „Ann, d. Hydr.“ 1876, pag. 285.
a. 8a. O. pag. 630.
”) Vgl. „Ann. d. Hydrogr,“, 1875, pag. 276.
ann. d, Hydr., 1877, Heft VI. (Juni).