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Woodbine-Shool. Nimmt man die für die Insel Cartier hier ange-
gebene Position als richtig an, so liegt die ungefähr 8 Secm. in NW von der
Insel Cartier befindliche Bank, welche 1873 von dem Führer der Bark „ Woodbine“
entdeckt wurde (s. No. 500 d. „Nachr. f, Sccf,“ 1873), in 12° 23‘ Süd-Br. und
123° 34‘ Ost-Lg.
Von der „Woodbine“ wurde in der Nähe der Bank cine Lothung von
18 Met. gemacht, und von dieser Stelle aus erstreckte sich die Bank nach Nord
und NW, soweit man vom Topp aus selıen konnte; anscheinend befand sich au
vielen Stellen noch weniger Wasser,
Insel Timor.') Semao-Strasse. Zwischen Dolk und der Spitze Tanal.
an der Ostseite der Semao-Strasse und bei Haiyina - Sissi, der NE-Spitze der
Insel Semao, erstrecken sich von dem Küstenriffe mehrere gefährliche Ausläufer,
welche jedoch bei günstiger Sonnenbeleuchtung gut sichtbar sind.
Segelanweisung für die Mündung des Murray- Flusses. Südküste
von Australien.
Nach der „Hydrographie Notice“ No. 3, London 1877, hat der Navigating-
Lieutenant W. N. Goalen, Admiralty Surveyor, im Jahre 1876 die Mündung
les Flusses Murray?) vermessen und nachstehenden Bericht darüber eingesendet.
Alle hier vorkommenden Peilungen sind missweisend; die Variation beträgt
5° 30‘ Ost im Jahre 1877.
Mündung des Murray -Flusses.,
Nation-Bank. An der Ostseite der Mündung liegt die Naution-Bauk,
die nur bei Springzeit und bei starken NW-Winden vom Wasser bedeckt wird;
dio äussere Kante dieser Bank erstreckt sich in ESE-Richtung und bildet die
Niedrigwassergrenze des Strandes der Halbinsel Younghusband, Die Untiefe
mit weniger als 1,8 Met. Wasser, welche sich 4 Kblg. in SSE-Richtung von
der SW-Spitze der Nation-Bank erstreckt, bildet die östliche Grenze des Fahr-
wassers, welches über die Barre führt.
Pullen-Spit, eine Sandzunge, auf welcher gewöhnlich hohe Brandung
steht, liegt an der Westseite der Mündung des Murray - Flusses; sie ist
zrösstentheils von Wasser bedeckt und fällt nur, wenn Niedrigwasser-Spriugzeit
mit SE -Winden zusammentrifft, trocken. Die Aussenkante der Sandzunge
erstreckt sich westwärts und bildet die Niedrixwasscergrenze des Seestrandes der
Halbinsel Sir Richard.
Die Untiefe mit weniger als 1.8 Met. Wasser, welche sich 21% Kblg. in
der Richtung SzE von der Südspitze der Sandzunge Pullen erstreckt, bildet
die westliche Grenze des Fahrwassers, welches über die Barre führt.
Die Barre ist gegenwärtig 5 Kblg. südlich der eigentlichen Einfahrt,
und besteht aus Sand, Muscheln und kleinen Steinen; sie ist an der Ostseite
fest und an der Westseite lockerer. Iın März des Jahres 1876 war die
Barre in der Mitte in der Richtung Nord—Süd ungefähr 2/4 Kblg., an der
Westseite 1'/4 Kblg. und an der Ostseite 2 Kble. breit und hatte 2.1 bis 2.4 Met.
Wassertiefe.
Innerhalb der Zeit von zwei Stunden vor bis zwei Stunden nach Hoch-
wasser ist die geringste Wassertiefe auf der Barre 3 bis 3.4 Met., mit Aus-
nahme von 3 bis 4 Tagen, während der Nippzeit bei SE-Winden, wobei sich
dann nur höchstens 3 Met. Tiefe bei Hochwasser auf der Barre befinden.
Während des schönsten Wetters, wenn sich keine Brandung auf der
Barre befindet, ist die Dünung auf derselben 0.9 bis 1.2 Met. hoch; die
Jurchschnittliche Brandung ist ungefähr 1.8 Met. hoch. Die gewöhnliche
Aussenbrandung ist ungefähr auf der 2 Faden (3.7 Met.-) Linie und hat eine
Höhe von 1.3 bis 2.4 Met. An der Westseite der Barre laufen die Wellen
') „Ann, d, Hydr.“ ete,, 1876, pag. 50.
’) „Australia Directory“ Vol. I, 7. ed., 1876, pazı 215—218.