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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 5 (1877)

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der Nähe der gefährlichen Küste von Neufundland stets gelothet und nach den 
Loöthungen seinen Abstand von der Küste bestimmt ist. Man findet 120 Seem. 
vw. N 60° E von dem Leuchtfeuer auf Belle Isle 260 Met. feinen Sand, dann flacht 
das Wasser bis zu 192 Met., Sand, allmählich ab; man befindet sich alsdann 60 Seem. 
in derselben Richtung von Belle Isle entfernt. Hierauf nimmt die Tiefe bis zu 
256 Met., Schlammgrund, wieder zu und wenn man sich 30 Seem. in derselben 
Richtung vom Leuchtthurm befindet, so findet man 238 Met,, Schlamm und Stein, 
von wo dann die Tiefe sehr plötzlich auf 172 Met., Felsen, abnimmt. Bei unsich- 
tigem Wetter darf ein Schiff nie früher die Küste ansteuern, als bis etwas von ihr 
zu erkennen ist oder bis die von dem Leuchtthurm abgefeuerten Kanonenschüsse 
zu hören sind. In 52° 10‘ Nord-Br. und 54° 0’ West-Lg. findet man 190 Met. Sand- 
grund, und in 52° 22‘ Nord-Br. und 53° 0‘ West-Lg. 229 Met. Sandgrund. 
4. Die Ansteuerung von St. Thomas wird nach einem Bericht des 
Commandanten S. M. S. „Nymphe“, Corv.-Capt. v. Ka 1l, sehr gut durch das Cap 
Frenchman markirt. Die Einsegelung in den Hafen ist für kleinere Schiffe gut 
zu bewerkstelligen. Bei dem Mühlenfels- Point schralt der Passat, welcher 
draussen meist eine ostsüdostliche Richtung hat, sehr häufig; hierdurch wird 
den grösseren, weniger gut steuernden Schiffen das Einsegeln erschwert. Die 
Lootsen sind gut. S.M. 8. „Nymphe“ ankerte in SE®4S von Mühlenfels- Point 
und in NzE'!/4AE von der Mitte des Forts Christien. 
5. Für das Ansteuern von La Guayra bei trübem Wetter gilt, nach 
demselben Berichte des Corv.-Capt. v. Kall von S. M. S. „Nymphe“ als Regel 
das Ansteuern von Sentinel Bock; von dort laufe man die Küste ab bis 
La Guayra. Als gute Marke ist noch der ca. 3 Seem. westlich von La Guayra 
gelegene weisse, ziemlich steil abfallende Felsen (Blanco) zu erwähnen. 
6. Ueber die Beschiffung der Mündung des Magdalenen- 
Flusses bis Barranquilla') hat der Commandant S. M. S. „Victoria“, 
Capt. Donner, berichtet, dass die Regierung von Columbia seit der käuflichen 
Erwerbung der Eisenbahn zwischen Salgar und Barranquilla allen Schiffen das 
Kinlaufen in den Magdalenen - Strom bis Barranquilla verboten hat, diejenigen 
Schiffe ausgenommen, welche Eisenbahnmaterial für die von Puerto Bereio bis 
Medellin, der Hauptstadt von Antioquia, im Bau begriffenen Eisenbahnstrecken 
bringen. Der Führer der vor einigen Monaten mit einer solchen Fracht in den 
Magdalenen - Strom eingelaufenen, der Firma Patlon, Vickers & Co. in 
Liverpool gehörenden Schoonerbark „Ellen Holdt“, Capt. John Trewern, hat 
in der Zeitung von Barranguilla vom 16. Februar 1877 einen kurzen Bericht 
über seine bei dem Passiren der Einfahrt in den Magdalenen-Strom gesammelten 
Erfahrungen und Ermittelungen veröffentlicht, durch welche die im Jahre 1875 
von S. M, S. „Augusta“, Capt. z. See Freiherr von der Goltz, angestellten 
Vermessungen und Peilungen (s. „Annal. d. Hydrogr.“ ete., 1876, pag. 14—20) 
bestätigt werden. 
In diesem Berichte heisst es nämlich: 
„Am 9. Januar 1877 ging ich von Sabanilla aus, Anker auf, um in den 
Magdalenen-Fluss einzulaufen und erreichte diesen am 10. Januar um 11% 30=i. a. m, 
Die geringste auf der Barre gefundene Wassertiefe betrug 9.1 Met. (Das Schiff 
hatte bei der Einsegelung 4.02 Met. Tiefgang). Die Barre hatte eine Breite von 
'/a Seem. und soweit ich erkennen konnte bestand der Grund aus Sand. 
Beim Einsegeln in diesen Fluss würde ich anempfehlen, dass man zuerst 
Santa Marta ansteuert, hierauf nach Westen zu hält, bis Salamanca in Sicht 
ist, wobei man ungefähr 4 Seem. von der Küste abbleiben muss und wo man 
dann das schlammige Wasser des Magdalenen- Stroms antrifft. Ausserhalb der 
östlichen Einfahrtsspitze des Flusses ist Brandung zu sehen, und sobald man 
diese niedrige, mit Gebüsch bedeckte Landspitze in Sicht hat, bringe man 
dieselbe in SzE und halte in der Richtung auf sie zu, bleibe jedoch ungefähr 
180 Met. von der Spitze entfernt. N 
An der Steuerbordseite brandet die See gleichfalls; man muss deshalb 
zwischen den Brandungen der beiden Seiten hindurchsteuern. Nachdem die 
Barre passirt ist, findet man mit 13 Met. Lothleine keinen Grund. 
1) s. „Ann. d. Hydrogr.“, 1876, pay. 14—20; „The West India Pilot“, Vol, I, (1872) 
pag. 155; „Sailing directions for the coast of Columbia“, London, 1865, pay, 34.
	        
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