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der Nähe der gefährlichen Küste von Neufundland stets gelothet und nach den
Loöthungen seinen Abstand von der Küste bestimmt ist. Man findet 120 Seem.
vw. N 60° E von dem Leuchtfeuer auf Belle Isle 260 Met. feinen Sand, dann flacht
das Wasser bis zu 192 Met., Sand, allmählich ab; man befindet sich alsdann 60 Seem.
in derselben Richtung von Belle Isle entfernt. Hierauf nimmt die Tiefe bis zu
256 Met., Schlammgrund, wieder zu und wenn man sich 30 Seem. in derselben
Richtung vom Leuchtthurm befindet, so findet man 238 Met,, Schlamm und Stein,
von wo dann die Tiefe sehr plötzlich auf 172 Met., Felsen, abnimmt. Bei unsich-
tigem Wetter darf ein Schiff nie früher die Küste ansteuern, als bis etwas von ihr
zu erkennen ist oder bis die von dem Leuchtthurm abgefeuerten Kanonenschüsse
zu hören sind. In 52° 10‘ Nord-Br. und 54° 0’ West-Lg. findet man 190 Met. Sand-
grund, und in 52° 22‘ Nord-Br. und 53° 0‘ West-Lg. 229 Met. Sandgrund.
4. Die Ansteuerung von St. Thomas wird nach einem Bericht des
Commandanten S. M. S. „Nymphe“, Corv.-Capt. v. Ka 1l, sehr gut durch das Cap
Frenchman markirt. Die Einsegelung in den Hafen ist für kleinere Schiffe gut
zu bewerkstelligen. Bei dem Mühlenfels- Point schralt der Passat, welcher
draussen meist eine ostsüdostliche Richtung hat, sehr häufig; hierdurch wird
den grösseren, weniger gut steuernden Schiffen das Einsegeln erschwert. Die
Lootsen sind gut. S.M. 8. „Nymphe“ ankerte in SE®4S von Mühlenfels- Point
und in NzE'!/4AE von der Mitte des Forts Christien.
5. Für das Ansteuern von La Guayra bei trübem Wetter gilt, nach
demselben Berichte des Corv.-Capt. v. Kall von S. M. S. „Nymphe“ als Regel
das Ansteuern von Sentinel Bock; von dort laufe man die Küste ab bis
La Guayra. Als gute Marke ist noch der ca. 3 Seem. westlich von La Guayra
gelegene weisse, ziemlich steil abfallende Felsen (Blanco) zu erwähnen.
6. Ueber die Beschiffung der Mündung des Magdalenen-
Flusses bis Barranquilla') hat der Commandant S. M. S. „Victoria“,
Capt. Donner, berichtet, dass die Regierung von Columbia seit der käuflichen
Erwerbung der Eisenbahn zwischen Salgar und Barranquilla allen Schiffen das
Kinlaufen in den Magdalenen - Strom bis Barranquilla verboten hat, diejenigen
Schiffe ausgenommen, welche Eisenbahnmaterial für die von Puerto Bereio bis
Medellin, der Hauptstadt von Antioquia, im Bau begriffenen Eisenbahnstrecken
bringen. Der Führer der vor einigen Monaten mit einer solchen Fracht in den
Magdalenen - Strom eingelaufenen, der Firma Patlon, Vickers & Co. in
Liverpool gehörenden Schoonerbark „Ellen Holdt“, Capt. John Trewern, hat
in der Zeitung von Barranguilla vom 16. Februar 1877 einen kurzen Bericht
über seine bei dem Passiren der Einfahrt in den Magdalenen-Strom gesammelten
Erfahrungen und Ermittelungen veröffentlicht, durch welche die im Jahre 1875
von S. M, S. „Augusta“, Capt. z. See Freiherr von der Goltz, angestellten
Vermessungen und Peilungen (s. „Annal. d. Hydrogr.“ ete., 1876, pag. 14—20)
bestätigt werden.
In diesem Berichte heisst es nämlich:
„Am 9. Januar 1877 ging ich von Sabanilla aus, Anker auf, um in den
Magdalenen-Fluss einzulaufen und erreichte diesen am 10. Januar um 11% 30=i. a. m,
Die geringste auf der Barre gefundene Wassertiefe betrug 9.1 Met. (Das Schiff
hatte bei der Einsegelung 4.02 Met. Tiefgang). Die Barre hatte eine Breite von
'/a Seem. und soweit ich erkennen konnte bestand der Grund aus Sand.
Beim Einsegeln in diesen Fluss würde ich anempfehlen, dass man zuerst
Santa Marta ansteuert, hierauf nach Westen zu hält, bis Salamanca in Sicht
ist, wobei man ungefähr 4 Seem. von der Küste abbleiben muss und wo man
dann das schlammige Wasser des Magdalenen- Stroms antrifft. Ausserhalb der
östlichen Einfahrtsspitze des Flusses ist Brandung zu sehen, und sobald man
diese niedrige, mit Gebüsch bedeckte Landspitze in Sicht hat, bringe man
dieselbe in SzE und halte in der Richtung auf sie zu, bleibe jedoch ungefähr
180 Met. von der Spitze entfernt. N
An der Steuerbordseite brandet die See gleichfalls; man muss deshalb
zwischen den Brandungen der beiden Seiten hindurchsteuern. Nachdem die
Barre passirt ist, findet man mit 13 Met. Lothleine keinen Grund.
1) s. „Ann. d. Hydrogr.“, 1876, pay. 14—20; „The West India Pilot“, Vol, I, (1872)
pag. 155; „Sailing directions for the coast of Columbia“, London, 1865, pay, 34.